Friedrichsgemeinde Worms
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3. Sonntag nach Trinitatis

Von Sicherheitsaposteln und Draufgängertypen

Gottesdienst zum dritten Sonntag nach Trinitatis, 28. Juni 2020
von Dorothea Zager,
Pfarrerin der Friedrichsgemeinde Worms

Sie sind eingeladen, um 10.00 Uhr eine Kerze anzuzünden.
So verbinden Sie sich mit all denen, die ebenfalls heute Morgen diesen Gottesdienst feiern.

Musik zum Eingang

Johann Sebastian Bach, Eingangschor der Kantate „Ach Herr, mich armen Sünder“, BWV 135, Knabenchor Hannover (Heinz Hennig), Collegium Vocale Gent (Philippe Herreweghe), Leonhardt-Consort (Gustav Leonhardt)

Eingangslied

EG 440,1+2: All Morgen ist ganz frisch und neu

Eingangsvotum

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Eingangspsalm 103

Wenn Sie die Andacht zu zweit feiern, können Sie diesen Psalm im Wechsel lesen.

Lobe den Herrn, meine Seele,
und was in mir ist, seinen heiligen Namen!

Lobe den Herrn, meine Seele,
und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat:

der dir alle deine Sünde vergibt
und heilet alle deine Gebrechen,

der dein Leben vom Verderben erlöst,
der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit,

der deinen Mund fröhlich macht,
und du wieder jung wirst wie ein Adler.

Barmherzig und gnädig ist der Herr,
geduldig und von großer Güte.

Er wird nicht für immer hadern
noch ewig zornig bleiben.

Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden
und vergilt uns nicht nach unsrer Missetat.

Denn so hoch der Himmel über der Erde ist,
lässt er seine Gnade walten über denen, die ihn fürchten.

So fern der Morgen ist vom Abend,
lässt er unsre Übertretungen von uns sein.

Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt,
so erbarmt sich der Herr über die, die ihn fürchten.

Psalm 103 in Auswahl

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

 

Gebet

Barmherziger Gott,

du weißt, wer wir sind: traurige und frohe Menschen,

verängstigte und hoffnungsvolle,
zufriedene und unzufriedene Menschen,

Menschen mit gutem und mit schlechtem Gewissen,
voller Zuversicht oder in einsamer Hoffnungslosigkeit.

 

Aber darin, Herr, sind wir alle gleich: dass wir in unserem Leben immer wieder in der Gefahr sind, uns von dir zu entfernen.

 

Wir vergessen, nach dir zu fragen, unser Leben nach dir auszurichten.

Und eines Tages spüren wir: Du bist ganz weit weg. Eigentlich wollen wir das nicht. Wie oft haben wir uns schon vorgenommen, fester zu glauben, geduldi­ger zu leben, inniger zu lieben, mit anderen Wor­ten: bessere Christen zu sein.

 

Aber wir schaffen es nur so selten. Immer wieder widerspricht unsere Lebensweise deinem Willen. So bleibt uns oft nur der Hilferuf an dich:

Herr, suche uns wieder. Bringe uns zurück zu dir. Amen.
 

Evangeliumslesung

Wir lesen aus dem Lukasevangelium im 15. Kapitel: Das Gleichnis vom verlorenen Sohn. Dieses Gleichnis ist zugleich auch der Predigttext:

Es nahten sich Jesus aber alle Zöllner und Sünder, um ihn zu hören.

Und die Pharisäer und die Schriftgelehrten murrten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und isst mit ihnen.

Und er sprach: Ein Mensch hatte zwei Söhne.

Und der jüngere von ihnen sprach zu dem Vater: Gib mir, Vater, das Erbteil, das mir zusteht. Und er teilte Hab und Gut unter sie.

Und nicht lange danach sammelte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land; und dort brachte er sein Erbteil durch mit Prassen.

Als er aber alles verbraucht hatte, kam eine große Hungersnot über jenes Land und er fing an zu darben und ging hin und hängte sich an einen Bürger jenes Landes; der schickte ihn auf seinen Acker, die Säue zu hüten. Und er begehrte, seinen Bauch zu füllen mit den Schoten, die die Säue fraßen; und niemand gab sie ihm.

Da ging er in sich und sprach: Wie viele Tagelöhner hat mein Vater, die Brot in Fülle haben, und ich verderbe hier im Hunger! Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir. Ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße; mache mich einem deiner Tagelöhner gleich!

Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater.

Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und es jammerte ihn, und er lief und fiel ihm um den Hals und küsste ihn. Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße.

Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringt schnell das beste Gewand her und zieht es ihm an und gebt ihm einen Ring an seine Hand und Schuhe an seine Füße und bringt das gemästete Kalb und schlachtet‘s; lasst uns essen und fröhlich sein! Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an, fröhlich zu sein.

Aber der ältere Sohn war auf dem Feld. Und als er nahe zum Hause kam, hörte er Singen und Tanzen und rief zu sich einen der Knechte und fragte, was das wäre. Der aber sagte ihm: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das gemästete Kalb geschlachtet, weil er ihn gesund wiederhat.

Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Da ging sein Vater heraus und bat ihn.

Er antwortete aber und sprach zu seinem Vater: Siehe, so viele Jahre diene ich dir und habe dein Gebot nie übertreten, und du hast mir nie einen Bock gegeben, dass ich mit meinen Freunden fröhlich wäre. Nun aber, da dieser dein Sohn gekommen ist, der dein Hab und Gut mit Huren verprasst hat, hast du ihm das gemästete Kalb geschlachtet.

Er aber sprach zu ihm: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir und alles, was mein ist, das ist dein.

Du solltest aber fröhlich und guten Mutes sein; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist wiedergefunden.

Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Halleluja!


Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott den Vater, den Allmächtigen,

den Schöpfer des Himmels und der Erde

und an Jesus Christus,

seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,

empfangen durch den Heiligen Geist,

geboren von der Jungfrau Maria,

gelitten unter Pontius Pilatus,

gekreuzigt, gestorben und begraben,

hinabgestiegen in das Reich des Todes,

am dritten Tage auferstanden von den Toten,

aufgefahren in den Himmel,

er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters,

von dort wird er kommen,

zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,

die heilige, christliche Kirche,

Gemeinschaft der Heiligen,

Vergebung der Sünden,

Auferstehung der Toten

und das ewige Leben. Amen.


Wochenlied

EG 353,1+2+4:
Jesus nimmt die Sünder an

Predigt
über das Gleichnis
vom verlorenen Sohn

Liebe Lesende, lieber Leser,
sind Sie ein freiheitsliebender Mensch?
Oder suchen Sie mehr die Sicherheit? Die Geborgenheit?

Sind Sie ein Draufgängertyp, der gerne Neues ausprobiert und dabei auch gerne mal ein Risiko eingeht?

Oder bleiben Sie lieber beim Vertrauten, beim Altbewährten, weil Sie sich sagen: „Da weiß man, was man hat.“

Zu welcher Art Menschen auch immer Sie gehören: diese beiden Pole, diese Sehnsucht nach Freiheit auf der einen und dieses Suchen nach Sicherheit auf der anderen Seite, bestimmen unser Leben, unsere Welt viel mehr als wir vermuten.

Ganz einfaches Beispiel: Zwei Leute gehen in ein asiatisches Restaurant. Einer bestellt etwas, was typisch indonesisch ist, geheimnisvoller Name, nie gegessene Zutaten, und dahinter steht sogar noch in Klammern „sehr scharf!“. Der andere bestellt Hühnchen mit Reis und fragt den Ober noch: „Ist doch nicht so arg scharf, oder?“ – da kann man ja nicht so arg viel falsch machen. Da weiß man, was man hat.

Oder denken Sie an Urlaubsziele. In diesen Tagen fahren ja wieder viele Menschen zur Erholung in Ferien. Die einen fahren jedes Jahr woanders hin. Kraxeltouren in den Bergen, jedes Jahr ein anderer Gebirgsrücken. Risiko. Neues Sehen, neues Erleben. Sich neuen Herausforderungen stellen – genau das ist für sie die richtige Erholung.

Andere fahren am liebsten immer an den gleichen Ort. Das selbe Hotel, der selbe Ort, die gleichen Gastgeber. Da wo man sich auskennt, wo einem alles vertraut ist, da kann man am besten zur Ruhe kommen und sich ausruhen.

Und ganz aktuell in diesen Tagen, wo wir die erste Corona-Welle überwunden glauben und zugleich durch die ansteigenden Zahlen der neuen Hotspots eine zweite befürchten: Da sind die einen, die weiterhin diszipliniert, vorsichtig und besonnen sind, weil sie sich und andere schützen wollen – und da sind die anderen, die sich nichts mehr herbeisehnen, als Freiheit von Masken, Desinfektions­mitteln und Hygienevorschriften und sich und andere dadurch möglichweise in Gefahr bringen.

Viele andere Beispiele könnte man nennen, liebe Gemeinde, die deutlich machen, wie stark diese beiden Lebensgefühle Freiheit und Geborgenheit unser Leben und unser Zusammenleben beherrschen. Und soll unser Zusammenleben glücken, dann hängt das in allererster Linie davon ab, ob wir in Toleranz und Liebe die Andersartigkeit des anderen mittragen oder nicht.

Versucht eine nach Geborgenheit und Ruhe sich sehnende Frau ihren abenteuerlustigen Mann wie auch immer zu binden und festzuhalten, werden weder er noch sie glücklich.

Wird eine sportbegeisterte Frau ihren auf Sicherheit bedachten Mann auf Langlaufskier zwingen, ist das kein Akt der Liebe, sondern der Lieblosigkeit.

Ein mutiges, flügge werdendes Kind mit aller Gewalt festbinden zu wollen, ist genauso falsch, wie einen kleinen Nesthocker mit Gewalt ins Weltgetriebe hinauszustoßen.

Ich denke, jedem und jeder von Ihnen, liebe Mitchristen, werden dazu Beispiele einfallen. Und Sie selbst werden auch ganz bestimmt fühlen, auf welcher Seite des Lebens Sie selbst stehen.

In der Geschichte vom verlorenen Sohn – nennen wir sie lieber einmal die Geschichte von den beiden verschiedenen Söhnen – geht es ja auch um Freiheit und um Geborgenheit. Allerdings erzählt diese Geschichte von mehr als nur von der Freiheitsliebe eines jugendlichen Abenteurers und von der Treue des braven Nesthockers.

In der Geschichte von den beiden verschiedenen Söhnen geht es um das Verhältnis des glaubenden Menschen zu Gott. Und um das Verhältnis der glaubenden Menschen untereinander.

Und da können wir die eben angesprochenen Erfahrungen direkt übertragen!

Auch in unserer Kirche – auch in unserer Christenheit gibt es Freiheitssuchende und Geborgenheitssuchende.

Sehen Sie, das fängt schon beim Gottesdienstfeiern an. Der eine braucht für seinen Glauben, für seine Anbetung und für sein Wortverständnis feste Formen: seine vertraute Kirche, die festgelegte, bekannte Liturgie, die geliebten Choräle mit vertrauten Melodien.

Wie anders sieht eine Gottesdienstgemeinde am Kirchentag aus! Unter freiem Himmel, mit neuen, flotten Liedern, Tanz und Pantomime, Impro­vi­sa­tions­mög­lichkeiten und völliger liturgischer Freiheit. Für viele unserer Mitchristen ist dies allein die Art und Weise, wie sie Gottesdienst als wirkliches Fest der Anbetung erleben. Und manch einer bedauert, dass diese schönen Kirchentags-Erlebnisse nicht 1 zu 1 auch auf unsere Sonntagsgottesdienste übertragen werden können. Und die Traditionalisten denken insgeheim: Gott sei Dank, geht das bei uns so nicht!

Gehen wir noch einen Schritt weiter – einen Schritt tiefer: dieses Miteinander von Freiheitsliebe und Geborgenheitswunsch bleibt doch nicht auf das Liturgische beschränkt! Es reicht bis tief in unseren Glauben hinein.

Die einen brauchen festformulierte Glaubensinhalte, ein Glaubensbekenntnis, an dem sie sich festhalten können. Sie wollen dieses nicht hinterfragen, weil sie dessen Geheimnis des Glaubens anerkennen. Solche Menschen halten die Wunder der Bibel für tatsächlich so geschehen, die Jungfrauengeburt für möglich und die biblischen Worte für von Gott wörtlich eingegeben.

Andere machen vor solchen Geheimnissen nicht halt. Sie wollen nicht ihre Vernunft opfern, um zu glauben. Sie geben notfalls überkommene Glaubensinhalte auf oder formen sie so um, dass sie freier und aufrichtiger glauben können. Ein Glaube ohne Vernunft ist für sie nicht denkbar.

Was davon ist nun richtig? Was ist falsch?

Darf auch hier Toleranz herrschen?

Sollten wir nun die Freisinnigen zurückpfeifen und auf den traditionellen Glaubensinhalt der lutherischen Bekenntnisschriften verpflichten?

Sollten wir nun einem Pietisten die Evolutionstheorie als ein Muss aufzwingen und ihm seinen innigen Glauben zerstören?

Wir spüren, wie lieblos das wäre! Und unsere Vergangenheit – von Galileo Galilei bis zur Inquisition – hat ja gezeigt, dass dies nicht nur lieblos, sondern auch sinnlos ist. Ein freier Geist lässt sich nicht verbieten, und ein unerschütterlicher Glaube lässt sich nicht brechen.

Was also tun?

Die Geschichte von den beiden Söhnen gibt uns darauf eine klare Antwort:
Der Vater hat beide Söhne lieb!

Den einen Sohn liebt er, dessen Schuld nicht die war, dass er die Freiheit suchte. Es ist richtig und normal, dass ein Sohn in die Welt hinausgeht und sein eigenes Leben aufbaut. Seine Schuld war vielmehr die, dass er die Freiheit missbrauchte, falsche Freunde suchte und den Angeber spielte.

Die Folge war, dass er alle Geborgenheit verlor. Der Vater liebt diesen Sohn, lässt ihm seine Freiheit, breitet aber auch seine Arme aus, wenn er in der Freiheit zu Fall kommt, und schenkt ihm Geborgenheit.

Der Vater liebt aber auch den anderen Sohn, der die Geborgenheit und die Sicherheit des Elternhauses nicht aufzugeben vermochte. Der daheim geblieben war und nach der Methode „Da weiß man, was man hat!“ treu Tag für Tag seine Arbeit verrichtet hat. Der Vater liebt auch ihn, der jetzt bei der Heimkehr des Abenteurers selbst auch schuldig wird. Durch seinen Neid. Und dadurch dass er die Liebe des Vaters nun nicht mehr teilen will.

Beide liebt der Vater. Beide.
Den Abenteurer genauso wie den Sicherheitsapostel.

Liebe Lesende, das genau ist die Lösung unseres Konflikts, die uns hier gegeben wird: Wir sind in aller Unterschiedlichkeit Kinder des einen Vaters im Himmel. Und wir sind Geschwister.

Die erste Antwort heißt: Wir dürfen uns geliebt wissen, wie wir sind. Als sicherheitsliebende Menschen, oder als Freidenker.

Gott lässt die Freiheitsliebenden ziehen, lässt sie Neues ausprobieren, Fantasie und neue Ideen wagen. Und er lässt den Wärmesuchenden bei sich wohnen.

Geborgenheit schenkt er beiden. Wann auch immer einer oder eine kommt, der Geborgenheit sucht, öffnet er seine Arme und sagt: „Willkommen zuhause!“

Die zweite Antwort heißt: Wir als Mitchristen und Mitchristinnen sind aufgefordert, es Gott in Toleranz und Liebe gleich zu tun. Uns als Geschwister die Liebe des Vaters nicht zu neiden.

Wer also die Freiheit des denkenden Glaubens zu schätzen gelernt und zu neuen Erkenntnissen gekommen ist, der mag den Daheimgebliebenen begeistert davon erzählen – ihre Glaubensheimat aber nehmen, d.h. ihren Glauben zerstören, das darf er nicht.

Umgekehrt: wer die Sicherheit seines festen Glaubens nicht verlassen oder hinterfragen möchte, der mag den freiheitsliebenden Bruder rufen und einladen, ihn aber den rechten Glauben absprechen oder gar die Liebe des Vaters absprechen, das darf er nicht.

Wir können das tun, was sich der Vater in der Geschichte von den beiden Söhnen so sehr wünschte: Wir können zusammen in das Haus unseres Vaters gehen, und sobald wir es wieder dürfen, gemeinsam an seinen Tisch das Fest des Abendmahls feiern. Und einander im teilhaben lassen an unserem Leben und Glauben.

So frei wie möglich und so geborgen wie nötig. Bei einem Vater, der uns so liebt wie unser Gott, dürfen wir so leben und glauben, wie unsere Natur es zulässt.

Und wir sind alle bei ihm zu Hause. Alle beide. Amen.
 

Lied nach der Predigt

EG 638,1-3: Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt, damit ich lebe

Fürbittengebet

Wenn wir diesen Onlinegottesdienst in ein paar Minuten verlassen, Gott,
wenn wir den Computer ausschalten und wieder zu Hause unsern Pflichten nachgehen,
dann begleitet uns das Licht dieses Sommers,
dann begleitet uns dein Licht in dieser Welt.
Lass es hell werden in uns und um uns.

Die erste Ernte dieses Jahres wird schon eingebracht.
In deinem Licht durfte es wachsen und blühen und reifen.
Wir werden satt, andere haben Hunger.
Deine Schöpfung ist allen zugedacht.
Dein Licht umfasst die Welt.
Darum lehre uns, gerecht zu teilen.


Die Ferien beginnen, die Zeugnisse liegen auf dem Tisch.
Licht und Schatten reichen sich die Hand.
Schenke uns ein jubelndes Herz im Erfolg,
schenke uns ein mutiges Herz in der Niederlage.
Vor dir, Herr, muss niemand eine Prüfung ablegen.
Lehre uns, barmherzig zu urteilen.


Die Reisezeit beginnt, Menschen suchen das Licht.
Behüte ihre Wege, schenke ihnen die Erholung,
die sie brauchen.
Schenke ihnen den guten Perspektivwechsel,
den ausreichenden Abstand.
Lehre sie, das, was sie zu Hause beschäftigt,
von einer anderen Seite,
in einem anderen Licht zu sehen.

 

Alle leben wir in deinem Licht, Gott,
die Schwachen und Starken,
die Gesunden und die Kranken,
die Lebenden und die Toten,
die Kriegstreiber und die Friedfertigen.
Segne uns mit deinem Licht.
Lehre uns, barmherzig zu sein mit uns unserem Mitmenschen. Amen.

 

Stilles Gebet


Vaterunser

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute
und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.


Schlusslied

EG 355,1+3 Mir ist Erbarmung widerfahren

Bitte um den Segen

Der Herr segne uns und behüte uns.

Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über uns und sei uns gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht über uns und gebe uns Frieden +. Amen.

Musikalischer Ausklang

„FMatt099“ Berlin, Improvisation über „Jesus nimmt die Sünder an“ (2011)

© Dorothea Zager, Worms
Veröffentlichung nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Verfasserin

Ich danke meinem Ehemann, Prof. Dr. Werner Zager, für das Einspielen der Choralbegleitung,
und Kantor Stefan Kauffmann für die Beratung bei der Auswahl der freien Musikstücke.


Bildnachweise:
Der barmherzige Vater, Bronzekreuz Egino Weinert Köln – gemeinfrei
Der verlorene Sohn, Rembrandt Harmensz van Rijn, 1636 – gemeinfrei
Freeclimbing, 123rf – nicht gemeinfrei
Wanderer im Herbstwald – nicht gemeinfrei
Der barmherzige Vater, Sieger Köder – gemeinfrei
Sonne, Dorothea Zager privat – nicht gemeinfrei

 

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