Friedrichsgemeinde Worms
FriedrichsgemeindeWorms

Kantate

Ich sing dir mein Lied!

Gottesdienst zum Sonntag Kantate 2020,
von Franziska Schwarz,
Vikarin der Magnus- und Matthäusgemeinde Worms

Sie sind eingeladen,
um 10.00 Uhr eine Kerze anzuzünden.

So verbinden Sie sich mit all denen,
die ebenfalls heute Morgen diesen Gottesdienst feiern.

 

Musik zur Einstimmung

Johann Sebastian Bach, Motette „Singet dem Herrn ein neues Lied“ BWV 225, Eingangschoral.

Eingangslied

EG 243,1-4: Lobt Gott getrost mit Singen

Eingangsvotum

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
 

Eingangspsalm 92 (in Auswahl)

Wenn Sie die Andacht zu zweit feiern, können Sie diesen Psalm im Wechsel lesen.

Das ist ein köstlich Ding, dem Herrn danken
und lobsingen deinem Namen, du Höchster,

des Morgens deine Gnade und des Nachts deine Wahrheit verkündigen
auf dem Psalter mit zehn Saiten, mit Spielen auf der Harfe.

Denn, Herr, du lässest mich fröhlich singen von deinen Werken,
und ich rühme die Taten deiner Hände.

Herr, wie sind deine Werke so groß!
Deine Gedanken sind sehr tief.

Du, Herr, bist der Höchste und bleibest ewiglich.

Der Gerechte wird grünen wie ein Palmbaum,
er wird wachsen wie eine Zeder auf dem Libanon.

Die gepflanzt sind im Hause des Herrn,
werden in den Vorhöfen unsres Gottes grünen.

Und wenn sie auch alt werden,
werden sie dennoch blühen, fruchtbar und frisch sein,

dass sie verkündigen, wie der Herr es recht macht;
er ist mein Fels, und kein Unrecht ist an ihm.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Gebet      

Guter Gott, noch immer warten wir.

Wir warten darauf, dass sich unser Alltag wieder normalisiert, wir wieder unbeschwert vor die Tür treten können, und vor allem warten wir darauf, dass wieder Gemeinschaft, so wie wir sie kennen, stattfinden kann.

In dieser Zeit des Wartens bist du bei uns. Du schenkst Mut, wo Furcht herrscht, baust auf, wo tröstende Worte gebraucht werden, bist ansprechbar für uns.

In leisen und lauten Tönen, in sanften Klängen und lauten Pauken danken wir dir, Herr.

Amen. 

Franziska Schwarz

Schriftlesung
Einweihung des Tempels 2. Chronik 5,2-14

Da versammelte Salomo alle Ältesten Israels, alle Häupter der Stämme und die Fürsten der Sippen Israels in Jerusalem, damit sie die Lade des Bundes des Herrn hinaufbrächten aus der Stadt Davids, das ist Zion.

Und es versammelten sich beim König alle Männer Israels zum Fest, das im siebenten Monat ist.

Und es kamen alle Ältesten Israels, und die Leviten hoben die Lade auf

und brachten sie hinauf samt der Stiftshütte und allem heiligen Gerät, das in der Stiftshütte war; es brachten sie hinauf die Priester und Leviten.

Aber der König Salomo und die ganze Gemeinde Israel, die bei ihm vor der Lade versammelt war, opferten Schafe und Rinder, so viel, dass es niemand zählen noch berechnen konnte.

So brachten die Priester die Lade des Bundes des Herrn an ihre Stätte, in den innersten Raum des Hauses, in das Allerheiligste, unter die Flügel der Cherubim,

dass die Cherubim ihre Flügel ausbreiteten über die Stätte der Lade. Und die Cherubim bedeckten die Lade und ihre Stangen von oben her.

Die Stangen aber waren so lang, dass man ihre Enden vor dem Allerheiligsten sah, aber von außen sah man sie nicht. Und sie war dort bis auf diesen Tag.

Und es war nichts in der Lade außer den zwei Tafeln, die Mose am Horeb hineingelegt hatte, die Tafeln des Bundes, den der Herr mit Israel geschlossen hatte, als sie aus Ägypten zogen.

Und die Priester gingen heraus aus dem Heiligtum – denn alle Priester, die sich eingefunden hatten, hatten sich geheiligt, ohne dass man auf die Abteilungen geachtet hätte –,

und alle Leviten, die Sänger waren, nämlich Asaf, Heman und Jedutun und ihre Söhne und Brüder, angetan mit feiner Leinwand, standen östlich vom Altar mit Zimbeln, Psaltern und Harfen und bei ihnen hundertzwanzig Priester, die mit Trompeten bliesen.

Und es war, als wäre es einer, der trompetete und sänge, als hörte man eine Stimme loben und danken dem Herrn. Und als sich die Stimme der Trompeten, Zimbeln und Saitenspiele erhob und man den Herrn lobte: „Er ist gütig, und seine Barmherzigkeit währt ewig“, da wurde das Haus erfüllt mit einer Wolke, als das Haus des Herrn,

sodass die Priester nicht zum Dienst hinzutreten konnten wegen der Wolke; denn die Herrlichkeit des Herrn erfüllte das Haus Gottes.

Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Halleluja!

Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott den Vater,

den Allmächtigen,

den Schöpfer des Himmels und der Erde

und an Jesus Christus,

seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,

empfangen durch den Heiligen Geist,

geboren von der Jungfrau Maria,

gelitten unter Pontius Pilatus,

gekreuzigt, gestorben und begraben,

hinabgestiegen in das Reich des Todes,

am dritten Tage auferstanden von den Toten,

aufgefahren in den Himmel,

er sitzt zur Rechten Gottes,

des allmächtigen Vaters,

von dort wird er kommen,

zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,

die heilige, christliche Kirche,

Gemeinschaft der Heiligen,

Vergebung der Sünden,

Auferstehung der Toten,

und das ewige Leben. Amen.

Wochenlied

EG 302,1+2+8: Du meine Seele, singe

Sieger Köder, Tanz der Mirijam

Kurzpredigt
über die Einweihung des Tempels,
2. Chronik 5,2-14

Der Predigttext für den heutigen Sonntag steht in 2. Chronik 5,2-14. In Kapitel 3 wird über den Baubeginn des Tempels berichtet, des Gotteshauses unter Salomos Anweisung. Der Predigttext erzählt von der Einweihung des Tempels. Gesang mit Harfen, Psaltern und Zimbeln erklang. 120 Priester bliesen mit Trompeten. Eine Vielzahl an Stimmen, weiche Harfenklänge, imposantes Trompetenspiel – und all dies zum Lob Gottes. Sie lobten mit ihren Liedern die Barmherzigkeit und die unendliche Gnade Gottes.

Musik und Gesang spielen in vielen biblischen Geschichten eine wesentliche Rolle – der erleichterte Dank der Erretteten, das wunderbare Gotteslob, das besänftigende Harfenspiel und der mutige Gesang, der Ängste vertreibt – Musik war den Menschen im alten Israel ein stetiger Begleiter. So war Gott ihnen nahe, so brachten sie ihre Gefühle zum Ausdruck.

Singt! So lautet die Botschaft des heutigen Sonntags Kantate. Der Sonntag Kantate stellt die Musik in den Mittelpunkt, während wir gerade zurzeit nicht gemeinsam auf Konzerte, Festivals, in Opern und Ähnliches gehen können. Musik im Mittelpunkt, wo doch gerade diskutiert wird, ob wir im Gottesdienst besser nicht singen sollten, um die Hygienemaßnahmen einhalten zu können. Musik?! Zur Corona-Zeit ein heikles Thema.

Die Art der Musik hat sich im Wesentlichen im Laufe der vielen Jahre bis zu unserer heutigen Gegenwart natürlich stark verändert. Und doch hat sie nichts an ihrer Wirkung eingebüßt.

Jeder von uns hat einen anderen Musikgeschmack, jeder von uns fühlt sich in unterschiedlichen Genres zu Hause. Und jeder von uns braucht Musik zu unterschiedlichen Zeiten. Der eine musiziert gerne selbst, die andere ist lieber durch Zuhören oder durch den Tanz zur Musik Teil der Klänge.

Ich höre am liebsten irische Musik. Eines meiner Lieblingslieder ist „Lord of the dance“ von The Dubliners. Der Protagonist des Liedes ist Jesus. Er erzählt von seinem Lebensweg, von den Menschen, die ihm Begleiter waren, von den Hürden, die er überwinden musste, von den Menschen, die ihm feindlich gesinnt waren. Der Refrain ist folgender:

„Dance, then, wherever you may be,

I am the Lord of the Dance, said he,

And I`ll lead you all, wherever you may be,

And I`ll lead you all in the Dance, said he.“

Übersetzt:
„Darum, wo auch immer du sein magst, tanze.

Denn ich bin der Herr deines Lebenstanzes.

Deinen Tanz werde ich leiten, wo immer du bist.

Ich werde ihn leiten, das ist, was er verspricht.“

Dieses Lied anzuhören, dabei entweder ganz laut mitzusingen oder aber auch ganz ruhig zu werden, die Augen zu schließen und ganz bei mir zu sein. Das macht etwas mit mir. Ich fühle mich getragen. Gott leitet meinen Lebenstanz, wo auch immer ich bin. Das gibt mir Mut, daraus kann ich neue Energie ziehen. Ich fühle mich dann im Kontakt mit Gott. So kann ich ihn loben. Neben dem Gebet ist das mein Weg, meine Gedanken zu ordnen und mit Gott ins Gespräch zu kommen.

Möglichweise wird dieses Lied für Sie, liebe Lesende, nicht der Anker sein, der es für mich ist.

Aber, vielleicht fällt ihnen ja gerade ein Lied ein, das Ihnen genau dieses Gefühl der Geborgenheit geben kann, oder aber, vielleicht hören sie in der nächsten Zeit ein Lied, das ihnen gut tut, das sie zur Ruhe kommen lässt, das ihnen Mut macht oder das sie einfach nur lächeln lässt.

Amen.

Franziska Schwarz

Lied

EG 324,1+2+13: Ich singe dir mit Herz und Mund

Fürbittengebet

Wir danken dir, Gott, für die Musik.

Wir danken dir für die Freude,
die uns durch die Musik gemacht wird,
für die Fröhlichkeit, die durch sie ausgelöst wird,
für die Gelassenheit, die sie uns schenkt.

Wir danken dir für den Trost,
den wir in der Musik finden können,
die Ruhe, die wir durch sie erfahren,

Wir danken dir für den Reichtum an Tonarten und Rhythmen,
die uns in Bewegung setzen, die uns in Schwung bringen,
die unser Innerstes jubeln lassen.

Wir danken dir für die Gemeinschaft, die die Musik unter uns stiftet,
gerade jetzt auch in der Corona-Zeit:
In den Kirchen darf noch nicht gesungen werden.
Aber hier zuhause an unseren Bildschirmen singen wir
– zwar getrennt, aber doch innig miteinander und mit dir verbunden.

Wir bitten dich, Gott, für unsere Chöre, für unsere Organisten und Organistinnen und für alle, die von dir künden mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern, dass ihre Musik nie verklingt und dir zur Ehre und uns Menschen zur Freude die Welt umspannt.

Amen.

Eckhard Herrmann/Dorothea Zager

Gebetsstille

Vaterunser

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute

und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Schlusslied

EG 325,9+10: Sollt ich meinem Gott nicht singen

Bitte um den Segen

Gott, du bist die Kraft, aus der Leben und Hoffnung entspringt, segne die Menschen um uns herum. / Segne uns mit innerer Stärke, Geduld und Zuversicht. / Öffne uns den weiten Raum noch unbekannter Zukunft und leite unsere Schritte.

Der Herr segne uns und behüte uns.

Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über uns und sei uns gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht über uns und gebe uns Frieden +. Amen.

Musik zum Ausklang

Johann Sebastian Bach, Kantate „Wir danken dir, Gott, wir danken dir“ BWV 29, 1. Satz

 


© 2020 Franziska Schwarz/Dorothea Zager, Worms
Veröffentlichung nur
mit ausdrücklicher Genehmigung der Verfasserinnen

 

 

 

Ich danke meinem Ehemann,
Prof. Dr. Werner Zager,
für das Einspielen der Choralbegleitung,

 

und Kantor Stefan Kauffmann für die Beratung bei der Auswahl der freien Musikstücke.

 

Bildnachweise:

Singt aus voller Kehle: ein Nachtigallmännchen, das ein Weibchen für sich gewinnen will – Foto: 123rf

Der Tanz der Mirijam, Sieger Köder

Kammerchor und Hofkapelle der Johanneskirche in Neustadt – Foto: Hannoversche Allgemeinde

Die Bilder sind nicht gemeinfrei. Die Abdruckrechte gelten nur für das vorliegende Medium.

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