1. Advent

Abendgottesdienst nach Taizé

Thema:
„Gott ist gerecht wie ein Richter.“
(Psalm 50,6)

 

Bitte stellen Sie sich für diesen Gottesdienst drei Kerzen zurecht. Auch wir in der Friedrichskirche zünden während des Abendgottesdienstes im Zuge des Eingangsvotums drei Kerzen nacheinander an.

Abkürzungen:

L = Liturg/in

G = Gemeinde (alle)

S1/2/3 = Sprecher/in 1/2/3 (Lektoren)

Sollten Sie als Familie oder im Freundeskreis diesen Gottesdienst feiern, können diese Textstellen mit verteilten Rollen gelesen werden.

Wenn Sie diesen Onlinegottesdienst alleine feiern, sprechen/lesen Sie bitte alle Texte fortlaufend.

Die Nacht ist vorgedrungen

Kantorei St. Jakobi, Lübeck

1214 Die Nacht ist vorgedrungen.mp3
MP3-Audiodatei [7.2 MB]

Begrüßung

Herzlich willkommen zu unserem Abendgottesdienst.

Wir beschäftigen uns in diesem Jahr ja mit den Gottesbildern im Alten Testament. Heute haben wir ein Bild, das wir eigentlich garnicht sooo sehr mögen: das Bild des Richters.

"Und das in der Adventszeit?", werden Sie vielleicht fragen? "Da wollen wir doch lieber etwas tröstliches hören! Etwas Besinnliches, schon ein bisschen Weihnachtliches."

Nein, ganz so weit sind wir noch nicht! Noch ist nicht Weihnachten. Und die Adventszeit ist Bußzeit.

Eine stille Zeit, in der wir über uns und unser Leben nachdenken sollen und unser Herz freimachen für das Kommen Gottes in unser Leben.

Deshalb ist es eine stille Zzeit, eine nachdenkliche Zeit. Und unser Abendgottesdienst möchte Sie heute in diese fruchtbare Stille führen.

 

Lassen Sie uns unseren Abendgottesdienst mit unserem Lobpreis beginnen:

Wenn Sie diesen Onlinegottesdienst alleine feiern, sprechen Sie bitte alle Texte hintereinander:

L Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen!

G Woher kommt mir Hilfe?

S1 Meine Hilfe kommt von Gott, der Himmel und Erde gemacht hat.

Nichts soll dich ängstigen
dreimal zu singen.

Taizé - Nada te turbe.mp3
MP3-Audiodatei [11.1 MB]

Eingangsvotum

Wenn Sie diesen Onlinegottesdienst alleine feiern, sprechen Sie bitte alle Texte hintereinander:

S1 Ich zünde ein Licht an im Namen Gottes des Vaters,

er hat die Welt erleuchtet

und den Atem des Lebens in mich gehaucht.

Zündet ein erstes Licht an.

S2 Ich zünde ein Licht an im Namen Jesu Christi,

des Gotteskindes

er hat die Welt errettet

und seine Hand nach mir ausgestreckt.

Zündet ein zweites Licht an.

S3 Ich zünde ein Licht an im Namen der Kraft des Heiligen Geistes.

Sie umfasst die Welt und heiligt mein Leben mit Sehnsucht.

Zündet ein drittes Licht an.

 

Sende dein Licht und deine Wahrheit

dreimal hintereinander im Kanon zu singen.

Psalm zum Advent

 

Die Erde ist des Herrn und was darinnen ist,

der Erdkreis und die darauf wohnen.

Denn er hat ihn über den Meeren gegründet

und über den Wassern bereitet.

Wer darf auf des Herrn Berg gehen,

und wer darf stehen an seiner heiligen Stätte?

Wer unschuldige Hände hat und reinen Herzens ist.

Das ist das Geschlecht, das nach ihm fragt.

Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch,

dass der König der Ehre einziehe!

Wer ist der König der Ehre?

Es ist der Herr, stark und mächtig, der Herr, mächtig im Streit.

Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch,

dass der König der Ehre einziehe!

Wer ist der König der Ehre?

Es ist der Herr Zebaoth; er ist der König der Ehre.

Psalm 24,3-10

Laudate omnes gentes

(Lobt alle Völker den Herrn!)

Taize Laudate omnes gentes.mp3
MP3-Audiodatei [8.8 MB]

Gedanken zum Thema 1

Sich Gott als Richter vorzustellen ist nicht gerade ein angenehmer Gedanke. Denn jeder und jede von uns erinnert sich an Geschehnisse in seinem Leben, die nicht in Ordnung waren, und wo wir zugeben müssen: Das war nicht in Ordnung.

Wenn Gott ein strenger Richter wäre, würde er mir diese Dinge anlasten. Ich bitte Sie in einer ersten Stille, sich zurück zu erinnern an die dunklen Wegstrecken Ihres Lebens. Und an die Dinge, die Sie gerne ungeschehen machen würden.

Stille

 

Gedanken zum Thema 2

Sich Gott als Richter vorzustellen hat aber auch einen sehr wohltuenden Gedanken. Zu wissen, er ist gerecht und er wird die nicht ungestraft lassen, die ihr Leben egoistisch, ungerecht und nur auf das eigene Wohl bedacht gelebt haben.

So bitte ich Sie, in der Stille einmal daran zurück zu denken, wie Sie selbst verletzt wurden, ungerecht behandelt wurden und Sie das Gefühl hatten: Ich fall hier mal wieder hinten runter, und es ist keiner da, der mir hilft und für Gerechtigkeit sorgt.

 

Biblische Lesung:

Matthäus 25,31-46

Wir hören aus dem Matthäusevangelium im 25. Kapitel:

Vom Weltgericht

Wenn aber der Menschensohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, dann wird er sich setzen auf den Thron seiner Herrlichkeit, und alle Völker werden vor ihm versammelt werden.

Und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirt die Schafe von den Böcken scheidet, und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken.

Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt! Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen und ihr seid zu mir gekommen.

Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dir zu essen gegeben? Oder durstig und haben dir zu trinken gegeben? Wann haben wir dich als Fremden gesehen und haben dich aufgenommen? Oder nackt und haben dich gekleidet? Wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen?

Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.

Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Geht weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln! Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir nicht zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir nicht zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich nicht aufgenommen. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich nicht gekleidet. Ich bin krank und im Gefängnis gewesen und ihr habt mich nicht besucht.

Dann werden auch sie antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig gesehen oder als Fremden oder nackt oder krank oder im Gefängnis und haben dir nicht gedient? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht getan habt einem von diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan. Und sie werden hingehen: diese zur ewigen Strafe, aber die Gerechten in das ewige Leben.

Gottes Wort
ist wie Licht in der Nacht

dreimal zu singen.

Gedanken zum Thema 3

Wenn Gott so ein gerechter Richter ist, hab ich denn dann gar keine Chance, seinem Gericht zu entkommen? Das ist beängstigend!

Doch, Ihr Lieben, wir haben eine Chance! Und diese Chance heißt: Umkehr.

Ein Leben lang haben wir Zeit, zu bereuen und Gott um Vergebung zu bitten. Und ein Leben lang wartet Gott auf uns, dass er uns Gnade schenken kann und Liebe.

Wer aber ein Leben lang leugnet, dass es Gott gibt.
und ein Leben lang leugnet, Fehler gemacht oder schuldig geworden zu sein, für den ist es irgendwann zu spät. Dann wenn er vor Gott steht und sich eingestehen muss, die Chance auf Umkehr ein Leben lang vertan zu haben.

Denken Sie in der Stille über diesen Gedanken nach:

Habe ich die Chancen auf Umkehr genutzt?
Oder ist es nicht allerhöchste Zeit, das endlich zu tun?

Advent heißt: „Gott will kommen.
Also reinige Dein Herz und kehre um. Hier und jetzt!“

Stille

 

Sanctus
dreimal zu singen.

(Übersetzung: Heilig, heilig, heilig ist der Herr, Gott Zebaoth.)

Sanctus Kanon.mp3
MP3-Audiodatei [1.5 MB]

Gebet

Guter Gott,

nun beginnt sie wieder, die Zeit der Vorfreude auf Weihnachten.

Wir schmücken unsere Wohnungen und Häuser.

Wir bereiten uns vor.

Aber wir sind auch in Ängsten. Alles ist so anders in diesem Jahr.

Wir bitten Dich, lass in uns echte Vorfreude aufkommen.

Hilf uns, zur Ruhe zu kommen.

Hilf uns, Stille zu finden.

Hilf uns, dich in der Krippe zu finden.

Und wir bitten dich: Sei mit uns auf diesem Weg,

leite uns aus den Ängsten heraus und führe uns dir entgegen.

Und in der Stille bringen wir vor Gott, was jede/n von uns persönlich bewegt:

Gebetsstille

Vater unser

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe,

wie im Himmel,

so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute

und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 

Dona nobis pacem
zweimal zu singen

(Gib uns Frieden!)

Segensbitte

L In deine Hände gebe ich meinen Geist,

du hast mich erlöst.

G Unser Gott im Himmel,

festige dein Reich für immer

und walte über uns auf ewig.

S1 Er schläft und schlummert nicht, der Hüter Israels

S2 Eine ruhige Nacht und ein seliges Ende

Gewähre uns der gütige und menschenfreundliche Gott,

S3 der Vater und der Sohn und der heilige Geist.

G Amen.

Instrumentalmusik aus Taizé

Liedtext:
Christus spricht: „Frieden, Frieden! Den Frieden lasse ich euch; meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz verzage nicht!“

Unseren nächsten Online-Gottesdienst feiern wir am 3. Advent, 13. Dezember 2020.

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