Friedrichsgemeinde Worms
Friedrichsgemeinde Worms
Friedrichsgemeinde Worms
Friedrichsgemeinde   Worms

Gottesdienst zum 1. Sonntag nach Epiphanias

Die Taufe Jesu

 

Wenn Sie diesen Gottesdienst feiern, dann zünden Sie doch wie viele andere eine Kerze an.

So sind wir miteinander verbunden, auch wenn wir nicht zusammen sein dürfen.

Wochenspruch

Wochenspruch: Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.

Römer 8,14

Musikalische Einstimmung

Johann Sebastian Bach, „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ - (Choral Nr. 375 mit dem B-Teil des Chorals 377)

ensemble l'aurora

Madeleine Schwaighofer - Sopran
Tamara Obermayr - Alt
Konstantin Schmidbauer - Tenor
Benjamin Sattlecker - Bass
Umsetzung & Leitung: Konstantin Schmidbauer

Begrüßung

Wir hören zur Einstimmung auf unsere ersten Gottesdienst in diesem neuen Jahr Mut machende Worten des Propheten Jesaja:

Mache dich auf, werde licht;

denn dein Licht kommt,

und die Herrlichkeit des Herrn

geht auf über dir!

Denn siehe,

Finsternis bedeckt das Erdreich

und Dunkelheit die Völker;

aber über dir geht auf der Herr,

und seine Herrlichkeit erscheint über dir.

Und die Heiden werden

zu deinem Lichte ziehen

und die Könige zum Glanz,

der über dir aufgeht.

Eingangslied

EG +5,1-3:
Aus der Armut eines Stalles

Jugendchor der Friedens- und Kiliansgemeinde Heilbronn

1. Aus der Armut eines Stalles drang ein gutes warmes Licht, und wir sehn, wie in der Stille eine neue Zeit anbricht, und wir sehn, wie in der Stille eine neue Zeit anbricht.

2. Könige aus fernen Reichen bringen ihre Schätze her, und am Ziel der Reise finden sie ganz unvergleichlich mehr, und am Ziel der Reise finden sie ganz unvergleichlich mehr.

3. Jesus Christus hier geboren, Menschensohn und Gotteskind, und die Hirten sagen‘s weiter: Dieser ist uns wohlgesinnt, und die Hirten sagen‘s weiter: Dieser ist uns wohlgesinnt.

Text: Arnim Juhre,
Melodie: Winfried Heurich, © Strube, München

Eingangsvotum

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen.

Psalm 27

Wenn Sie diesen Gottesdienst zu zweit feiern, können Sie sich beim Lesen des Psalms abwechseln:

Der Herr ist mein Licht und mein Heil;

vor wem sollte ich mich fürchten?

Der Herr ist meines Lebens Kraft;

vor wem sollte mir grauen?

Eines bitte ich vom Herrn, das hätte ich gerne:

dass ich im Hause des Herrn bleiben könne mein Leben lang,

zu schauen die schönen Gottesdienste des Herrn

und seinen Tempel zu betrachten.

Denn er deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit,

er birgt mich im Schutz seines Zeltes

und erhöht mich auf einen Felsen.

Herr, höre meine Stimme, wenn ich rufe;

sei mir gnädig und erhöre mich!

Mein Herz hält dir vor dein Wort:

»Ihr sollt mein Antlitz suchen."

Darum suche ich auch, Herr, dein Antlitz.

Verbirg dein Antlitz nicht vor mir,

verstoße nicht im Zorn deinen Knecht!

Denn du bist meine Hilfe; verlass mich nicht

und tu die Hand nicht von mir ab, Gott, mein Heil!

Denn mein Vater und meine Mutter verlassen mich,

aber der Herr nimmt mich auf.

Ich glaube aber doch, dass ich sehen werde

die Güte des Herrn im Lande der Lebendigen.

Harre des Herrn!

Sei getrost und unverzagt und harre des Herrn!

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie es war im Anfang jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Gebet

Wir wollen beten.

Herr Jesus Christus, wir danken dir, dass du uns deinen Segen zugesagt hast, auch wenn wir uns zur Zeit nicht in deinem Namen versammeln können.

Wir sitzen hier vor dir – allein oder höchsten zu zweit – und versuchen, dir mit diesem Gottesdienst zu dienen und dir nahe zu sein. Es fällt uns nicht leicht, alleine zu singen, alleine zu beten und uns auf dein Wort zu konzentrieren.

Wir wissen aber, dass du auch jetzt bei uns bist. Bei uns allen, die wir zuhause sind, um uns gegenseitig zu schützen. Bei uns allen, die wir aneinander denken und uns nacheinander sehnen.

Du kannst Menschenherzen gewinnen. Du kannst uns trösten. Du kannst uns ermutigen – gerade in dieser schwierigen Zeit.

Deshalb bitte wir dich: Arbeite an uns, dass auch wir bereit sind, dir unser Herz und unser Leben hinzugeben.

Schenke, dass dieser Gottesdienst für uns eine Stunde der Stärkung und der Mahnung und der Ermutigung wird, wieder neu in deine Nachfolge zu treten, der du unser Herr bist, und mit dem Vater und dem Heiligen Geist lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Neutestamentliche Lesung:
Matthäus 3,13-17                              
zugleich Predigttext

Jesu Taufe

Zu der Zeit kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, dass er sich von ihm taufen ließe.

Aber Johannes wehrte ihm und sprach: Ich bedarf dessen, dass ich von dir getauft werde, und du kommst zu mir?

Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Lass es jetzt zu! Denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da ließ er’s ihm zu.

Und als Jesus getauft war, stieg er alsbald herauf aus dem Wasser. Und siehe, da tat sich ihm der Himmel auf, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und über sich kommen.

Und siehe, eine Stimme aus dem Himmel sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.

Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Halleluja!

Glaubensbekenntnis

Lasst uns Gott loben mit dem Bekenntnis unseres Glaubens!

Ich glaube an Gott den Vater, den Allmächtigen,

den Schöpfer des Himmels und der Erde

und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,

empfangen durch den Heiligen Geist,

geboren von der Jungfrau Maria,

gelitten unter Pontius Pilatus,

gekreuzigt, gestorben und begraben,

hinabgestiegen in das Reich des Todes,

am dritten Tage auferstanden von den Toten,

aufgefahren in den Himmel,

er sitzt zur Rechten Gottes,

des allmächtigen Vaters,

von dort wird er kommen,

zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,

die heilige, christliche Kirche,

Gemeinschaft der Heiligen,

Vergebung der Sünden,

Auferstehung der Toten,

und das ewige Leben. Amen.

Wochenlied

EG 73,1-4: Auf, Seele, auf und säume nicht

1. Auf, Seele, auf und säume nicht,

es bricht das Licht herfür;

der Wunderstern gibt dir Bericht,

der Held sei vor der Tür,

der Held sei vor der Tür.

2. Geh weg aus deinem Vaterhaus

zu suchen solchen Herrn

und richte deine Sinne aus

auf diesen Morgenstern,

auf diesen Morgenstern.

3. Gib acht auf diesen hellen Schein,

der aufgegangen ist;

er führet dich zum Kindelein,

das heißet Jesus Christ,

das heißet Jesus Christ.

4. Drum mache dich behände auf,

befreit von aller Last,

und lass nicht ab von deinem Lauf,

bis du dies Kindlein hast,

bis du dies Kindlein hast.

Predigt

über Matthäus 3,13-17 (Taufe Jesu - siehe Schriftlesung)

Liebe Mitchristen und Mitchristinnen,
die „letzte Worte“ großer Gestalten der Menschheitsgeschichte sind meistens bekannt.

Allein im Onlinelexikon Wikipedia kann man über 200 „Letzte Worte“ großer Dichter und Philosophen, Politiker und Kriegsherren finden; Sätze also, die sie – mehr oder weniger tiefsinnig! – im Angesichts des Todes ausgesprochen haben.

Und dann wird heftig darüber diskutiert, welches Licht diese Worte auf das Leben des berühmten Verstorbenen werfen und welche Botschaft sie für die Nachwelt hinterlassen könnten.

Wie ist das eigentlich mit den „Ersten Worten“?

Natürlich erinnert sich jedes Elternpaar an die ersten einigermaßen deutbaren Laute ihres Kindes. Gespannt wird gewartet, ob es „Papa“ als allererstes sagt oder „Mama“.

Natürlich erinnert sich jedes Elternpaar an die ersten einigermaßen deutbaren Laute ihres Kindes. Gespannt wird gewartet, ob es „Papa“ als allererstes sagt oder „Mama“.

Aber darum geht es mir heute nicht. Es geht mir um die ersten ernstzunehmenden Erkenntnisse großer Menschen.

Wie ist das mit „ersten Worten“ großer Gestalten der Menschheitsgeschichte? Werden die ersten wirklich großen Worte eines Menschen aufbewahrt, weitergegeben, bedacht? Eigentlich selten.

Eine Sammlung „Erster Worte“ findet man im Internet vergeblich. Hat man sie vergessen? Sind sie nicht so wichtig? Oder hat einfach damals keiner mitgeschrieben, weil man ja noch nicht wusste, dass derjenige einmal ein großer Mensch werden würde, der das jetzt sagt?

I

Dem Evangelisten Matthäus, der beim Verfassen seines Evangeliums nichts dem Zufall überlassen hat, hat ganz genau gewusst und sich bewusst entschieden, welches Wort Jesus in seinem Evangelium als allererstes sagt:

„Lass es jetzt geschehen! Denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen.“

Diese Worte sind Programm. Sie weisen bereits am Anfang des Evangeliums darauf hin, warum Jesus gekommen, und was seine Aufgabe in dieser Welt und unter den Menschen ist: Die Erfüllung des Gesetzes – ja mehr noch: die Vollendung des Gesetzes, also dessen, was Gott will.

Gehen wir einen Schritt zurück.

Mit scharfen Worten und drastischen Bildern ruft der Täufer Johannes zur Buße auf. Nicht mehr lange, so seine mahnenden Worte, hätten die Menschen Zeit, umzukehren und sich Gott zuzuwenden. Keiner solle sich in Sicherheit wiegen, gerettet zu sein, nur weil er meint zum Volk Gottes zu gehören.

Unablässig ruft Johannes zur ernstgemeinten Umkehr und fordert auf, sich taufen lassen. Denn nach ihm – so kündigt er an – käme ein Stärkerer, der mit Heiligem Geist und Feuer taufen würde. Und dieser würde alle läutern und im Feuer verbrennen, die nicht Buße getan haben und sich nicht haben taufen lassen.

Ein Stärkerer wird also angekündigt. Johannes spricht von ihm mit großer Ehrfurcht – vielleicht sogar mit Furcht.

Und nun kommt ausgerechnet Jesus, dieser Stärkere, zu Johannes und will sich taufen lassen. Will sich mit allen anderen Menschen auf eine Stufe stellen, sich demütig erweisen und die Taufe zur Vergebung der Schuld an sich selbst vollziehen lassen.

Ein Unding für Johannes!

Der Stärkere kommt zum Schwächeren?

Der Feuertäufer kommt zum Bußprediger?

Ja, auch Jesus will sich taufen lassen. So wie alle anderen Hörenden, Bußfertigen, Umkehrenden. „Jesus kam zu Johannes, uns die Demut zu lehren.“[1]

 

Oder – wie es Ambrosius, ein Kirchenvater aus dem 4. Jahrhundert – schon damals richtig erkannte: „Die Gerechtigkeit Jesu zeigte sich darin, dass er zuerst selbst tat, was er von andern forderte.“ [2]

Und damit werden wir von Zuschauern zu Angesprochenen:

Wie ist das mit uns? Was ist es denn eigentlich, was da von uns gefordert wird? Die Taufe zur Vergebung der Sünden? Die meisten von uns sind getauft worden, als sie noch klein waren. Da ist keine Erinnerung an die Taufe, schon gar nicht daran, dass wir damals bereits Schuld auf uns geladen hätten und der Buße bedurften.

Was ist es dann, das von uns gefordert wird?

In allererster Linie: Demut. In einer Welt und einer Gesellschaft, die es darauf anlegt und uns immer wieder dazu einlädt oder sogar verführt, alles dafür zu tun, dass wir uns schöner, besser, fitter und schlauer fühlen als alle anderen und uns zumindest so darstellen, als wären wir besser als alle anderen; in einer solchen Welt ist es unsere Aufgabe, der Selbstverliebtheit entschieden entgegenzutreten. Der eigenen, indem wir vor dem Spiegel nicht nur unsere Stärken bewundern, sondern auch unsere Schwächen sehen, sie uns eingestehen und etwas dagegen tun. Aber es kann durchaus auch einmal Gelegenheit geben, der Selbstverliebtheit anderer entgegenzutreten und den allzu Stolzen ihre Grenzen aufzuzeigen.

In zweiter Linie erwartet Jesus Liebe von uns, die warmherzig ist. Indem wir hinschauen, wo andere in Not sind; zuhören, wenn andere etwas auf dem Herzen haben; von uns selbst absehen, wenn andere von sich erzählen; und heilende Worte sagen, wenn wir erkennen, dass ein anderer an seelischen oder körperlichen Wunden leidet.

Und in dritter Linie wird von uns Liebe gefordert, die tätig wird. Zuhören, Hinschauen und Reden allein helfen nicht immer, und sei es auch noch so liebevoll gemeint. Oft hilft einfach nur eins: Zupacken und Helfen. Schenken und Teilen. Verzichten und Opfern. Auch wenn es schwer fällt.

Allein das alles steckt schon in diesem einen Wort, dem ersten Wort, das Jesus im Matthäusevangelium spricht:

„Lass es jetzt geschehen! Denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen.“

II

Aber noch ein zweites Wort war dem Evangelisten Matthäus wichtig. So wichtig, dass die Schilderung, wie nun die Taufe Jesu dann tatsächlich vollzogen wurde, fast in den Hintergrund rückt.

Es sind die Worte der Himmelsstimme:

„Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“

Haben wir nicht im Ohr, dass diese Himmelsstimme „Du“ gesagt hat? Richtig: Bei Markus und bei Lukas klingt es anders: „Du bist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“ Warum hat Matthäus das abgeändert?

Bei Lukas und Markus wird Jesus durch die Taufe zum Gottessohn. Proklamiert, adoptiert, wie immer man es nennen oder deuten mag. Im Matthäusevangelium ist das anders: Hier ist Jesus von Anfang an der Gottessohn, seit seiner Geburt. Er wird es nicht erst durch die Taufe. Die Himmelsstimme richtet sich nicht mehr an Jesus selbst; denn der weiß ja schon Bescheid, wer er ist und welche Aufgabe er in dieser Welt hat. Die Himmelsstimme richtet sich an Johannes den Täufer und an die Volksmassen, die drum herum stehen und zusehen. Im Kapitel 3 wird ja geschildert, dass Menschen nicht nur aus Jerusalem, sondern auch ganz Judäa und aus allen Ländern am Jordan zu Johannes dem Täufer gekommen waren.

Sie alle hören das Bekenntnis der Himmelsstimme zu Jesus, dem Gottessohn. Und mit ihnen lesen es alle Leser des Evangeliums, alle, denen das Evangelium vorgelesen wird: die ganze christliche Gemeinde: „Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“

Und schon wieder werden wir von Zuschauern zu Angesprochenen: Hast du das gehört? Hast du das verstanden? Wer ist Jesus für dich?

Nur ein Vorbild der Demut? Ein Vorbild der warmherzigen und tätigen Liebe? Des sittlichen Handelns? Eine Autorität deines Gewissens?

Jesus von Nazareth ist mehr als ein guter Mensch, der liebte und heilte. Der predigte und tröstete. Der Überhebliche warnte und Kinder segnete.

Er war und ist zugleich der Mensch, der Gott am nächsten stand und in ganz besonderer Weise von seiner Kraft und seiner Liebe erfüllt war. Vielleicht war er genau aus diesem Grund auch zu all dem fähig, was uns einfachen Christen in der Nachfolge oft so unsagbar schwer fällt: demütig sein, friedfertig sein, lieben.

So werden auch uns bis auf den heutigen Tag zwei der wichtigsten Botschaften des Evangeliums in dieser Geschichte von der Taufe Jesu deutlich. Zwei der wichtigsten Säulen unseres Glaubens:

1. Wir glauben, dass Jesus von Nazareth der ist, der uns den Himmel öffnet und uns Gott offenbart. Wer ihn sieht und hört, der sieht und hört Gott selbst, unseren Vater. Wer sich ihm innerlich fest anschließt, der schließt sich Gott an und spürt dessen Kraft.

So ist uns Jesus zur Tür geworden, zur Brücke, zum Weg, Gott nahe zu kommen.

2. Und wir sind davon überzeugt, dass Jesus von Nazareth der ist, der sich als Allererster ganz und gar dem Willen Gottes unterstellt hat. Er fühlte sich nicht als etwas Besseres, als etwas Höheres. Sondern er stellte sich mit uns Menschen auf eine Stufe: ein Mensch, unter das Gesetz getan. Und er war gehorsam.

So ist uns Jesus zum Vorbild geworden. Zum Vorbild der Demut und des Gehorsams. Bis zum Ende.

Es sind nur fünf biblische Verse. Die Geschichte von Jesu Taufe. In dieser kurzen und eindrücklichen Geschichte werden jedoch zwei der wichtigsten Säulen unseres Glaubens auf Grund gestellt: Das Licht unserer Gottesliebe und die Demut unseres Handelns.

Wir können dieses neue Jahr eigentlich nicht schöner beginnen, als damit, dass wir uns auf diese beiden Säulen unseres Glaubens neu besinnen und neu verlassen.

Das weihnachtliche Licht in den Herzen, wissend, dass Jesus der ist, der uns den Himmel geöffnet hat, und das Vorbild des demütigen und gehorsamen Jesus von Augen, der geliebt und gelitten hat, um den Willen Gottes nicht nur zu erfüllen, sondern zu vollenden, mit diesem Licht im Herzen und diesem Vorbild vor Augen, kann der Weg in das neue Jahr nur ein guter Weg werden. Amen.

 

[1] Dionysius bar Salibi, 117.

[2] Ambrosius von Mailand, PL 15, 1586.

Lied nach der Predigt

EG 66,1+7: Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude

1. Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude;

A und O, Anfang und Ende steht da.

Gottheit und Menschheit vereinen sich beide;

Schöpfer, wie kommst du uns Menschen so nah!

Himmel und Erde, erzählet's den Heiden:

Jesus ist kommen, Grund ewiger Freuden.

7. Jesus ist kommen, die Quelle der Gnaden:

komme, wen dürstet, und trinke, wer will!

Holet für euren so giftigen Schaden

Gnade aus dieser unendlichen Füll!

Hier kann das Herze sich laben und baden.

Jesus ist kommen, die Quelle der Gnaden.

Fürbittengebet

Barmherziger Gott,

du hast die Weisen aus dem Morgenland durch den Stern zur Krippe geführt und ihnen deinen Sohn offenbart. 

Sie haben ihm kostbare Geschenke gebracht. 

Wir dürfen heute unsere Sorgen und Ängste mit zur Krippe bringen:

Wir bringen zur Krippe die Sorge um unsere Kirche. Nimm Kleinglauben und Müdigkeit von uns und stärke uns durch den Gedanken, dass es ja deine Kirche ist und nicht unsere, ein Werkzeug deiner Liebe für die ganze Welt.

Wir bringen zur Krippe die Not der Völker. Die Menschen, die sich in mörderischen Kriegen begegnen, die auf der Flucht sind, denen das Notwendigste zum Leben fehlt.

Wir bringen zur Krippe die Menschen, die zweifeln. Die dich suchen und die dich nicht finden, weil sie das Vertrauen in dich und in die Kirche verloren haben. 

Wir bringen zur Krippe die Menschen, die gestorben sind, die kranken Menschen, die Trauernden und die, die Angst vor dem Leben haben.

Zuletzt bringen wir uns selbst zur Krippe. 

Wenn wir manchmal nicht weiterwissen, wenn wir Angst haben vor dem Weg zurück in den Alltag, wenn das Licht der Weihnacht sich verdunkelt.

In der Stille bringen wir Dir alles an die Krippe, was uns heute Morgen auf dem Herzen liegt.

Gebetsstille

Wir bitten Dich, erhöre unsere Gebete. Amen.

Vaterunser

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe,

wie im Himmel,

so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute

und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Schlusslied

EG 440,4+5
(Melodie: All Morgen ist ganz frisch und neu)

4. Den Tag, Herr, deines lieben Sohns

lass stetig leuchten über uns,

damit, die wir geboren blind,

doch werden noch des Tages Kind'

5. und wandeln, wie's dem wohl ansteht,

in dessen Herzen hell aufgeht

der Tag des Heils, die Gnadenzeit,

da fern ist alle Dunkelheit.

Segen

Geht hin unter dem Segen des Herrn:

Der Herr segne Euch und behüte Euch.

Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über Euch und sei Euch gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht über Euch und gebe Euch Frieden +. Amen.

Musikalischer Ausklang

Johann Sebastian Bach - Kantate „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ (BWV 1), 1. Chorus, Chor und Orchester der J. S. Bachstiftung St. Gallen, Schweiz
Musikalische Leitung: Rudolf Lutz

Gekürzte Fassung (2 Minuten):

Originalfassung (7.30 Minuten):

_____________________________________

 

Ich danke meinem Mann,
Prof. Dr. Werner Zager,
für das Einspielen der Choräle

 

und Herrn
Kantor Stefan Kauffmann

für die Beratung bei der Auswahl
des Vor- und Nachspiels.

 

 

Den nächsten Onlinegottesdienst feiern wir am 3. Sonntag nach Epiphanias, 24. Januar 2021.
Herzliche Einladung zum Mitfeiern!

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Evangelische Friedrichsgemeinde Worms