Friedrichsgemeinde Worms Erntedankfest 2020
Friedrichsgemeinde Worms Erntedankfest 2020

16. Sonntag nach Trinitatis

Abendgottesdienst nach Taizé

Thema:
„Gott ist liebevoll und streng wie ein Vater.“
(Psalm 103,13)

Bitte stellen Sie sich für diesen Gottesdienst drei Kerzen zurecht. Auch wir in der Friedrichskirche zünden während des Abendgottesdienstes im Zuge des Eingangsvotums drei Kerzen nacheinander an.

Abkürzungen:

L =                  Liturg/in

G =                 Gemeinde (alle)

S1/2/3 =          Sprecher/in 1/2/3 (Lektoren)

 

Sollten Sie als Familie oder im Freundeskreis diesen Gottesdienst feiern, können diese Textstellen mit verteilten Rollen gelesen werden.

Wenn Sie diesen Onlinegottesdienst alleine feiern, sprechen/lesen Sie bitte alle Texte fortlaufend.

 

Instrumentalmusik aus Taizé

Liedtext:
Christus spricht: „Frieden, Frieden Den Frieden lasse ich euch; meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz verzage nicht!“

Frieden Frieden.mp3
MP3-Audiodatei [8.2 MB]

L Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen!

G Woher kommt mir Hilfe?

S1 Meine Hilfe kommt von Gott,

der Himmel und Erde gemacht hat.

Taizé - Nada te turbe.mp3
MP3-Audiodatei [11.1 MB]

Eingangsvotum

Wenn Sie diesen Onlinegottesdienst alleine feiern, sprechen Sie bitte alle Texte hintereinander:

S1 Ich zünde ein Licht an im Namen Gottes des Vaters,

er hat die Welt erleuchtet

und den Atem des Lebens in mich gehaucht.

Zündet ein erstes Licht an.

S2 Ich zünde ein Licht an im Namen Jesu Christi,

des Gotteskindes

er hat die Welt errettet

und seine Hand nach mir ausgestreckt.

Zündet ein zweites Licht an.

S3 Ich zünde ein Licht an im Namen der Kraft des Heiligen Geistes.

Sie umfasst die Welt und heiligt mein Leben mit Sehnsucht.

Zündet ein drittes Licht an.

Psalm

Wenn Sie diesen Onlinegottesdienst alleine feiern, sprechen Sie bitte alle Texte hintereinander:

Ich will den Herrn loben allezeit; sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein.

Meine Seele soll sich rühmen des Herrn,

dass es die Elenden hören und sich freuen.

Preiset mit mir den Herrn und lasst uns miteinander seinen Namen erhöhen!

Da ich den Herrn suchte, antwortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht.

Die auf ihn sehen, werden strahlen vor Freude, und ihr Angesicht soll nicht schamrot werden.

Als einer im Elend rief, hörte der Herr und half ihm aus allen seinen Nöten.

Der Engel des Herrn lagert sich um die her, die ihn fürchten, und hilft ihnen heraus.

Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist. Wohl dem, der auf ihn trauet!

Fürchtet den Herrn, ihr seine Heiligen! Denn die ihn fürchten, haben keinen Mangel.

Psalm 34,2-10

Taize Laudate omnes gentes.mp3
MP3-Audiodatei [8.8 MB]

Gedanken zum Thema 1

 

„Brüder – überm Sternenzelt muss ein lieber Vater wohnen.“ – wer kennt sie nicht, diese berühmten Worte Friedrich Schillers, die Beethoven in seiner Ode an die Freude vertont hat!

„Brüder – überm Sternenzelt muss ein lieber Vater wohnen.“ – Im Chor der neunten Sinfonie wird das Wort „muss“ musikalisch kräftig betont. Wir aber wollen uns heute dem Vaterbild ein bisschen annähern.

Und ich lade sie zu einer ersten Stille ein:

Wie stellen Sie sich Gott, den Vater, vor?

Überm Sternenzelt? Ist er wirklich männlich? Was für ein Vater ist er? Ein strenger Vater? Ein gütiger Vater?

Oder einer, der uns in die Eigenverantwortung überlassen hat, und nun nicht mehr nach uns sieht?

 

Stille

 

Evangeliumslesung

Wir lesen aus dem Lukasevangelium im 15. Kapitel: Das Gleichnis vom verlorenen Sohn. Dieses Gleichnis ist zugleich auch der Predigttext:

Es nahten sich Jesus aber alle Zöllner und Sünder, um ihn zu hören.

Und die Pharisäer und die Schriftgelehrten murrten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und isst mit ihnen.

Und er sprach: Ein Mensch hatte zwei Söhne.

Und der jüngere von ihnen sprach zu dem Vater: Gib mir, Vater, das Erbteil, das mir zusteht. Und er teilte Hab und Gut unter sie.

Und nicht lange danach sammelte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land; und dort brachte er sein Erbteil durch mit Prassen.

Als er aber alles verbraucht hatte, kam eine große Hungersnot über jenes Land und er fing an zu darben und ging hin und hängte sich an einen Bürger jenes Landes; der schickte ihn auf seinen Acker, die Säue zu hüten. Und er begehrte, seinen Bauch zu füllen mit den Schoten, die die Säue fraßen; und niemand gab sie ihm.

Da ging er in sich und sprach: Wie viele Tagelöhner hat mein Vater, die Brot in Fülle haben, und ich verderbe hier im Hunger! Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir. Ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße; mache mich einem deiner Tagelöhner gleich!

Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater.

Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und es jammerte ihn, und er lief und fiel ihm um den Hals und küsste ihn. Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße.

Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringt schnell das beste Gewand her und zieht es ihm an und gebt ihm einen Ring an seine Hand und Schuhe an seine Füße und bringt das gemästete Kalb und schlachtet‘s; lasst uns essen und fröhlich sein! Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an, fröhlich zu sein.

Aber der ältere Sohn war auf dem Feld. Und als er nahe zum Hause kam, hörte er Singen und Tanzen und rief zu sich einen der Knechte und fragte, was das wäre. Der aber sagte ihm: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das gemästete Kalb geschlachtet, weil er ihn gesund wiederhat.

Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Da ging sein Vater heraus und bat ihn.

Er antwortete aber und sprach zu seinem Vater: Siehe, so viele Jahre diene ich dir und habe dein Gebot nie übertreten, und du hast mir nie einen Bock gegeben, dass ich mit meinen Freunden fröhlich wäre. Nun aber, da dieser dein Sohn gekommen ist, der dein Hab und Gut mit Huren verprasst hat, hast du ihm das gemästete Kalb geschlachtet.

Er aber sprach zu ihm: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir und alles, was mein ist, das ist dein.

Du solltest aber fröhlich und guten Mutes sein; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist wiedergefunden.

Stille

Gedanken zum Thema 2

Wie ist das denn nun mit Gott, dem Vater?

Ist er ein strenger Vater? Ein gütiger Vater?

Oder einer, der uns in die Eigenverantwortung überlassen hat, und nun nicht mehr nach uns sieht?

Das Gleichnis vom verlorenen Sohn zeigt uns Gottes wahre Natur:

Ja, Gott überlässt uns der Eigenverantwortung. Er lässt uns als mündige und erwachsene Menschen in unser Leben hineingehen und unsere eigenen Entscheidungen treffen.

Aber er hat uns auch mit klaren Worten gesagt, was gut ist und was nicht. „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“ (Micha 6,8)

So wie wir es als Vater oder als Mutter unseren Kindern mitgeben, wie sie ein gutes, gerechtes und erfolgreiches Leben führen sollen. Aber bei uns ist es nur ein Rat, den wir unseren Kindern mitgeben.

Bei Gott ist es ein Anspruch: Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“ (Micha 6,8)

Wer nicht danach handelt und sein ganzes Leben auf Selbstsucht und Gottesferne baut, der wird die Strenge des Vaters spüren und seine Heimat verlieren.

Wer aber umkehrt, und erkennt, dass das Gebot Gottes richtig ist und seine Worte wahr,
Wer das erkennt und danach handelt, der wird von Gott mit Liebe und Barmherzigkeit willkommen geheißen – im Zuhause.

 

Stille

Sanctus Kanon.mp3
MP3-Audiodatei [1.5 MB]

Gebet

Lieber Vater,

hilflos und ratlos stehen wir vor dir in diesen Tagen. Hatten wir doch so sehr gehofft, dass wir einer zweiten Corona-Welle entgehen könnten.

Nun aber ist die Gefahr wieder da – und steigt für uns alle.

Lass uns nicht Schuldige suchen oder mit Fingern auf diejenigen zeigen, die unserer Meinung nach dafür verantwortlich sind, dass das Virus sich erneut unter uns ausbreitet.

Bewahre uns vor dem Gerede der Verschwörungstheoretiker und von der Hetze gegen unsere Regierung und vor der Suche nach Sündenböcken – sondern mache uns alle besonnen und vorsichtig.

Lass uns dankbar erkennen, wie gut es uns hier geht - im Vergleich zu vielen anderen Ländern, und nicht nachlassen im Respekt und in der Rücksichtnahme auf ander.

Lass uns nicht alleine in diesen schwierigen Tagen, sondern nimm uns in Deine väterlichen Arme. Schenke uns Geborgenheit und Schutz und zeige uns den richtigen Weg. Amen.

Vater unser

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe,

wie im Himmel,

so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute

und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Segensbitte

Wenn Sie diesen Onlinegottesdienst alleine feiern, sprechen Sie bitte alle Texte hintereinander:

L In deine Hände gebe ich meinen Geist,

du hast mich erlöst.

G Unser Gott im Himmel,

festige dein Reich für immer

und walte über uns auf ewig.

S1 Er schläft und schlummert nicht, der Hüter Israels

S2 Eine ruhige Nacht und ein seliges Ende

Gewähre uns der gütige und menschenfreundliche Gott,

S3 der Vater und der Sohn und der heilige Geist.

G Amen.

Instrumentalmusik aus Taizé

De Noche

Liedtext:
In dunkler Nacht woll’n wir ziehen,
lebendiges Wasser finden.
Nichts als der Durst wird uns leuchten,
nichts als der Durst wird uns leuchten.

De Noche.mp3
MP3-Audiodatei [1.9 MB]

Den nächsten Onlinegottesdienst feiern wir am Sonntag, 4. Oktober 2020, dem Erntedankfest.

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