Friedrichsgemeinde Worms
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3. Advent

„Stärkt die müden Hände
und macht fest die wankenden Knie!“

Jesaja 35,4

Gottesdienst am 3. Advent,
13. Dezember 2020,
10 Uhr in der Friedrichskirche

Orgelvorspiel

Begrüßung

Ein herzliches Willkommen zu unserem heutigen Gottesdienst!

Der Frauengottesdienst im Advent wird normalerweise von mehreren Frauen aus der Friedrichsgemeinde und der Dreifaltigkeitsgemeinde vorbereitet und auch gestaltet.

In diesem Jahr ist dies leider nicht möglich gewesen. Aber die Frauen haben ihre Gedanken zu diesem Gottesdienst mit eingebracht in den Inhalt unserer Gebete und Meditationen.

So sind wir doch miteinander verbunden. Männer und Frauen. Hoffnungsvolle und Verzweifelte. Traurige und Fröhliche. Und Gott ist mitten unter uns.

Wir beginnen unseren Gottesdienst mit dem ersten Lied, das Sie zuhause gerne mitsingen dürfen. Im Präsenzgottesdienst spielt dieses Lied Friedrichs Flötenkreis, und die Besuchenden lesen den Text mit.

Eingangslied

EG 11,1+2+4: Wie soll ich dich empfangen

Wie soll ich dich empfangen und wie begegn ich dir, o aller Welt Verlangen, o meiner Seelen Zier? O Jesu, Jesu, setze mir selbst die Fackel bei, damit, was dich ergötze, mir kund und wissend sei.

Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin, und ich will dir in Psalmen ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß.

Ich lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los; ich stand in Spott und Schanden, du kommst und machst mich groß und hebst mich hoch zu Ehren und schenkst mir großes Gut, das sich nicht lässt verzehren, wie irdisch Reichtum tut.
 

Eingangsvotum

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Psalm

Wenn Sie den Hausgottesdienst mit mehreren Personen feiern, wechseln Sie sich bitte ab. Feiern Sie für sich, dann sprechen Sie den Psalm als Ganzes.

Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.

Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.

Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.

Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.

Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.

Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.

Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.

Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich.

Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und allerlei Böses gegen euch reden und dabei lügen.

Seid fröhlich und jubelt; es wird euch im Himmel reichlich belohnt werden. Denn ebenso haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind.

Freut euch und singt laut, weil euer Lohn bei Gott groß ist.

(Die Seligpreisungen, Matthäus 5,3-12)

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Loblied

EG 13,1+3: Tochter Zion, freue dich

EG 13 - Tochter Zion.mp4
MP3-Audiodatei [3.6 MB]

Tochter Zion, freue dich, jauchze laut, Jerusalem! Sieh, dein König kommt zu dir, ja er kommt, der Friedefürst. Tochter Zion, freue dich, jauchze laut, Jerusalem!

Hosianna, Davids Sohn, sei gegrüßet, König mild! Ewig steht dein Friedensthron, du, des ewgen Vaters Kind. Hosianna, Davids Sohn, sei gegrüßet, König mild!

Dank in Coronazeiten

Eigentlich sollten hier jetzt acht Frauen stehen und diesen Gottesdienst mit mir feiern. Aber diesen Gottesdienst nun ganz ohne Mitchristen und ihre Gedanken feiern? Das wollte ich ja nun doch nicht!

Also habe ich sie gefragt! Sag mir, wie geht es Dir in dieser merkwürdigen und schwierigen Zeit?

Gibt es denn nicht auch Dinge, die Du gerade jetzt in dieser Coronazeit genießt und wiedergewonnen hast? Welche Freude stärkt Deine Hände, Deine Knie, Dein Herz zur Zeit?

Hilft Dir Dein Glaube? Wenn ja, wie?

Ich möchte Ihnen Anteil geben an dem, was mir Männer und Frauen geantwortet haben.

Selten habe ich so viele unerwartete Anrufe bekommen wie jetzt und intensive Gespräche geführt, zu denen wir sonst kaum Zeit hatten.

Selten hatte ich so viel Zeit, Liegengebliebenes aufzuarbeiten. Dadurch, dass so viele Termine entfallen, habe ich mehr Zeit für mich. Ich bin dankbar für diese Entlastung!

Mich stärkt der Austausch mit anderen Menschen. Denn wir reden nicht mehr über Belangloses, sondern oft über die Erkenntnis, dass es und eigentlich allen ähnlich geht. Dann fällt manchmal der Satz: „… Für irgend ebbes wird‘s vielleicht auch gut sein…“ – und so machen wir uns gegenseitig Hoffnung.

Genau dasselbe hat mir eine andere Frau geschrieben: Es hat alles sein Gutes – auch die Kontaktsperren der Coronazeit. Ich finde die ruhige Adventszeit gar nicht so schlecht, ohne den „Weihnachtsfeier- und Essensgeh“-Marathon". So komme ich mehr zur Ruhe.

Ich bin mehr draußen in der Natur. „Abstand-Spaziergänge“ nennen wir unser Erfindung – wenn wir in unterschiedlichen Zweiergrüppchen unterwegs sind.

Fast das gleiche antwortete mir auch eine andere Frau: Es gibt mir unendlich viel Kraft und Freude, wenn ich mit meinem geliebten Mann und unserem lebhaften Pudel in Gottes wunderbarer Natur wandern können.

Ein Mitchrist antwortet sehr nachdenklich: Ich gewinne dieser Zeit etwas anderes Positives ab: Wir haben durch Corona jetzt die große Chance, endlich umzudenken! Diese Pandemie kam ja nicht unvermittelt. Der Klimawandel, die Globalisierung von Handel, Wirtschaft und Tourismus haben großen Anteil daran, dass wir so verletzlich geworden sind. Jetzt ist die Chance, eine Wende herbeizuführen.

Mir hilft das Gebet und vor allem Zeiten der Stille/Meditation mit einem Bibeltext – sie lassen mich zur inneren Ruhe kommen.

Besonders dankbar bin ich für die Gemeinschaft, die ich auf der Arbeit und in der Kirchengemeinde erlebe. Wir erleben es bewusster, zusammen zu sein – wenn auch nur in kleineren Gruppen und auf Abstand.

Und gerade in meiner momentanen Lage, dass mir mein abenteuerlustiges Kätzchen immer wieder entwischt, erlebe ich Unterstützung von lieben Mitchristen aus unserer Friedrichsgemeinde, die einfach unglaublich lieb und hilfsbereit sind.

Mir ist bewusst geworden, dass Ausgehen, Freunde Treffen oder Shopping mir garnicht mehr so wichtig sind. Die moderne Technik ermöglicht uns ja trotzdem, die Kontakte zu unseren Kindern und Enkelkindern zu pflegen.

Aber auch wenn ich glücklich und dankbar bin über die Liebe und die tatkräftige Fürsorge meiner einen Tochter und der Enkel – die körperliche Nähe zu unseren Kindern und Enkelkindern in der Nähe und in der Ferne fehlt mir aber trotzdem sehr!

Nehmen Sie sich einen Augenblick der Stille und befragen Sie sich selbst: Was gibt es, was ich in dieser so ganz anderen Adventszeit genieße. Wofür habe ich Grund, zu danken?

Stille

Gebet

Barmherziger Gott,
gerade in dunkler Zeit lässt Du uns das Licht des Advents leuchten.

Und gerade in schwieriger Zeit gibst Du uns Grund, dankbar zu sein. Wir wissen Du bist da. Du begleitest uns durch jedes dunkle Tal, und beschenkst uns in allen Einschränkungen und Problemen immer wieder mit schönen und intensiven Erlebnissen.

Dafür danken wir Dir! Amen.

Danklied      

EG 12,1+4: Gott sei Dank durch alle Welt

Gott sei Dank durch alle Welt, der sein Wort beständig hält und der Sünder Trost und Rat zu uns her gesendet hat.

Was der alten Väter Schar höchster Wunsch und Sehnen war und was sie geprophezeit, ist erfüllt in Herrlichkeit.

Zions Hilf und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jungfrau Sohn, der wohl zweigestammte Held hat sich treulich eingestellt.

Sei willkommen, o mein Heil! Dir Hosianna, o mein Teil! Richte du auch eine Bahn dir in meinem Herzen an.

Klage in Coronazeiten

Gedanken, Gebet und Stille

Meine zweite Frage war: Was vermisst Du ganz besonders? Was macht Deine Hände und Deine Knie zur Zeit müde?

Hören Sie die zum Teil völlig gegensätzlichen Antworten:

Schon wieder ist eine Woche vorbei, ohne ein Treffen mit meinen Patchworkerinnen, mit der Friedrichs Flötenkreis oder mit den Reisefreunden. Ich vermisse diese Treffen so sehr!

Eine andere antwortet: Es mag paradox klingen, aber die Untätigkeit erschöpft mich sehr. Wir planen etwas, wir freuen uns auf etwas – und dann müssen wir warten, ob es überhaupt so stattfinden kann. Dieses Warten, diese Spannung, das ist für mich schwer zu ertragen.

Das, was ich am meisten vermisse – sagt einer der befragten Männer – sind die Begegnungen mit Menschen auf Augenhöhe. Es gibt keine kulturellen Veranstaltungen mehr, keine Gesprächsrunden, keine Konzerte, keine Bildungsreisen, keine Vorträge. Schulen, Universitäten, Musikschulen arbeiten nur mit einem Bruchteil ihrer Kraft. Das ist ein großer Verlust für uns alle.

Eine Mutter schreibt: Ich bekomme regelrecht Bauchschmerzen, wenn ich mich nur im engsten Familienkreis zum Mittagessen oder Kaffee trinken treffe. Wir sind zwar zahlenmäßig nicht so viele – aber eben aus zu vielen Haushalten. Und so bekommt jedes Treffen ein Geschmäckle von Illegalität – das macht dann keine Freude mehr.

Mir geht es genauso, sagt eine andere: Was sonst so selbstverständlich war, und was mich immer so glücklich gemacht hat, muss ich mir jetzt versagen: das Zusammensein mit meinen Geschwistern, das Zusammensein mit meinen Kindern und mit meinen Freundinnen. Sie fehlen mir alle schrecklich.

Menschenmassen vermisse ich nicht – ich brauche keinen Weihnachtsmarkt oder das Gedränge in den Geschäften – was mir aber fehlt ist die Unbeschwertheit der einzelnen Begegnungen. Wie gerne würde ich jemanden mal wieder in den Arm nehmen. Oder ihn anlachen und ansprechen ohne Maske.

Eine andere vermisst den Sport. Unsere Körper und Gelenke werden müde, weil wir unhs viel zu wenig bewegen. Ich vermisse den Wassersport, diese Leichtigkeit, die mir der Auftrieb im Wasser schenkt. Wie gerne würde ich wieder auf der Schwimmnudel schwimmradeln und mit erzählend mit meinen Freundinnen im Wasser unsere Bahnen ziehen.

Wenn zu Corona auch noch ein Reumaschub dazukommt, dann mag man über die Begriffe Knie und Hände garnicht lange nachdenken. Denn die müssen nicht nur wegen Corona ruhen, sondern wegen der Schmerzen, die mich quälen.

Durch Corona ist mir deutlich geworden, was eigentlich schon immer galt, aber gerne vergessen wird: Der Tod kann ganz plötzlich vor der Tür stehen.

Jetzt ist wieder eine Woche vorbei ohne die Treffen mit den Patchworkerinnen, der Flötengruppe und den Reiseffreunden. Diese regelmäßigen Treffen vermisse ich ganz besonders.

Nehmen Sie sich einen Augenblick der Stille und befragen Sie sich selbst: Was vermissen Sie ganz besonders? Was macht Ihre Hände und Ihre Knie zur Zeit müde?

Stille

Gebet

Barmherziger Gott, höre unsere Klage.

Wir sind voller Angst und auch voller Traurigkeit.
Die Pandemie nimmt uns so vieles, was wir lieben.
Sie bedroht unsere Gesundheit.
Sie bedroht sogar unser Leben.

Wir bitten Dich: Erbarme Dich unser! Amen.

Klagelied

EG 7,4+6: O Heiland reiß die Himmel auf

Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt, darauf sie all ihr Hoffnung stellt? O komm, ach komm vom höchsten Saal, komm, tröst uns hier im Jammertal.

Hier leiden wir die größte Not, vor Augen steht der ewig Tod. Ach komm, führ uns mit starker Hand vom Elend zu dem Vaterland.

Lesung (Jesaja 35 in Auswahl)

Die Wüste und Einöde wird frohlocken, und die Steppe wird jubeln und wird blühen wie die Lilien.

Die Menschen sehen die Herrlichkeit des Herrn, die Pracht unsres Gottes.

Stärkt die müden Hände und macht fest die wankenden Knie!

Sagt den verzagten Herzen: „Seid getrost, fürchtet euch nicht! Seht, da ist euer Gott!

Gott, kommt und wird euch helfen.“

Dann werden die Augen der Blinden aufgetan und die Ohren der Tauben geöffnet werden.

Denn es werden Wasser in der Wüste hervorbrechen und Ströme im dürren Lande, und wo es zuvor trocken gewesen ist, sollen Teiche stehen, und wo es dürre gewesen ist, sollen Brunnquellen sein.

Die Erlösten des Herrn werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen.

Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott den Vater,
den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde
und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,

hinabgestiegen in das Reich des Todes,

am dritten Tage auferstanden von den Toten,

aufgefahren in den Himmel,

er sitzt zur Rechten Gottes,

des allmächtigen Vaters,

von dort wird er kommen,

zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,

die heilige, christliche Kirche,

Gemeinschaft der Heiligen,

Vergebung der Sünden,

Auferstehung der Toten,

und das ewige Leben. Amen.

Hoffnungslied

EG 1,1: Macht hoch die Tür

EG 1,1 Macht hoch die Tür.mp3
MP3-Audiodatei [7.7 MB]

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit;
es kommt der Herr der Herrlichkeit,
ein König aller Königreich,
ein Heiland aller Welt zugleich,
der Heil und Leben mit sich bringt;
derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott,
mein Schöpfer reich von Rat.

 

Hoffnung in Coronazeiten

Gedanken, Gebet und Stille

Hoffnung, dass ist es, was unsere Hände und Füße in diesen schwierigen Tagen stärken kann.

Dazu möchte ich Ihnen ein polnisches Sprichwort mitgeben:

Wer die Hoffnung vor seinen Wagen spannt,
fährt doppelt so schnell.

Hören wir darauf, was unsere Mitchristen an Hoffnung in sich tragen – und das muss ich dazu sagen: das bin nicht ich, die das so schön formuliert hat, das waren Frauen aus unseren Gemeinden:

Mein Glaube hilft mir sehr, trotz Angst und Unsicherheit die Hoffnung zu behalten. Denn ich bin fest davon überzeugt, dass es nach jeder Wüstenzeit auch wieder Freudenzeiten geben wird.

Ja, unser Leben geht nach dem Plan eines anderen, nach einem höheren Plan. So muss und kann ich – so schwer es mir fällt – nicht immer verstehen, was Gott mit uns vorhat. Aber ich weiß, dass er uns zu einem guten Ziel führt. Deshalb gilt für mich die Zusage: Fürchte dich nicht!

Ganz ähnlich beschreibt eine andere ihre Hoffnung: Das Evangelium sagt mir , dass ich nach dem Ende meines Lebens nicht in ein großes schwarzes Loch verschwinde, sondern in die Liebe und Herrlichkeit Gottes aufgenommen werde, und dass ich schon jetzt und hier in seinen Händen geborgen bin.

Wieder eine andere hat eine ganz konkrete Hoffnung: Ich hoffe auf einen baldigen Impfstoff für uns alle. Meine ganze Hoffnung beruht darauf, damit diese Einschränkungen nicht nur gelockert, sondern wieder aufgehoben werden können.

Und dann? Was wird dann? Das war meine Frage zu guter Letzt: Was wirst Du machen, wenn das alles einmal vorbei ist?

Die schönste Antwort war die: Mich freuen!

Eine zweite schreibt: Ich möchte meinen 60. Geburtstag nachfeiern.

Eine andere wird erst einmal ihre Freunde und Freundinnen umarmen. Sie wird endlich wieder ins Hallenbad gehen – und sich mit Sangesgeschwistern im Chor treffen und dort frisch und frei singen.

Vielleicht veranstalte ich ein großes Familientreffen, schreibt eine andere. Und ganz sicher werde ich endlich einmal wieder ohne Maske in der Stadt bummeln gehen.

Wir werden endlich wieder Veranstaltungen aufleben lassen, Vorträge, Konzerte, Bildungsreisen und das kulturelle Leben wieder aufleben lassen.

Einer hat nur einen ganz bescheidenen Wunsch: Meinen besten Freund endlich wiedersehen. Das wäre das allerschönste.

Und ich – das sage ich jetzt mal ganz persönlich – ich werde unseren Flötenkreis zusammentrommeln, meine Geschwister einladen, endlich unsere Mitchristen*innen mit Handschlag oder Umarmung begrüßen. Und ich werde es genießen, wenn wir in unserer Friedrichskirche wieder dicht an dicht sitzen dürfen und lauthals Gottes Loblieder schmettern können.

Nehmen Sie sich einen Augenblick der Stille und träumen Sie einmal selbst: Was werden Sie tun, wenn der Coronavirus besiegt ist und die Beschränkungen fallen?

Stille

Gebet

Barmherziger Gott,
Du bist ein Gott der Hoffnung. Wir bitten Dich: lass unsere Hoffnungen nicht zuschanden werden.

Führe uns aus diesem Tal der Ängste hinaus in die Freiheit und in eine neue, besonnene Zukunft. Amen.

Stärkungslied

EG 432,1-3: Gott gab uns Atem, damit wir leben

1. Gott gab uns Atem, damit wir leben. Er gab uns Augen, dass wir uns sehn. Gott hat uns diese Erde gegeben, dass wir auf ihr die Zeit bestehn. Gott hat uns diese Erde gegeben, dass wir auf ihr die Zeit bestehn.

2. Gott gab uns Ohren, damit wir hören. Er gab uns Worte, daß wir verstehn. Gott will nicht diese Erde zerstören. Er schuf sie gut, er schuf sie schön. Gott will nicht diese Erde zerstören. Er schuf sie gut, er schuf sie schön.

3. Gott gab uns Hände, damit wir handeln. Er gab uns Füße, daß wir fest stehn. Gott will mit uns die Erde verwandeln. Wir können neu ins Leben gehn. Gott will mit uns die Erde verwandeln. Wir können neu ins Leben gehn.

Fürbitten in Coronazeiten

Wir bitten für die Menschen, die wir lieben:
unsere Mütter und Väter,
unsere Großeltern,
unsere Partner, unsere Kinder und Enkel,
unsere Freunde nah und fern.
Umfange sie mit der Wärme Deiner Liebe.

Wir bitten für die Alleinstehenden,
für die Isolierten,
für die Menschen auf der Straße.
Umfange sie mit der Wärme Deiner Liebe.

Wir bitten für die Flüchtenden,
für die Menschen im Krieg,
für die Hungernden und Kranken auf der ganzen Erde.
Umfange sie mit der Wärme Deiner Liebe.

Wir bitten für die Sterbenden,
für die Trauernden und Hinterbliebenen.
Für die, die dem Virus zum Opfer gefallen sind.
Umfange sie mit der Wärme Deiner Liebe.

Wir bitten für die Kranken
und die, die ihnen beistehen und helfen.
Für die Ärztinnen und Ärzte
für die Krankenpfleger und Krankenschwestern,
für die Mediziner und Forscher,
für die Menschen, die die politische Verantwortung tragen in dieser Zeit,
für alle, die dafür sorgen, dass das Leben weitergeht.
Umfange sie mit der Wärme Deiner Liebe. Amen.

Vater unser

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme. Dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute

und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Segen

Geht hin unter dem Segen des Herrn:

Der Herr segne Euch und behüte Euch.
Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über Euch und sei Euch gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht über Euch und gebe Euch Frieden.
Amen.

Musik zum Ausgang

In the bleak midwinter, Gustav Holst

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