Friedrichsgemeinde Worms
Friedrichsgemeinde   Worms

Gottesdienst zum 3. Sonntag nach Epiphanias - 24. Januar 2021

Sie können diesen Gottesdienst außer als Lesefassung auch als Videofassung erleben.
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Musik zur Einstimmung

Antonio Vivaldi, „Winter“ aus den vier Jahreszeiten, arr. und gespielt von Jonathan Scott auf der Orgel der Basílica de Santa María, Elche, Spanien

Worte zur Einstimmung

 

Eingangslied

EG 66,1+7: Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude

1. Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude;

A und O, Anfang und Ende steht da.

Gottheit und Menschheit vereinen sich beide;

Schöpfer, wie kommst du uns Menschen so nah!

Himmel und Erde, erzählet‘s den Heiden:

Jesus ist kommen, Grund ewiger Freuden.

7. Jesus ist kommen, die Quelle der Gnaden:

komme, wen dürstet, und trinke, wer will!

Holet für euren so giftigen Schaden

Gnade aus dieser unendlichen Füll!

Hier kann das Herze sich laben und baden.

Jesus ist kommen, die Quelle der Gnaden.

 

Begleitung: Gerhard Müller (Orgel), Evangelische Kirche Neulußheim

Eingangsvotum

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Eingangspsalm 67

Wenn Sie diesen Gottesdienst zu zweit feiern, können Sie sich beim Sprechen der Texte abwechseln.

 

Gott sei uns gnädig und segne uns,

lass uns dein Antlitz leuchten,

dass man auf Erden erkenne deinen Weg,

unter allen Heiden dein Heil.

Es danken dir, Gott, die Völker,

es danken dir alle Völker.

Die Völker freuen sich und jauchzen,

dass du die Menschen recht richtest

und regierst die Völker auf Erden.

Es danken dir, Gott, die Völker,

es danken dir alle Völker.

Das Land gibt sein Gewächs;

es segne uns Gott, unser Gott!

Es segne uns Gott, und alle Welt fürchte ihn!

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Gebet

Barmherziger Gott, du schenktest den Weisen aus dem Morgenland eine Sternstunde, als du sie zum Kind in der Krippe führtest.

 

Wir bitten dich, lass auch uns solche Sternstunden erleben.

Augenblicke, in denen wir spüren können, wie nahe du uns bist und wie sehr du uns liebst. Gerade jetzt in diesen dunklen Tagen. Noch immer sind wir im Lockdown gefangen. Noch immer dürfen wir uns nicht begegnen. Nicht miteinander Gottesdienst feiern – oder Abendmahl.

 

Dass unsere Friedrichskirche noch immer stumm dasteht, ohne Glockengeläut, ohne Orgelmusik und Lieder, ohne Gemeinde und ohne die Verkündigung deines Wortes – das tut uns weh.

 

Jesu Stern ist für alle aufgegangen, die sich nach verbindlicher und liebevoller Gemeinschaft sehnen, nach Vertrauen und Liebe.

 

Wir bitten dich, barmherziger Gott, stille unsere Sehnsucht nach einem erfüllten Leben und nach einem starken Glauben – auch und gerade in dieser Zeit, die unser Vertrauen auf die Probe stellt.

 

Schenke uns heute in diesem Gottesdienst eine Sternstunde unseres Glaubens, dass wir gestärkt und voller Licht in unseren Alltag zurückkehren.

 

Das bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Schriftlesung:

Römer 1,14-17: Das Evangelium als Kraft Gottes

Ihr sollt wissen, liebe Brüder, dass ich mir schon oft vorgenommen habe, zu euch nach Rom zu kommen, aber bis heute daran gehindert wurde; denn wie bei den anderen Heiden soll meine Arbeit auch bei euch Frucht bringen.

Griechen und Nichtgriechen, Gebildeten und Ungebildeten bin ich verpflichtet; so liegt mir alles daran, auch euch in Rom das Evangelium zu verkündigen.

Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben, die Juden zuerst und ebenso die Griechen.

Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben; wie geschrieben steht (Habakuk 2,4): »Der Gerechte wird aus Glauben leben.«

Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Halleluja!

Glaubensbekenntnis

Lasst uns miteinander unseren christlichen Glauben bekennen:

Ich glaube an Gott den Vater,

den Allmächtigen,

den Schöpfer des Himmels und der Erde

und an Jesus Christus,

seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,

empfangen durch den Heiligen Geist,

geboren von der Jungfrau Maria,

gelitten unter Pontius Pilatus,

gekreuzigt, gestorben und begraben,

hinabgestiegen in das Reich des Todes,

am dritten Tage auferstanden von den Toten,

aufgefahren in den Himmel,

er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters,

von dort wird er kommen,

zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,

die heilige, christliche Kirche,

Gemeinschaft der Heiligen,

Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten

und das ewige Leben. Amen.

Wochenlied

EG 293,1+2: Lobt Gott den Herrn, ihr Heiden all

1. Lobt Gott den Herrn, ihr Heiden all,

lobt Gott von Herzensgrunde,

preist ihn, ihr Völker allzumal,

dankt ihm zu aller Stunde,

dass er euch auch erwählet hat

und mitgeteilet seine Gnad

in Christus, seinem Sohne.

2. Denn seine groß Barmherzigkeit

tut über uns stets walten,

sein Wahrheit, Gnad und Gütigkeit

erscheinet Jung und Alten

und währet bis in Ewigkeit,

schenkt uns aus Gnad die Seligkeit;

drum singet Halleluja.

 

Begleitung: Gerhard Müller (Orgel), Evangelische Kirche Neulußheim

Predigt

über Rut 1,1-19

Unser Predigttext für heute erzählt eine Geschichte von Hunger und Tod, Flucht und Hoffnung auf ein besseres Leben. Wir lesen heute eine Schicksalsgeschichte aus dem kleinsten Buch der Bibel, dem Buch Rut, das bisher noch nie Predigttext gewesen ist. Hören wir die ersten beiden Verse (Rut 1,1-2):

 

„Zu der Zeit, als die Richter richteten, entstand eine Hungersnot im Lande. Und ein Mann von Bethlehem in Juda zog aus ins Land der Moabiter, um dort als Fremdling zu wohnen, mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen. Der hieß Elimelech und seine Frau Noomi und seine beiden Söhne Machlon und Kiljon; die waren Efratiter aus Bethlehem in Juda. Und als sie ins Land der Moabiter gekommen waren, blieben sie dort.“

Zunächst muss Noomi also mit ihrer Familie weg aus ihrer Heimat Bethlehem in ein ungeliebtes fremdes Land, um nicht zu verhungern. Was ein bisschen wie Hohn klingt, da Bethlehem übersetzt „Haus des Brotes“ bedeutet. Ausgerechnet nach Moab gehen sie, um zu überleben.

Für einen frommen Juden war das fürchterlich, weil Moab für sie der Inbegriff eines verkommenen, gottfeindlichen Landes war. Doch des Elends nicht genug. Kurz nach ihrer Ankunft im fremden Land stirbt Noomis Ehemann. Hören wir auf die nächsten Verse aus dem Buch Rut (Rut 1,3-5):

 

„Und Elimelech, Noomis Mann starb, und sie blieb übrig mit ihren beiden Söhnen. Diese nahmen sich moabitische Frauen; die eine hieß Orpa, die andere Rut. Und als sie ungefähr zehn Jahre dort gewohnt hatten, starben auch die beiden Söhne, Machlon und Kiljon. Und die Frau blieb zurück ohne ihre beiden Söhne und ohne ihren Mann.“

Kurz nach dem überraschenden Tod des Vaters also heiraten die beiden Söhne moabitische Frauen. Die Familie findet in der Fremde eine neue Heimat; es folgen glückliche Jahre. Aber dann sterben plötzlich – kurz aufeinander – auch die beiden jungen Männer und lassen ihre beiden Frauen und ihre Mutter mittellos zurück. Kinderlose Witwen hatten es im Alten Orient besonders schwer; für sie gab es keine soziale Absicherung.

In Afghanistan ist der Verlust der Männer für Frauen heute noch existenziell bedrohlich. In Kabul gibt es einen Berg mit dem Namen Zanabad, den man auch den „Hügel der Witwen“ nennt. Über fünfhundert Frauen leben dort in selbstgezimmerten Lehmhütten. Und es werden immer mehr. Ihre Männer und Söhne sterben in den Wirren von Krieg und islamistischem Terror. Zurück bleiben alte Frauen und junge Mütter mit ihren Kindern, die männerlos in der Gesellschaft nicht viel gelten und keinerlei Versorgung haben.

 

Auch in unserer Geschichte, die vor etwa dreitausend Jahren spielt, war die Lebenssituation für die drei Frauen Noomi, Orpa und Rut ohne ihre Männer unglaublich hart.

Doch das Schicksal beschert ihnen eine erneute Wende – diesmal zum Guten –, denn Noomi hatte gute Nachrichten aus ihrer Heimat gehört, wie es im Buch Rut weiter heißt (Rut 1,6):

 

„Da machte Noomi sich auf mit ihren beiden Schwiegertöchtern und zog aus dem Land der Moabiter wieder zurück; denn sie hatte im Moabiterland erfahren, dass der Herr sich seines Volkes angenommen und ihnen Brot gegeben hatte.“

 

Endlich hatte in Bethlehem der ersehnte Regen eingesetzt, war das Korn gewachsen und die Speicher waren wieder voll. Und Noomi trifft eine mutige Entscheidung.

 

Nach über zehn Jahren in der Fremde, in der sie ihren Mann und ihre beiden Söhne hatte beerdigen müssen, entschließt sie sich, in ihr Heimatland Israel zurückzukehren. Das ist ein großes Wagnis, weiß sie doch nicht, was sie in Bethlehem erwarten wird. Wird sie sich wieder in ihrer alten Heimat zurechtfinden? Wer wird sie aufnehmen? Wer sich ihrer annehmen? Trotzdem wandert sie los. Hören wir weiter aus dem Buch Rut (Rut 1,7-10):

 

„Und Noomi ging aus von dem Ort, wo sie gewesen war, und ihre beiden Schwiegertöchter mit ihr. Und als sie unterwegs waren, um ins Land Juda zurückzukehren, sprach sie zu ihren beiden Schwiegertöchtern: Geht hin und kehrt um, eine jede ins Haus ihrer Mutter! Der Herr tue an euch Barmherzigkeit, wie ihr an den Toten und an mir getan habt. Der Herr gebe euch, dass ihr Ruhe findet, eine jede in ihres Mannes Hause! Und sie küsste sie. Da erhoben sie ihre Stimme und weinten und sprachen zu ihr: Wir wollen mit dir zu deinem Volk gehen.“

 

Die jungen Frauen Orpa und Rut wollen die alte Noomi nicht ihrem Schicksal überlassen, sondern für sie Verantwortung übernehmen. Ohne ihre beiden fürsorglichen Schwiegertöchter wäre Noomi umso mehr der Armut ausgeliefert; sie hatte nichts zurücklegen können, wovon sie nun hätte leben können. Keine Rente, keine Versicherung, keine Ersparnisse, nichts, was wenigstens das Notwendigste abgedeckt hätte. Noomi beharrt auf ihrem Entschluss den weiten Weg in ihr Heimatland auf sich zu nehmen. Ihren Schwiegertöchtern aber möchte sie die Strapazen der weiten Reise ins Ungewisse ersparen und sie in ihre Elternhäuser zurückschicken. Eindringlich wiederholt sie diesen Wunsch, wie es im Buch Rut weiter heißt (Rut 1,11-14a):

 

„Aber Noomi sprach: Kehrt um, meine Töchter! Warum wollt ihr mit mir gehen? Wie kann ich noch einmal Kinder in meinem Schoße haben, die eure Männer werden könnten? Kehrt um, meine Töchter, und geht hin; denn ich bin nun zu alt, um wieder einem Mann zu gehören. Und wenn ich dächte: Ich habe noch Hoffnung!, und diese Nacht einem Mann gehörte und Söhne gebären würde, wolltet ihr warten, bis sie groß würden? Wolltet ihr euch einschließen und keinem Mann gehören? Nicht doch, meine Töchter! Mein Los ist zu bitter für euch, denn des Herrn Hand hat mich getroffen. Da erhoben sie ihre Stimme und weinten noch mehr. Und Orpa küsste ihre Schwiegermutter.“

 

Eine ihrer Schwiegertöchter folgt Noomis Rat, wie es jeder vernünftig denkende Mensch gemacht hätte. Rut aber, die andere moabitische Schwiegertochter, sagt die Worte zu Noomi, die bis heute zu Herzen gehen: „Wo du hingehst, da will ich auch hingehen!“ Rut entscheidet sich zu bleiben, wie es die Geschichte weiter berichtet (Rut 1,14b-19a):

 

„Rut aber ließ nicht von ihr. Und Noomi sprach: Siehe, deine Schwägerin ist umgekehrt zu ihrem Volk und zu ihrem Gott; kehre auch du um, deiner Schwägerin nach. Rut antwortete: Bedränge mich nicht, dass ich dich verlassen und von dir umkehren sollte. Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott. Wo du stirbst, da sterbe ich auch, da will ich auch begraben werden. Der Herr tue mir dies und das, nur der Tod wird mich und dich scheiden. Als Noomi nun sah, dass Rut festen Sinnes war, mit ihr zu gehen, ließ sie ab, ihr zuzureden. So gingen die beiden miteinander, bis sie nach Bethlehem kamen.“

Der englische Dichter und Maler William Blake hat die Szene in einem kleinen Bild festgehalten. In zarten Wasserfarben hat er eine üppige grüne Landschaft gezeichnet, darin die drei Frauen. Noomis Gesichtszüge sind von den Schicksalsschlägen gezeichnet; sie hält ihre Hände weit geöffnet als Zeichen dafür, dass sie leer sind: sie kann weder sich selbst noch ihre Schwiegertöchter versorgen. Allerdings deutet ein zarter Nimbus um ihren Kopf die Wende zum Guten hin an. Orpa hat sich bereits abgewandt, um zu ihren Eltern zurückzuwandern. Traurig wischt sie sich verstohlen mit einem Ärmel ihres Kleides die Tränen aus dem Gesicht. Rut umklammert verzweifelt und zugleich wild entschlossen ihre Schwiegermutter. Blake hat genau diesen Moment festgehalten, in dem Rut der alten Noomi schwört, sie niemals im Stich zu lassen. Die beiden Frauen gründen daraufhin eine besondere Lebensgemeinschaft, in der die eine für die andere einsteht. Mit leeren Händen wandern sie gemeinsam und mit viel Mut im Gepäck ins entfernte Bethlehem. Nach der langen Hungersnot ist die kleine Stadt Bethlehem mit ihren Feldern zur Kornkammer des ganzen Landes geworden. Und Bethlehem ist der Hoffnungsträger der beiden Frauen.

Couragiert nimmt Rut in einer patriarchal strukturierten Gesellschaft ihr Schicksal selbst in die Hand: Mit einer kleinen List findet sie bald einen neuen Ehemann und wird sogar zur Urgroßmutter König Davids. Damit bekommt sie einen Platz im Stammbaum Jesu (Mt 1,5).

Ausgerechnet eine ehemals Fremde wird zur Stammmutter des Friedenskönigs, der in Bethlehem zur Welt kommt.

Ist das der einzige Grund, warum uns heute diese Schicksalsgeschichte zum Nachdenken vorgelegt wird? Dass diese Rut, diese moabitische Ausländerin, dazu beigetragen hat, dass der Stammbaum Jesu bis zu seiner Geburt in Bethlehem nicht verdorrte, sondern weiter wuchs und weiter blühte?

 

Ich glaube, aus der Schicksalsgeschichte von Noomi und Rut ist noch weit mehr zu erkennen:

Zum einen führt sie uns ein Menschenschicksal vor Augen, wie es tausende Male im Laufe der Geschichte erlebt und immer noch hundertfach durchlitten werden musste. Auch heute noch. Diese Geschichte mahnt uns, dass wir uns für die von Hunger geplagten, für in die Flucht Getriebenen, für rechtlos hin und her geschubsten Menschen einsetzen. Und wir können den Menschen dankbar sein, die sich dafür engagieren, dass Menschen wie Noomi und Rut, wie Jesu Eltern Platz zum Leben bei ihnen finden – ein Bethlehem, ein „Haus des Brotes“. Deswegen steht Rut im Stammbaum Jesu. Die vielen Ruts dieser Welt gehören mit dazu, wenn Leben im Sinne Gottes, wie in seinem Sohn Jesus Christus möglich wird.

Zum anderen führt es mir aber auch noch etwas ganz anderes vor Augen: Auch wenn ich mich einmal fremd fühle, wenn ich einmal das Gefühl habe: das hier ist irgendwie nicht mehr meine Welt, ich kenne mich nicht mehr aus, ich habe keine Orientierung – dann ist einer da, der mir sagt: „Wo du hingehst, da werde ich auch hingehen, und wo du bleibst, da bleibe ich auch.“

 

Möglich, dass dieser Gedanke weit über das hinausgeht, was mit der Geschichte von Rut und Noomi gesagt werden soll. Mir aber sagt er, dass nicht nur Menschen an meiner Seite sind, sondern immer auch Gott.

Er, der uns zugesagt hat, auch im dunklen Tal an unserer Seite zu sein und uns zu trösten, der ist auch jetzt da und heute, wo wir auf dem Weg sind in ein noch unbekanntes Jahr und eine unbekannte Zukunft.

 

Nicht umsonst trägt Jesus Christus auch den Namen „Immanuel“ (Jes 7,14; Mt 1,23), was bedeutet – was für uns bedeutet: „Gott ist mit uns.“

Amen.

Lied nach der Predigt

EG 72,1-5: O Jesu Christe, wahres Licht

 

1. O Jesu Christe, wahres Licht,

erleuchte, die dich kennen nicht,

und bringe sie zu deiner Herd,

dass ihre Seel auch selig werd.

2. Erfülle mit dem Gnadenschein,

die in Irrtum verführet sein,

auch die, so heimlich ficht noch an

in ihrem Sinn ein falscher Wahn;

3. und was sich sonst verlaufen hat

von dir, das suche du mit Gnad

und ihr verwund‘t Gewissen heil,
lass sie am Himmel haben teil.

4. Den Tauben öffne das Gehör,
die Stummen richtig reden lehr,
die nicht bekennen wollen frei,
was ihres Herzens Glaube sei.

5. Erleuchte, die da sind verblend‘t,
bring her, die sich von uns getrennt,
versammle, die zerstreuet gehn,
mach feste, die im Zweifel stehn.

6. So werden sie mit uns zugleich
auf Erden und im Himmelreich
hier zeitlich und dort ewiglich
für solche Gnade preisen dich.

Begleitung: Gerhard Müller (Orgel), Evangelische Kirche Neulußheim

Totengedenken

Wir wollen heute zweier Gemeindeglieder gedenken, die wir in der vergangenen Woche zur letzten Ruhe bestattet haben:

Wir trauern mit den Angehörigen um Wilhelmine Gentsch geb. Vetter, die am 11. Januar dieses Jahres im Alter von 92 Jahren von Gott in die Ewigkeit abgerufen wurde.

Wir trugen sie am 18. Januar auf dem Friedhof Hochheimer Höhe zu Grabe und ließen uns trösten von den Worten aus 1. Korinther 13,12: „Jetzt sehen wir nur ein unklares Bild wie in einem trüben Spiegel; dann aber stehen wir Gott gegenüber. Jetzt kennen wir ihn nur unvollkommen, dann aber werden wir ihn völlig kennen, so wie er uns jetzt schon kennt.“

Wir trauern mit den Angehörigen um Erika Schätzlein geb. Volz, die am 30. Dezember des letzten Jahres im Alter von 81 Jahren von Gottes ewigem Frieden umfangen wurde.

Erika Schätzlein war unserer Gemeinde in ganz besonderer Weise verbunden. Zwei Legislaturperioden war Erika Schätzlein Mitglied unseres Kirchenvorstands. Von 1999 bis 2005 versah sie das Amt der Küsterin in unserer Friedrichskirche.

Bis zuletzt hielt Erika Schätzlein unserer Gemeinde die Treue. Sowohl im Gottesdienst als auch im „Café Würfel“ war sie eine stets gern gesehene Besucherin, die uns mit ihrer Fröhlichkeit und ihrer Gesprächsbereitschaft Freude machte.

Ihr Leben war geprägt durch einen tiefen und zugleich fröhlichen Glauben. Und in der Gewissheit dieses Glaubens legte sie ihr Leben in Gottes Hände zurück.

Ihre Abschiedsstunde am 21. Januar auf dem Friedhof Hochheimer Höhe stand unter den Worten aus Jesaja 43,1: „Fürchte dich nicht; denn ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein.“

 

Gebet

Barmherziger Gott,
Dir vertrauen wir unsere Verstorbenen an.

Du hast Wilhelmine Gentsch und Erika Schätzlein das Leben geschenkt und sie begleitet durch schöne und durch schwere Zeiten.

Sei du nun auch der, der sie durch den Tod hindurch in ein neues Leben führt und ihnen Geborgenheit schenkt, die niemals endet.

Schenke den Angehörigen und uns allen die Gewissheit, dass du uns einen neuen Himmel und eine neue Erde schenken wirst. Dann werden wir wieder vereint sein und dir unsere dankbaren Loblieder singen. Amen.


Musik zum Gedenken an unsere Verstorbenen

Felix Mendelssohn-Bartholdy, „Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir” für achtstimmigen Chor

Thomanerchor Leipzig unter der Leitung von Thomaskantor Georg Christoph Biller, Nikolaikirche Leipzig

Fürbittengebet

Wir bitten für die Menschen, die wir lieben:
unsere Mütter und Väter,
unsere Großeltern,
unsere Partner, unsere Kinder und Enkel,
unsere Freunde nah und fern.
Umfange sie mit der Wärme deiner Liebe.

Wir bitten für die Alleinstehenden,
für die Isolierten,
für die Menschen auf der Straße.
Umfange sie mit der Wärme deiner Liebe.

Wir bitten für die Flüchtenden,
für die Menschen im Krieg,
für die Hungernden und Kranken auf der ganzen Erde.
Umfange sie mit der Wärme deiner Liebe.

Wir bitten für die Sterbenden,
für die Trauernden und Hinterbliebenen.
Für die, die dem Virus zum Opfer gefallen sind.
Umfange sie mit der Wärme deiner Liebe.

Wir bitten für die Kranken und die, die ihnen beistehen und helfen.
Für die Ärztinnen und Ärzte
für die Krankenpfleger und Krankenschwestern,
für die Mediziner und Forscher,
für die Menschen, die die politische Verantwortung tragen in dieser Zeit,
für alle, die dafür sorgen, dass das Leben weitergeht.
Umfange sie mit der Wärme deiner Liebe.

Vaterunser

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme. Dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute

und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Schlusslied

EG 170: Komm, Herr, segne uns

1. Komm, Herr, segne uns, dass wir uns nicht trennen,

sondern überall uns zu dir bekennen.

Nie sind wir allein, stets sind wir die Deinen.

Lachen oder Weinen wird gesegnet sein.

2. Keiner kann allein Segen sich bewahren.

Weil du reichlich gibst, müssen wir nicht sparen.

Segen kann gedeihn, wo wir alles teilen,

schlimmen Schaden heilen, lieben und verzeihn.

3. Frieden gabst du schon, Frieden muss noch werden,

wie du ihn versprichst uns zum Wohl auf Erden.

Hilf, dass wir ihn tun, wo wir ihn erspähen –

die mit Tränen säen, werden in ihm ruhn.

Begleitung: Gerhard Müller (Orgel), Evangelische Kirche Neulußheim

EG 170 Komm, Herr, segne uns.mp3
MP3-Audiodatei [4.9 MB]

Segen

Geht hin unter dem Segen des Herrn:

Der Herr segne Euch und behüte Euch.

Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über Euch und sei Euch gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht über Euch und gebe Euch Frieden +. Amen.

Musik zum Ausklang

Johann Sebastian Bach, „Gloria in excelsis“ aus der h-Moll-Messe, Thomanerchor Leipzig unter der Leitung von Thomaskantor Georg Christoph Biller, Nikolaikirche Leipzig

Unseren nächsten Onlinegottesdienst feiern wir am Sonntag, 31. Januar um 18.00 Uhr: ein Abendgottesdienst mit Gesängen aus Taize.

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