Friedrichsgemeinde Worms
Friedrichsgemeinde   Worms

4. Sonntag nach Epiphanias - Abendgottesdienst mit Gesängen aus Taizé

„Vom Haus auf Felsen und auf Sand gebaut." (Lukas 6,47-49)

Auch in Zeiten der Coronapandemie feiert die Friedrichsgemeinde jeden letzten Sonntag im Monat einen meditativen Abendgottesdienst.

Abkürzungen:

L =          Liturg/in

G =          Gemeinde (alle)

S1/2/3 =  Sprecher/in 1/2/3 (Lektoren)

Musik zum Eingang

De Noche.mp3
MP3-Audiodatei [1.9 MB]

Begrüßung

Guten Abend, liebe Mitchristinnen und Mitchristen,
Seien Sie alle herzlich willkommen zu unserem Abendgottesdienst.

Mit dem neuen Jahr beginnen wir auch ein neues Thema in unseren meditativen Abendgottesdiensten. Nach dem das Jahr 2020 ganz im Zeichen der Bilder für Gott im Alten Testament gestanden hatte, wenden wir uns in diesem Jahr Bildern aus dem Neuen Testament zu: den Gleichnissen Jesu.

Hier warten spannende Vergleiche und Parabeln auf uns.
Und heute beginnen wir mit dem Gleichnis vom „Haus auf Sand“.

Christus spricht: Wer zu mir kommt und hört meine Rede und tut sie, der gleicht einem Menschen, der ein Haus baute und grub tief und legte den Grund auf Fels.

Wie, als würden wir diesen Abendgottesdienst in unserer Kirche feiern, beginnen wir ihn mit unserem Lobpreis beginnen:

Frauen    Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen!

Männer   Woher kommt mir Hilfe?

Frauen    Meine Hilfe kommt von Gott,
             der Himmel und Erde gemacht hat.

Nichts soll dich ängstigen

dreimal zu singen.

Taizé - Nada te turbe.mp3
MP3-Audiodatei [11.1 MB]

S1
Ich zünde ein Licht an im Namen Gottes des Vaters. E
r hat die Welt erleuchtet

und den Atem des Lebens in mich gehaucht.

Zündet ein erstes Licht an.

S2
Ich zünde ein Licht an im Namen Jesu Christi,

des Gotteskindes. Er hat die Welt errettet

und seine Hand nach mir ausgestreckt.

Zündet ein zweites Licht an.

S3

Ich zünde ein Licht an im Namen der Kraft des Heiligen Geistes. Sie umfasst die Welt und heiligt mein Leben mit Sehnsucht.

Zündet ein drittes Licht an.

 

Sende dein Licht und deine Wahrheit

dreimal hintereinander im Kanon zu singen.

Psalm 96 in Auswahl

Wenn Sie diesen Gottesdienst zu zweit feiern, sprechen Sie dne Psalm bitte im Wechsel:

Singet dem Herrn und lobet seinen Namen,

verkündet von Tag zu Tag sein Heil!

Denn der Herr ist groß und hoch zu loben,

mehr zu fürchten als alle Götter.

Denn alle Götter der Völker sind Götzen;

aber der Herr hat den Himmel gemacht.

Hoheit und Pracht sind vor ihm,

Macht und Herrlichkeit in seinem Heiligtum.

Ihr Völker, bringet dar dem Herrn,

bringet dar dem Herrn Ehre und Macht!

Bringet dar dem Herrn die Ehre seines Namens,

bringet Geschenke und kommt in seine Vorhöfe!

Betet an den Herrn in heiligem Schmuck;

es fürchte ihn alle Welt!

Sagt unter den Heiden: Der Herr ist König.

Er hat den Erdkreis gegründet, dass er nicht wankt.

Er richtet die Völker recht.

Der Himmel freue sich, und die Erde sei fröhlich,

das Meer brause und was darinnen ist;

das Feld sei fröhlich und alles, was darauf ist;

jauchzen sollen alle Bäume im Walde

vor dem Herrn; denn er kommt,

denn er kommt, zu richten das Erdreich. Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker mit seiner Wahrheit.

Laudate omnes gentes

dreimal hintereinander im Kanon zu singen

(Lobt alle Völker den Herrn!)

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Gedanken zum Thema I:
Mein Lebenshaus

Ein Haus baut man nur einmal in seinem Leben.

Und auch unser Leben – das leben wir nur dieses eine Mal.

Mehr muss ich eigentlich garnicht sagen, liebe Gemeinde, um deutlich zu machen, wie stark dieses Bild vom Hausbau aus der Bergpredigt mit unserem eigenen Leben verwoben ist.

Das Fundament ist und bleibt die wichtigste Frage beim Bau eines Hauses – und genauso beim Bau und beim Gestalten meines Lebens.

Kein Wunder, dass das Bild vom Hausbau aus der Bergpredigt schon zu allen Zeiten den Menschen so einsichtig war, dass das Haus auf Sand sprichwörtlich geworden ist. Auch in unseren Kirchenliedern auftaucht: „Es fängt so mancher weise Mann / ein gutes Werk zwar fröhlich an / und bringt’s doch nicht zum Stande; / er baut ein Schloss und festes Haus, / doch nur auf lauterm Sande.“ (EG 497,3) oder „wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf keinen Sand gebaut“ (EG 369,1).

Nehmen wir uns einen Augenblick der Stille, und gehen wir der Frage nach: Auf welchem Fundament steht mein Lebenshaus? Was ist es, auf das ich mich felsenfest verlasse?

Stille

Biblische Lesung
Lukas 6,47-49: Vom Hausbau

Christus spricht:

Wer zu mir kommt und hört meine Rede und tut sie – ich will euch zeigen, wem er gleicht. 

Er gleicht einem Menschen, der ein Haus baute und grub tief und legte den Grund auf Fels. Als aber eine Wasserflut kam, da riss der Fluss an dem Haus und konnte es nicht erschüttern; denn es war gut gebaut.

Wer aber hört und nicht tut, der gleicht einem Menschen, der ein Haus baute auf die Erde, ohne Grund zu legen; und der Fluss riss an ihm, und es fiel gleich zusammen, und der Einsturz dieses Hauses war gewaltig.

Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Halleluja!

Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht

dreimal zu singen

Gedanken zum Thema 2: Glaubwürdigkeit

Zunächst denken wir ja, wenn wir dieses Gleichnis hören, Jesus meine damit unseren Glauben.

Das Haus meines Lebens, gebaut auf dem festen Fundament des Gottvertrauens – das ist durchaus ein schönes Bild, aber Jesus erzählt von etwas anderem. Aber wenn man genau hinhört, dann ist nicht der Glaube das nötige Fundament für ein gutes Christenleben.

Jesus spricht von Worten und Taten: „Wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute. (…) Und wer diese meine Rede hört und tut sie nicht, der gleicht einem törichten Mann, der sein Haus auf Sand baute.“

Es geht um die Taten, die unserem Glauben folgen. Also um unsere Glaubwürdigkeit.

Nehmen wir uns einen Moment der Stille und befragen uns ganz ehrlich: Glaube ich das, was Jesus sagt? Und vor allem: Tue ich auch das, was Jesus sagt? Wie steht es mit meiner Glaubwürdigkeit?

Stille

Gedanken zum Thema 3:
Gottes Zuspruch

Laut Bergpredigt sollen uns zwei Dinge zum Fundament unseres Lebens werden:

Zunächst das Vertrauen auf Gottes Verheißung – wir finden diese Zusage Gottes in den Worten des Vaterunser und in den Worten vom Nicht-Sorgen –:

Gott ist für uns da wie ein Vater. Er liebt uns und dass kennt jede Sorge, jeden Wunsch, jede Gebetsbitte bereits, bevor wir sie ihm anvertrauen. Das ist wie ein Vater oder eine Mutter, die einem in die Augen schaut, und weiß, was uns fehlt, ehe wir etwas sagen.

Diese Zusage ist der Grundgedanke der Bergpredigt. Und Jesus lädt uns ein, auf diese Zusage unser Lebenshaus zu bauen. Verlass Dich nicht nur auf Dich selbst, nicht auf Deine Gesundheit, nicht auf Deine Arbeitskraft, nicht auf gute Noten und Doktordiplome, nicht auf den Wohlstand, den Du Dir geschaffen hast, und nicht auf die Macht, die Du Dir über andere errungen hast – alles das, alles kannst Du verlieren. Über Nacht.

Das einzige, was Du niemals verlieren kannst ist die Liebe Gottes, der Dich geschaffen hat so wie Du bist und der Dich geliebt hat, bevor Du Deinen ersten Atemzug gemacht hast., und der Dich lieben wird bis zu Deinem Tod und weit darüber hinaus.

Nehmen wir uns einen Moment der Stille. Spüre ich dieses Gottvertrauen in mir? Baue ich mein Lebenshaus auf diese Verheißung Gottes? Wenn nicht, woran mag das liegen?

Stille

Gedanken zum Thema 4:
Gottes Anspruch

Die Worte der Bergpredigt sind ein wohltuende Zusage. Eine felsenfeste Zusage.

Und es ist gut und richtig, wenn wir unser Lebenshaus auf dieses felsenfeste und wohltuende Versprechen Gottes gründen. Aber das allein ist nicht genug!

Blicken wir also auf den Anspruch der Bergpredigt:

Sie klingt ein wenig anders. Gott will, dass unter uns Menschen Gerechtigkeit herrscht. Es gefällt ihm nicht, wenn seinen Kindern böse mitgespielt wird; wenn immer dieselben im Mittelpunkt stehen und absahnen, wenn immer dieselben an den Rand gedrückt werden und leer ausgehen. Deshalb klingt in dieser Zusage, dass Gott ein Gott der Gerechtigkeit ist auch eine klare Forderung an uns: Sorge Du mit dafür, dass Gottes Vorstellung einer Welt der Gerechtigkeit und des Friedens Wirklichkeit wird.

Das Tun der Worte Jesu beginnt als Arbeit am eigenen Fundament, am eigenen Herzen. Es beginnt damit, dass ich mir klar mache, dass alles andere Leben auf dieser Welt dasselbe Recht auf Leben hat wie ich selbst, dass jedes Zuviel, was ich mir in meinem Leben gönne an Essen und Trinken, an Reisen und Luxus – für einen anderen „Zu wenig“ bedeutet.

Gut ist also: Leben zu erhalten und Leben zu fördern.
Böse ist: Leben zu vernichten und Leben zu beeinträchtigen.

Dieses Bewusstsein, wie sehr Worte und Taten eins sein müssen, dieses Streben nach Glaubwürdigkeit, Ihr Lieben, gewährleistet letztlich ein stabiles Fundament für unser Lebenshaus.

Gott möchte unser Leben mit Sinn füllen und mit Lebensfreude. Und das geschieht durch die glaubwürdige Tat.

Nehmen wir uns noch einen Augenblick der Besinnung und fragen uns: Wo kann ich die Worte Jesu in die Tat umsetzen? Wo sehe ich Menschen, Tiere oder Natur, denen ich aktiv helfen kann?

Stille

Sanctus

dreimal im Kanon zu singen.

(Übersetzung: Heilig, heilig, heilig ist der Herr, Gott Zebaoth.)

Sanctus Kanon.mp3
MP3-Audiodatei [1.5 MB]

Gedenken an unsere Verstorbenen

Wir wollen heute zweier Gemeindeglieder gedenken, die wir in der vergangenen Woche zur letzten Ruhe bestattet haben:

Wir trauern mit den Angehörigen um Wilfried Kegel, der am 13. Januar diesen Jahres im Alter von 82 Jahren in Gottes ewigen Frieden heimgerufen wurde.

Wir trugen ihn am 25. Januar auf dem Friedhof Hochheimer Höhe zu Grabe und ließen uns trösten von den Worten aus Psalm 31,6: „In Deine Hände befehle ich meinen Geist. Du hast mich erlöst, du treuer Gott!“

Wir trauern mit den Angehörigen um Erich Helmut Blenkle, der am 6. Januar diesen Jahres im Alter von 78 Jahren von Gottes ewigem Frieden umfangen wurde.

Seine Abschiedsstunde am 27. Januar auf dem Friedhof Hochheimer Höhe stand unter den Worten aus Offenbarung 2: Sei getreu bis an den Tod, so will ich Dir die Krone des Lebens geben.

Gebet für unsere Verstorbenen

Barmherziger Gott,
Dir vertrauen wir unsere Verstorbenen an.

Du hast Erich Blenkle und Wilfried Kegel das Leben geschenkt und sie begleitet durch schöne und durch schwere Zeiten.

Sei du nun auch der, der sie durch den Tod hindurch in ein neues Leben führt und ihnen Geborgenheit schenkt, die niemals endet.

Schenke den Angehörigen und uns allen die Gewissheit, dass du uns einen neuen Himmel und eine neue Erde schenken wirst. Dann werden wir wieder vereint sein und dir unsere dankbaren Loblieder singen. Amen.

Gebet

Guter Gott,

mit Sorgen und Ängsten beginnen wir dieses neue Jahr.

Keiner von uns hätte gedacht, dass wir die Coronapandemie auch noch mit in das neue Jahr nehmen.

Wir fürchten uns vor dem was kommt.

Zugleich tragen wir auch die Hoffnung in uns, dass das Können der Wissenschaftler und die Organisation der Impfkampagnen uns helfen werden, dass wir wieder in Freiheit und Glück leben können.

Wir bitten Dich: stärke alle, die für uns gegen die Pandemie ankämpfen. Lass alle verstummen, die uns mit unsinnigen Verschwörungstheorien unsicher machen wollen.

Und sei Du allein der Fels, auf dem wir stehen. Trage uns durch diese Zeiten. Stärke unseren Glauben und unsere Hoffnung.

Und in der Stille bringen wir vor Gott, was jede/n von uns persönlich bewegt:

Gebetsstille

Vater unser

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe,

wie im Himmel,

so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute

und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Dona nobis pacem

zweimal im Kanon zu singen.

(Gib uns Frieden!)

Und nun wollen wir miteinander um den Segen Gottes bitten:

Segensbitte

Frauen
In deine Hände gebe ich meinen Geist,

du hast mich erlöst.

Männer
Unser Gott im Himmel,

festige dein Reich für immer

und walte über uns auf ewig.

Frauen
Er schläft und schlummert nicht, der Hüter Israels

Männer
Eine ruhige Nacht und ein seliges Ende

Gewähre uns der gütige und menschenfreundliche Gott,

Frauen
der Vater und der Sohn und der heilige Geist.

Alle
Amen.

Musik zum Ausgang

Taizé - Frieden, Frieden.mp3
MP3-Audiodatei [9.5 MB]
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