Friedrichsgemeinde Worms
Friedrichsgemeinde   Worms

Abendgottesdienst an Palmsonntag

Hier gelangen Sie zu unserem Videogottesdienst.

Meditativer Gottesdienst am Sonntagabend

in Zeiten der Coronapandemie

28. März 2021 in der Friedrichskirche

„Pharisäer und Zöllner"
(Lukas 6,47-49)

Auch in Zeiten der Coronapandemie feiert die Friedrichsgemeinde jeden letzten Sonntag im Monat einen meditativen Abendgottesdienst.

Abkürzungen:

L =          Liturg/in

G =          Gemeinde (alle)

S1/2/3 =  Sprecher/in 1/2/3 (Lektoren)

Musik zum Eingang

De Noche.mp3
MP3-Audiodatei [1.9 MB]

 

Begrüßung

Guten Abend, liebe Mitchristinnen und Mitchristen,
Seien Sie alle herzlich willkommen zu unserem Abendgottesdienst.

Unser neues Jahresthema „Die Gleichnisse Jesu“ führt uns heute in den Jerusalemer Tempel. Weit weg für unsere Begriffe – und doch ganz nah: Es führt uns mitten in unsere Seele; denn es stellt uns die Frage: Wie finde ich mich? Bin ich ein guter Christ? Oder eher ein mäßiger?

Wir hören heute auf das Gleichnis von Pharisäer und Zöllner als dem Lukasevangelium.

Wie, als würden wir diesen Abendgottesdienst in unserer Kirche feiern, beginnen wir ihn mit unserem Lobpreis:

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen!

Woher kommt mir Hilfe?

Meine Hilfe kommt von Gott, der Himmel und Erde gemacht hat.

Nichts soll dich ängstigen (dreimal zu singen.)

Taizé - Nada te turbe.mp3
MP3-Audiodatei [11.1 MB]

Ich zünde ein Licht an im Namen Gottes des Vaters,

er hat die Welt erleuchtet

und den Atem des Lebens in mich gehaucht.

Zündet ein erstes Licht an.

Ich zünde ein Licht an im Namen Jesu Christi,

des Gotteskindes.

Er hat die Welt errettet

und seine Hand nach mir ausgestreckt.

Zündet ein zweites Licht an.

Ich zünde ein Licht an im Namen der Kraft des Heiligen Geistes.

Sie umfasst die Welt und heiligt mein Leben mit Sehnsucht.

Zündet ein drittes Licht an.

 

Sende dein Licht und deine Wahrheit

dreimal hintereinander im Kanon zu singen.

Philipperhymnus als Psalm in der Passionszeit

Wenn Sie diesen Gottesdienst zu zweit feiern, sprechen Sie den Psalm bitte im Wechsel:

Seid so unter euch gesinnt,

wie es auch der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht:

Er, der in göttlicher Gestalt war,

hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein,

sondern entäußerte sich selbst

und nahm Knechtsgestalt an,

ward den Menschen gleich

und der Erscheinung nach als Mensch erkannt.

Er erniedrigte sich selbst

und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz.

Darum hat ihn auch Gott erhöht

und hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist,

dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie,

die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind,

und alle Zungen bekennen sollen,

dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.

Phil 2,5-11

Laudate omnes gentes
dreimal hintereinander im Kanon zu singen

(Lobt alle Völker den Herrn!)

Taize Laudate omnes gentes.mp3
MP3-Audiodatei [8.8 MB]

Gedanken zum Thema I: Wie finde ich mich?

Halten Sie sich für einen guten Christen?
Halten Sie sich für eine gute Christin?

Ganz ehrlich: Die meisten von uns würden sagen: Joah, eigentlich schon!

Ich halte meiner Kirche die Treue. Bezahle brav meine Kirchensteuer.

 

Ich gehe wenn es irgendwie möglich ist, zum Gottesdienst.

Und ich bete. Hier in der Kirche – aber auch zuhause. Abends im Bett. Und manchmal sogar auch bei Tisch vor dem Essen.

Das ist doch garnicht so schlecht, oder?

Und ja: ich spende auch. Für unsere Gemeinde. Und manchmal auch richtig viel. Für Brot für die Welt – oder für den Weltgebetstag.

Und wenn jemand Hilfe braucht, bin ich auch da. Das darf doch auch mal gesagt werden, oder? Ist doch eigentlich garnicht so schlecht oder?

Nehmen wir uns einen Augenblick der Stille und überdenken wir unser Leben als Christen. Was daran ist gut? Was könnte besser sein?

Stille

Biblische Lesung Lukas 18,10-14

Der Pharisäer und der Zöllner

Er sagte aber zu einigen, die überzeugt waren, fromm und gerecht zu sein, und verachteten die andern, dies Gleichnis:

Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel, um zu beten, der eine ein Pharisäer, der andere ein Zöllner.

Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst so: Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner.

Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich einnehme.

Der Zöllner aber stand ferne, wollte auch die Augen nicht aufheben zum Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig!

Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus, nicht jener. Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.

Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Amen.

Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht

dreimal zu singen

Gedanken zum Thema 2:
Nicht so wie die anderen

An und für sich ist es ja nicht schlecht, sich für einen guten Christen oder eine gute Christin zu halten. Tue Gutes und rede darüber. Dagegen hat Jesus im Gleichnis ja auch nichts einzuwenden.

Was er dem Pharisäer – und heute eben auch uns – ankreidet, ist der Hochmut, der oft damit einhergeht.

Wie ist das bei Ihnen?

Wenn Sie sonntags zur Kirche gehen und an Leuten vorbeikommen, die gerade ihr Auto waschen, oder durch den Park joggen. Beschleicht Sie da nicht doch ab und zu das Gefühl: Naja, die könnten ja auch mal zum Gottesdienst gehen!?

Oder wenn sie die Nachrichten hören, und von so viel Gewalt hören, von Kriminalität, von Kriegen und Terror oder von der Bestechlichkeit so mancher Politiker. Beschleicht Sie da nicht doch ab und zu der Gedanke: Wenn die alle ihr Christsein mal ernstnehmen würden – so wie ich! –, dann wäre unsere Welt friedlicher, gerechter, besser?

„Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst so: Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner.“

Nehmen wir uns einen Augenblick der Stille und überdenken wir unser Leben als Christen: Wo sind wir, wo bin ich in Gefahr, hochmütig zu werden?

Stille

 

Gedanken zum Thema 3: Ich möchte so sein wie der Zöllner

Was aber will denn nun Jesus von uns, wenn er dieses Gleichnis erzählt?

Ganz sicher nicht, dass wir erst einmal tüchtig sündigen, so wie der Zöllner, um dann ganz zerknirscht vor Gott anzukommen und ihm um Vergebung zu bitten.

Was Jesus sich von uns wünscht, ist eine neue innere Lebenshaltung. Zu wissen, dass alles, was wir tun – und sei es noch so gut gemeint! – Stückwerk bleibt. Dass wir immer wieder und viel zu oft dabei sind, uns von Gott zu entfernen. Und dass wir uns eigentlich jeden Tag, jede Stunde neu Gott zuwenden sollen – genau das ist es, was einen guten Christen und eine gute Christin ausmacht.

Martin Luther schreibt in seiner allerersten These: „Als unser Herr und Meister Jesus Christus sagte: ‚Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen‘, wollte er, dass das ganze Leben der Glaubenden Buße sei.“

Das klingt ziemlich nach einem freudlosen Glauben. Immerzu und ständig daran zu denken, was wir da falsch gemacht, und hier versäumt haben – das macht ja nun wirklich keine Freude.

Es geht auch nicht um ein freudloses Sünderbewusstsein. Das ist ja nur das eine. Das andere ist unsere Freude, dass Gott uns immer wieder neu freispricht: Was uns fröhlich macht, ist das Wissen: jedes Mal, wenn ich vor Gott bekenne, was mir misslungen ist, darf ich gerechtfertigt nach Hause gehen. So wie der Zöllner im Tempel.

Das also ist ein guter Christ und eine gute Christin, die die Vergebung Gottes annimmt, sich immer wieder frei sprechen lässt – wie immer auch sein Leben verläuft – und sich freut.

Die Freiheit eines Christenmenschen besteht in der Freude über jeden neuen Anfang, den Gott uns schenkt. Und diese Freude darf man uns gerne ansehen! Amen.

Stille

 

Sanctus

(Übersetzung: Heilig, heilig, heilig ist der Herr, Gott Zebaoth.)

dreimal im Kanon zu singen.

Sanctus Kanon.mp3
MP3-Audiodatei [1.5 MB]

Gedenken an unsere Verstorbenen

In diesem Abendgottesdienst wollen wir an zwei Gemeindeglieder denken, von denen wir in der vergangenen Woche Abschied genommen haben:

Wir trauern mit den Angehörigen um Egon Grümmer, der am 16. März diesen Jahres im Alter von 80 Jahren in Gottes Geborgenheit heimgerufen wurde.

Wir haben ihn am 22. Februar auf dem Friedhof Hochheimer Höhe ausgesegnet und hörten auf die Worte aus 1. Korinther 13,13: „Alles vergeht. Nur diese drei Dinge bleiben: Glaube, Liebe und Hoffnung. Aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“

 

Wir trauern mit den Angehörigen um Otto Zender, der am 15. März diesen Jahres im Alter von 91 Jahren seiner Frau in Gottes Ewigkeit gefolgt ist.

Wir haben ihn am 24. März auf dem Friedhof Hochheimer Höhe in Gottes Erde zurückgelegt und ließen uns trösten von der Verheißung Gottes aus 2. Mose 33,14:

„Gott spricht: Mein Angesicht soll Dir vorangehen; und ich will Dich zur Ruhe geleiten.“       

 

Gebet für unsere Verstorbenen

Barmherziger Gott,
Dir vertrauen wir unsere Verstorbenen an.

Du hast Egon Grümmer und Otto Zender das Leben geschenkt und sie begleitet durch schöne und durch schwere Zeiten.

Sei du nun auch der, der sie durch den Tod hindurch in ein neues Leben führt und ihnen Geborgenheit schenkt, die niemals endet.

Schenke den Angehörigen und uns allen die Gewissheit, dass du uns einen neuen Himmel und eine neue Erde schenken wirst. Dann werden wir wieder vereint sein und dir unsere dankbaren Loblieder singen. Amen.

Gebet

Du kennst die Wahrheit, die wir manchmal selbst nicht wahrhaben wollen.

Nach außen geben wir uns gern bescheiden, aber insgeheim sehen wir auf andere herab, wissen besser, was sie tun oder lassen sollten, und bilden uns ein, wir hätten Recht mit unseren Urteilen.

Vielleicht merken wir gar nicht, wie überheblich wir sind!

Aber du, Gott, entlarvst auch den geheimen Hochmut und widerstehst aller krankhaften Selbstgerechtigkeit.

Wir bitten dich: Löse uns gnädig aus unserer Selbsttäuschung und gib uns den Mut zu echter Demut und zur Freude darüber, dass Du uns liebst und annimmst, so wie wir sind.

Und in der Stille bringen wir vor Gott, was jede/n von uns persönlich bewegt:

Gebetsstille

Vater unser

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme. Dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute

und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 

Dona nobis pacem
zweimal im Kanon zu singen.

(Gib uns Frieden!)

Und nun wollen wir miteinander um den Segen Gottes bitten:

Segensbitte

In deine Hände gebe ich meinen Geist,

du hast mich erlöst.

Unser Gott im Himmel,

festige dein Reich für immer

und walte über uns auf ewig.

Er schläft und schlummert nicht, der Hüter Israels

Eine ruhige Nacht und ein seliges Ende

Gewähre uns der güti0ge und menschenfreundliche Gott,

der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.

Musik zum Ausgang

Taizé - Frieden, Frieden.mp3
MP3-Audiodatei [9.5 MB]


Wenn Sie die Arbeit in unserer Gemeinde mit einer Spende unterstützen möchten, können Sie das gerne tun:

IBAN: DE64 5535 0010 0000 0148 87
BIC: MALADE51WOR
Sparkasse Worms-Alzey-Ried


Wir freuen uns über jede Gabe.
 

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