Evangelische Friedrichsgemeinde
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Abendgottesdienst am 26. September

Meditativer Gottesdienst am Sonntagabend

in Zeiten der Coronapandemie

26. September 2021 in der Friedrichskirche

mit Einführung von Hannelies Hofmann und Carola Wendland
als Kirchenvorsteherinnen

Thema:
Von den
Arbeitern im Weinberg
Matthäus 20,1-16

Auch in Zeiten der Coronapandemie feiert die Friedrichsgemeinde jeden letzten Sonntag im Monat einen meditativen Abendgottesdienst.

Bitte stellen Sie sich zu Beginn drei Kerzen zurecht, die Sie im Laufe des Gottesdienstes anzünden können.

Musik zum Eingang

De Noche.mp3
MP3-Audiodatei [1.9 MB]

Begrüßung

Guten Abend, liebe Mitchristinnen und Mitchristen,
Seien Sie alle herzlich willkommen zu unserem Abendgottesdienst.

Wir freuen uns, dass Sie unseren Abendgottesdienst mit uns feiern, in dessen Mittelpunkt heute ein Gleichnis steht, was zwar ziemlich populär ist, das uns aber immer wieder ärgert, weil wir es immer wieder als ungerecht empfinden: das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg.

In diesem Gottesdienst werden noch zwei Kirchenvorsteherinnen eingeführt, die ich heute ganz besonders begrüße: Hannelies Hofmann und Carola Wendland. Seid mit Euren Familien herzlich willkommen.

Lassen Sie uns, bevor wir das erste Lied miteinander singen, unseren Abendgottesdienst mit unserem Lobpreis beginnen:

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen!

Woher kommt mir Hilfe?

Meine Hilfe kommt von Gott,

der Himmel und Erde gemacht hat.

Nichts soll dich ängstigen
(dreimal zu singen.)

 

Taizé - Nada te turbe.mp3
MP3-Audiodatei [11.1 MB]

Wenn Sie diesen Gottesdienst zu zweit feiern, sprechen Sie den Psalm bitte im Wechsel:

Ich zünde ein Licht an im Namen Gottes des Vaters,

er hat die Welt erleuchtet

und den Atem des Lebens in mich gehaucht.

Zünden Sie das erste Licht an.

Ich zünde ein Licht an im Namen Jesu Christi,

des Gotteskindes.

Er hat die Welt errettet

und seine Hand nach mir ausgestreckt.

Zünden Sie das zweite Licht an.

Ich zünde ein Licht an im Namen der Kraft des Heiligen Geistes.

Sie umfasst die Welt und heiligt mein Leben mit Sehnsucht.

Zünden Sie das dritte Licht an.

 

Sende dein Licht und deine Wahrheit

dreimal hintereinander im Kanon zu singen.

Psalm zu Trinitatis

Wenn Sie diesen Gottesdienst zu zweit feiern, sprechen Sie den Psalm bitte im Wechsel:

Ich will den Herrn loben allezeit;

sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein.

Meine Seele soll sich rühmen des Herrn,

dass es die Elenden hören und sich freuen.

Preiset mit mir den Herrn

und lasst uns miteinander seinen Namen erhöhen!

Da ich den Herrn suchte, antwortete er mir

und errettete mich aus aller meiner Furcht.

Die auf ihn sehen, werden strahlen vor Freude,

und ihr Angesicht soll nicht schamrot werden.

Als einer im Elend rief, hörte der Herr

und half ihm aus allen seinen Nöten.

Der Engel des Herrn lagert sich um die her,

die ihn fürchten, und hilft ihnen heraus.

Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist.

Wohl dem, der auf ihn trauet!

Fürchtet den Herrn, ihr seine Heiligen!

Denn die ihn fürchten, haben keinen Mangel.

Psalm 34,2-10

Einführung

Liebe Gemeinde,
am 13. Juni dieses Jahres fanden Kirchenvorstandswahlen statt. und unsere neugewählten Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher wurden am 12. September in ihr Amt eingeführt.

Bis auf zwei. Hannelies Hofmann und Carola Wendland konnten an diesem Gottesdienst nicht teilnehmen. Deshalb werden sie heute in unserem Abendgottesdienst eingeführt.

Hannelies Hofmann und Carola Wendland, ich bitte Euch nun hier nach vorne zu kommen. Alle Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher, die heute in diesem Gottesdienst sind, bitte ich, sich rechts und links von den beiden aufzustellen.

Alle Mitglieder des neuen Kirchenvorstands kommen nach vorn.

Liebe Hannelies und liebe Carola, es ist schön, dass Ihr bereit seid, unsere Gemeinde zu leiten. Was das bedeutet, hat unsere Kirchenordnung in Artikel 13 beschrieben:

Verlesen von Artikel 13 der Kirchenordnung

„Der Kirchenvorstand leitet die Kirchengemeinde nach Schrift und Bekenntnis sowie der auf ihnen beruhenden kirchlichen Ordnung und ist für das gesamte Gemeindeleben verantwortlich.

Er hat darauf zu achten, dass in der Kirchengemeinde das Wort Gottes lauter verkündigt wird und die Sakramente recht verwaltet werden.

Er soll die Sendung der Gemeinde in die Welt ernst nehmen und auch die Gemeindemitglieder dazu anhalten.

Geeignete Gemeindemitglieder soll er zur Mitarbeit ermuntern und vorhandene Gaben in der Kirchengemeinde wirksam werden lassen.

Der Kirchenvorstand vertritt die Kirchengemeinde nach außen.“

Verpflichtung

Nun lese ich Euch das in unserer Kirchenordnung formulierte Versprechen vor:

„Ich gelobe vor Gott und dieser Gemeinde, den mir anvertrauten Dienst sorgfältig und treu zu tun in der Bindung an Gottes Wort gemäß dem Bekenntnis und nach den Ordnungen unserer Kirche und unserer Gemeinde.“ (Kirchenordnung Artikel 13 (6))

Wenn Ihr bereit seid, im Sinne dieses Versprechens Euer Amt als Kirchenvorsteherin auszufüllen, dann antwortet gemeinsam: Ja, mit Gottes Hilfe.

Carola und Hannelies: Ja, mit Gottes Hilfe.

Frage an die Gemeinde

Liebe Gemeinde, Sie haben das Versprechen der neuen Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher gehört.

Wir wollen sie mit ihren Aufgaben nicht allein lassen. Ich bitte Sie aufzustehen. So frage ich auch Sie als Gemeinde: Wollt Ihr die neuen Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher achten, ihre Verantwortung respektieren und sie unterstützen, so dass wir zusammen als Gemeinde leben. So antwortet: Ja, mit Gottes Hilfe.

Gemeinde: Ja, mit Gottes Hilfe.

Sendung und Segnung

Liebe Carola und liebe Hannelies,
ich bestätige Euch in Eurem Amt.

Gott stärke euch in eurem Dienst.
Er schenke euch einen unerschütterlichen Glaube.
Er stärke Eure Hoffnung, dass sie blüht und Euch in die Zukunft führt,
Er schenke Euch, dass Ihr die Liebe sucht, wo immer ihr seid, und Liebe verschenkt, wo immer Gottes Geschöpfe Eure Liebe brauchen.

So segne Euch der barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. + Amen.

Überreichung der Urkunden

Alle Mitglieder des Kirchenvorstands gehen auf ihren Platz zurück.

 

Laudate omnes gentes

dreimal hintereinander im Kanon zu singen

(Lobt alle Völker den Herrn!)

Taize Laudate omnes gentes.mp3
MP3-Audiodatei [8.8 MB]

Biblische Lesung: Matthäus 20,1-16

Von den Arbeitern im Weinberg

Denn das Himmelreich gleicht einem Hausherrn, der früh am Morgen ausging, um Arbeiter anzuwerben für seinen Weinberg.
Und als er mit den Arbeitern einig wurde über einen Silbergroschen als Tagelohn, sandte er sie in seinen Weinberg.

Und er ging aus um die dritte Stunde und sah andere auf dem Markt müßig stehen und sprach zu ihnen: Geht ihr auch hin in den Weinberg; ich will euch geben, was recht ist.

Und sie gingen hin. Abermals ging er aus um die sechste und um die neunte Stunde und tat dasselbe. Um die elfte Stunde aber ging er aus und fand andere stehen und sprach zu ihnen: Was steht ihr den ganzen Tag müßig da? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand angeworben. Er sprach zu ihnen: Geht ihr auch hin in den Weinberg.

Als es nun Abend wurde, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Verwalter: Ruf die Arbeiter und gib ihnen den Lohn und fang an bei den letzten bis zu den ersten.

Da kamen, die um die elfte Stunde angeworben waren, und jeder empfing seinen Silbergroschen. Als aber die Ersten kamen, meinten sie, sie würden mehr empfangen; und sie empfingen auch ein jeder seinen Silbergroschen. Und als sie den empfingen, murrten sie gegen den Hausherrn und sprachen: Diese Letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, doch du hast sie uns gleichgestellt, die wir des Tages Last und die Hitze getragen haben.

Er antwortete aber und sagte zu einem von ihnen: Mein Freund, ich tu dir nicht Unrecht. Bist du nicht mit mir einig geworden über einen Silbergroschen? Nimm, was dein ist, und geh!

Ich will aber diesem Letzten dasselbe geben wie dir. Oder habe ich nicht Macht zu tun, was ich will, mit dem, was mein ist? Siehst du darum scheel, weil ich so gütig bin?

So werden die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein.

Stille

Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht

dreimal zu singen

Stille

Gedanken zum Thema 1

Liebe Gemeinde,
das ist ungerecht!

Das ist das erste Wort, das den meisten von uns spontan einfällt, wenn wir die Geschichte von den Arbeitern im Weinberg hören.

Die einen stehen früh auf und schuften den ganzen Tag in der heißen Sonne – die anderen stehen den ganzen Tag herum und arbeiten dann kurz vor Feierabend auch noch ein bisschen mit – wie es das alte Sprichwort sagt: “Am Abend werden die Faulen fleißig“ – und am Ende bekommen sie das gleiche.

Das ist doch ungerecht! Oder?

Lassen Sie uns in der Stille über unser Gefühl von Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit nachdenken ... und über die Frage, warum Gott scheinbar ganz anders denkt ...

Stille

Gedanken zum Thema 2

Mit dem Reich Gottes verhält es sich wie .... Haben Sie den Anfang der Geschichte noch im Ohr, liebe Gemeinde? Jesus spricht hier nicht von unserer Gerechtigkeit. Ich spreche von Gottes Gerechtigkeit. Für Euch mag es gerecht erscheinen, den einen mehr und den anderen weniger zu geben.

Wirtschaft funktioniert so, das mag ja sogar sein.

Aber funktioniert der Rest des Lebens auch so? Geht es immer nur um die Frage, was Du verdient hast, was Dir zusteht?

Haben wir es verdient, in einem der reichsten Länder dieser Erde geboren zu sein während anderswo die Menschen nicht wissen, wie sie den nächsten Tag überleben sollen?

Haben wir es verdient, dass wir Arbeit haben und ein Zuhause, während der Mensch neben Dir, mit genau den gleichen Zeugnissen und genau der gleichen Ausbildung von Arbeitslosengeld leben muss?

Haben wir es verdient, in Frieden zu leben, während anderswo Tag und Nacht die Sirenen zum Fliegeralarm heulen? Während anderswo Mütter, Kinder und alte Menschen um ihr Leben rennen und verzweifelt um Einlass in eines der überfüllten Flüchtlingslager bitten?

Haben wir es verdient, in den Gottesdienst gehen zu dürfen, während anderswo Christen verfolgt werden und es ihnen verboten ist, sich öffentlich zum Gottesdienst zu treffen?

Vielleicht täte es uns ja gut, an der ein oder anderen Stelle und mal klar zu machen: Wir bekommen selbst ja auch unendlich viel von Gott geschenkt – unverdient! Einfach so – weil wir das Glück haben, am richtigen Ort zur richtigen Zeit zu sein.

Lasst uns in der Stille noch einmal unserem Gefühl von Gerechtigkeit nachspüren ...

Stille

Gedanken zum Thema 3

Mit dem Reich Gottes verhält es sich anders! .... Hier geht's nicht um die Erde, um unsere hiesige Welt und dieses oder jenes Geschehen in unserem Alltag; hier geht's um alles: um unser Verhältnis zu Gott – ob wir ihn lieb haben, ob er uns wichtig ist – und wir darum gerettet werden – oder ob er uns gleichgültig ist, ob wir glauben, auch ganz gut ohne ihn auskommen zu können und wir deshalb verloren gehen.

Und da sind alle alle willkommen.

Die vielleicht schon aus Kindergottesdiensttagen zur Gemeinde gehören und ihrem Glauben jahrzehntelang treu geblieben sind – genauso wie die, die vielleicht erst mit 50 oder 60 Jahren oder später noch den Zugang zum Glauben.

Aber ehrlich, liebe Gemeinde: Über solche Leute freuen wir uns doch! Sie und ich: Wir freuen uns doch jedes Mal, wenn ein Mensch, der bisher gar nicht so großes Interesse an unserer Gemeinde hatte, plötzlich öfter zum Gottesdienst kommt oder sich entschließt, in unserer Gemeinde mitzuwirken.

Darum geht es ist in unserer Geschichte:

Hier geht's ums Himmelreich - um die Freude über jeden und jede, der oder die mit dabei sein will, egal ob früh oder spät, egal, ob arm oder reich, egal ob vermeintlich verdient oder unverdient.

Nicht das Wann zählt, sondern das Dass.

Nicht unsere Gerechtigkeit, sondern Gottes Gerechtigkeit zählt. Gott sei Dank! Amen.

Stille

Sanctus

(Übersetzung: Heilig, heilig, heilig ist der Herr, Gott Zebaoth.)

dreimal im Kanon zu singen.

Sanctus Kanon.mp3
MP3-Audiodatei [1.5 MB]

Gebet

Barmherziger Gott,
diese zerstrittene Welt sehnt sich nach Frieden.
Unser Friede ist Christus:
Versöhne alle Menschen in ihm
und lass die Kraft seiner Liebe die ganze Schöpfung durchdringen.

Gott allen Lebens,
du weckst in uns die Sehnsucht nach Erneuerung unserer Welt.
Lass uns erkennen, wo dein Reich heute schon unter uns ist.
Gib uns die Kraft und den Mut zu tun, was dem Frieden dient,
und dein Heil zu erwarten.

Gerechter Gott, du widerstehst dem Unrecht
und vertrittst die Sache der Armen und Schutzlosen:
treibe uns dazu an, beharrlich zu widerstehen,
wo Gerechtigkeit mit Füßen getreten wird,
und gib uns den Mut, dafür zu streiten,
dass Frieden werde und Recht an allen Orten,
um deines Namens willen.

Gebet aus Chile

Und in der Stille bringen wir vor Gott, was jede/n von uns persönlich bewegt:

Gebetsstille

Vater unser

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme. Dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute

und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Dona nobis pacem

zweimal im Kanon zu singen.

(Gib uns Frieden!)

Und nun wollen wir miteinander um den Segen Gottes bitten:

Segensbitte

In deine Hände gebe ich meinen Geist,

du hast mich erlöst.

Unser Gott im Himmel,

festige dein Reich für immer

und walte über uns auf ewig.

Er schläft und schlummert nicht, der Hüter Israels

Eine ruhige Nacht und ein seliges Ende

Gewähre uns der güti0ge und menschenfreundliche Gott,

der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.

Musik zum Ausgang

Taizé - Frieden, Frieden.mp3
MP3-Audiodatei [9.5 MB]


Wenn Sie die Arbeit in unserer Gemeinde mit einer Spende unterstützen möchten, können Sie das gerne tun:

IBAN: DE64 5535 0010 0000 0148 87
BIC: MALADE51WOR
Sparkasse Worms-Alzey-Ried


Wir freuen uns über jede Gabe.
 

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