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Abendgottesdienst mit Gesängen nach Taizé

Meditativer Gottesdienst am Sonntagabend

in Zeiten der Coronapandemie

30. Mai 2021 in der Friedrichskirche

„Vom Wachsen der Saat“
Markus 4,26-29

Auch in Zeiten der Coronapandemie feiert die
Friedrichsgemeinde jeden letzten Sonntag im Monat
einen meditativen Abendgottesdienst.

Bitte stellen Sie sich zu Beginn drei Kerzen zurecht, die Sie im Laufe des Gottesdienstes anzünden können.

Abkürzungen:

L =          Liturg/in

G =          Gemeinde (alle)

S1/2/3 =  Sprecher/in 1/2/3 (Lektoren)

 

Musik zum Eingang

Frieden Frieden.mp3
MP3-Audiodatei [8.2 MB]

Begrüßung

Guten Abend, liebe Mitchristinnen und Mitchristen,
Seien Sie alle herzlich willkommen zu unserem Abendgottesdienst.

Wir freuen uns, dass Sie unseren Abendgottesdienst mit uns feiern, in dessen Mittelpunkt auch heute wieder ein Gleichnis steht: das kurze aber sehr ausdruckkräftige Gleichnis vom Wachsen der Saat.

Es steht im Markusevangelium – und zwar nur dort. In den anderen Evangelien ist es nicht zu finden. Klein, kurz, ja noch nicht einmal Predigttext in den Perikopenreihen unserer Kirche.

Und doch: Sie werden heute Abend erkennen, wie sehr Ihnen dieses Gleichnis innere Ruhe und Frieden schenkt.

Beginnen wir unseren Abendgottesdienst mit unserem Lobpreis:

L        Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen!

G       Woher kommt mir Hilfe?

S1      Meine Hilfe kommt von Gott,

         der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Nichts soll dich ängstigen (dreimal zu singen.)

Taizé - Nada te turbe.mp3
MP3-Audiodatei [11.1 MB]

Wir zünden ein Licht an im Namen Gottes des Vaters,

er hat die Welt erleuchtet

und den Atem des Lebens in mich gehaucht.

Zündet ein erstes Licht an.

Wir zünden ein Licht an im Namen Jesu Christi,

des Gotteskindes.

Er hat die Welt errettet

und seine Hand nach mir ausgestreckt.

Zündet ein zweites Licht an.

Wir zünden ein Licht an im Namen der Kraft des Heiligen Geistes.

Sie umfasst die Welt und heiligt mein Leben mit Sehnsucht.

Zündet ein drittes Licht an.

 

Sende dein Licht und deine Wahrheit

dreimal hintereinander zu singen.

Psalm zu Trinitatis

Wenn Sie diesen Gottesdienst zu zweit feiern, sprechen Sie den Psalm bitte im Wechsel:

Ich will den Herrn loben allezeit;

sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein.

Meine Seele soll sich rühmen des Herrn,

dass es die Elenden hören und sich freuen.

Preiset mit mir den Herrn

und lasst uns miteinander seinen Namen erhöhen!

Da ich den Herrn suchte, antwortete er mir

und errettete mich aus aller meiner Furcht.

Die auf ihn sehen, werden strahlen vor Freude,

und ihr Angesicht soll nicht schamrot werden.

Als einer im Elend rief, hörte der Herr

und half ihm aus allen seinen Nöten.

Der Engel des Herrn lagert sich um die her,

die ihn fürchten, und hilft ihnen heraus.

Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist.

Wohl dem, der auf ihn trauet!

Fürchtet den Herrn, ihr seine Heiligen!

Denn die ihn fürchten, haben keinen Mangel.

Psalm 34,2-10

Laudate omnes gentes
dreimal zu singen

(Lobt alle Völker den Herrn!)

Taize Laudate omnes gentes.mp3
MP3-Audiodatei [8.8 MB]

Gedanken zum Thema I:
Alles muss man selber machen ...

„Alles muss man selber machen!“ – Ihr lieben Mitchristen und Mitchristinnen, ich gehe einmal davon aus, dass Ihnen allen schon dieser Satz einmal entschlüpft ist. Meistens mit einem Seufzer!

„Alles muss man selber machen!“ ... seufzt die Mutter, wenn sie abends wieder einmal die Spielsachen im Wohnzimmer zusammensammelt.

„Alles muss man selber machen!“ ... stöhnt der Meister, wenn es beim Lehrling drunter und drüber geht, und er selbst Hand anlegen muss.

„Alles muss man selber machen“ ... grummelt die Angestellte, wenn die Kollegin mal wieder etwas liegen gelassen hat, das dringend ist.

„Alles muss man selber machen!“ – das ist der Stoßseufzer der Aktiven, der Fleißigen und auch der Ungeduldigen.

Ich lade Sie zu einer ersten Stille ein.

Erinnern Sie sich einmal an Situationen, in denen Sie genau das gedacht oder geseufzt haben. „Alles muss man selber machen!“

Warum eigentlich immer ich?
Und warum eigentlich immer alles?

Stille

Biblische Lesung Markus 4,26-29

Das Gleichnis vom Wachsen der Saat

Und Jesus sprach:

Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mensch Samen aufs Land wirft und schläft und steht auf, Nacht und Tag; und der Same geht auf und wächst – er weiß nicht wie.

Von selbst bringt die Erde Frucht, zuerst den Halm, danach die Ähre, danach den vollen Weizen in der Ähre.

Wenn aber die Frucht reif ist, so schickt er alsbald die Sichel hin; denn die Ernte ist da.

Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Amen.

Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht

dreimal zu singen

Gedanken zum Thema II:
Tausendsassa??

„Alles muss man selber machen!“ – aus unserem Alltag kennen wir das nur zu gut. Denn die meisten von uns gehören nun mal zu den Aktiven und den Fleißigen. Vielleicht auch zu den Ungeduldigen.

Auch im Glauben. Auch in der Kirchengemeinde.

„Wenn ich’s nicht mache, macht’s doch eh wieder keiner!“ – eine äußerst beliebte Redewendung. Da hätten wir gerne viel mehr, die mit anpacken. Viel mehr, die sich engagieren.

Und so kommt es, dass wir manchmal das Gefühl haben: Ohne uns wird’s nix. Ohne uns wächst die Gemeinde nicht. Ohne uns kommen und die Menschen nicht zum Glauben und bleiben der Kirche nicht treu.

Und dann stehen wir mit dem Rücken an der Wand, kämpfen für unsere Kirche und unseren Glauben – vor allem durch die Tat.

Und Erich Kästner sitzt uns im Nacken: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“

Und nicht minder der große Dietrich Bonhoeffer: „... Mag sein, dass der jüngste Tag morgen anbricht, dann wollen wir gern die Arbeit für eine bessere Zukunft aus der Hand legen, vorher aber nicht.“

(Dietrich Bonhoeffer, Widerstand und Ergebung, S. 177)

Wir bedenken das einmal in der Stille.

Ist das wirklich so? Dass es alleine an uns liegt, ob unsere Gemeinde blüht und gedeiht?

 

Stille

Gedanken zum Thema II:
Wachsen lassen

Schauen wir uns den Sämann an.

Der Sämann tut, was seine Aufgabe ist: er sät den Acker ein. Danach schläft er. Er setzt sich also nicht an den Ackerrand und schaut ungeduldig alle zwei Minuten nach, ob der Samen schon aufgegangen ist, sondern er schläft.

Und siehe da, in diesem Rhythmus von Nacht und Tag, in diesem Rhythmus von Tun und Lassen stellt sich der Erfolg seines Handelns ein: Der Same geht auf und wächst – er weiß nicht wie. (Mk 4,27b)
Er weiß nicht wie? Der Sämann weiß nicht, wie die Saat wächst?

Natürlich weiß er es. Gerade weil er ein guter Sämann ist, weiß er, dass Wachsen und Gedeihen nicht in seiner Hand liegen. Er muss säen und dann – und das ist nicht weniger wichtig – die Saat in Ruhe lassen.

Es reicht ihm zu wissen: Von selbst bringt die Erde Frucht, zuerst den Halm, danach die Ähre, danach den vollen Weizen in der Ähre. (Mk 4,28)

Der Sämann weiß und respektiert: Es gibt Dinge, die kann ich anstoßen, doch dann laufen sie ohne mein Zutun ab. Von selbst, automatisch autonom entwickelt sich die Frucht. Der Sämann könnte ihre Entwicklung höchstens stören, wenn er zur falschen Zeit nachschaut, kontrolliert und fördert.

Es gehört zur Geduld des Sämanns, dass er weiß: Wenn ich heute den Samen in die Erde stecke, dann bekomme ich nicht morgen schon die volle Ähre. Wachstum braucht Zeit.

Es kommt der Moment, wenn die Frucht reif ist. Und dann gibt der Sämann den Startschuss für die Ernte.

Wer eben noch den Eindruck hatte: Diesen Mann bringt nichts aus der Ruhe in seinem Rhythmus von Nacht und Tag, der reibt sich jetzt verwundert die Augen, denn er schickt „alsbald die Sichel; denn die Ernte ist da.“ (Mk 4,29b)

Zum richtigen Zeitpunkt also verliert der Sämann keine Zeit, sondern handelt entschieden und schnell.

Der Mensch, von dem Jesus im Gleichnis erzählt, weiß also genau, was er tut. Geduld und Augenmaß, Erfahrung und Gelassenheit, Aufmerksamkeit und Entschiedenheit steuern ihn, sein Tun und Lassen, und vor allem die unerschütterliche Hoffnung: Die Saat geht auf. Sie geht auf jeden Fall auf!

Jesus erzählte diese Geschichte vom Sämann als Gleichnis für das Reich Gottes.

Er öffnet uns die Augen dafür, wie Gott unter uns wirkt. Immer wieder ist dies geschehen, dass Menschen plötzlich eine Ahnung davon bekommen, wie Gottes Reich unter uns wächst.

Bedenken Sie doch einmal in der Stille, wie das bei Ihnen persönlich ist. Wo Sie sich engagieren. Wo Ihnen manchmal alles zu langsam geht.

Und legen Sie über diese Unruhe den Gedanken: Gott lässt es wachsen. Sähe. Und warte.

Die Saat geht auf. Sie geht auf jeden Fall auf!

Stille

 

Sanctus

(Übersetzung: Heilig, heilig, heilig ist der Herr, Gott Zebaoth.)

dreimal zu singen.

Sanctus Kanon.mp3
MP3-Audiodatei [1.5 MB]

Gebet um Geduld

Gott, es fällt uns schwer: Abwarten, Loslassen von gewohnten Dingen, mit weniger zufrieden sein, sich selbst genügen, gelassen und barmherzig sein mit anderen, Hoffnung bewahren.

Gott, gerade in dieser Zeit, wo wir schon seit 1 1/2 Jahren unter den völlig veränderten Lebensbedingungen und der Kontaktsperre leiden, brauchen wird deine Hilfe und deine Unterstützung.

Hilf uns, geduldig zu sein mit den Menschen, mit denen wir zusammenleben.

Wenn das Zusammensein auf engem Raum Stress macht und belastend ist, dann lass uns gemeinsam nach Lösungen suchen, wie jeder Zuhause zu seinem Recht kommt.

Hilf uns, geduldig zu sein mit uns selber, wenn wir unruhig werden und uns nicht gewöhnen können an die Einschränkungen und die Unfreiheit oder die ungewohnte Arbeitssituation.

Lass uns gelassen bleiben, wenn im Moment nur wenige Erfolgserlebnisse da sind.

Hilf unserer ganzen Gesellschaft, unserer Gemeinde und unserer Kirche geduldig zu sein mit den Maßnahmen, die nötig sind, um die Macht der Pandemie zu brechen.

Lass unser Handeln und unser Nicht-Handeln getragen sein von dem tiefen Vertrauen, dass Du die Lücken füllst, die wir lassen müssen und die Saat wachsen lässt, die wir – manchmal unter Tränen – säen.

Amen.

Und in der Stille bringen wir vor Gott, was jede/n von uns persönlich bewegt:

Gebetsstille

Vater unser

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme. Dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute

und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 

Dona nobis pacem
zweimal im Kanon zu singen.

(Gib uns Frieden!)

Segensbitte

In deine Hände gebe ich meinen Geist,

du hast mich erlöst.

Unser Gott im Himmel,

festige dein Reich für immer

und walte über uns auf ewig.

Er schläft und schlummert nicht, der Hüter Israels

Eine ruhige Nacht und ein seliges Ende

Gewähre uns der güti0ge und menschenfreundliche Gott,

der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.

Musik zum Ausgang

Taizé - Meine Hoffnung.mp3
MP3-Audiodatei [9.0 MB]

Unseren nächsten (Online-)Gottesdienst feiern wir am Sonntag, 13. Juni 2021 um 10 Uhr.

 

Wenn Sie die Arbeit in unserer Gemeinde mit einer Spende unterstützen möchten, können Sie das gerne tun:

IBAN: DE64 5535 0010 0000 0148 87
BIC: MALADE51WOR
Sparkasse Worms-Alzey-Ried

Wir freuen uns über jede Gabe.
Ab 50 € stellen wir gerne auch eine Spendebescheinigung aus.

 

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