Ewigkeitssonntag

Musik zur Einstimmung

Johann Sebastian Bach, - Wachet auf, ruft uns die Stimme BWV 645 - Wolfgang Zerer (Netherlands Bach Society) an der Orgel der St. Katharinenkirche in Hamburg

Wochenspruch

Lasst eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen. (Lk 12,35)

Begrüßung

Herzlich Willkommen zu unserem Online-Gottesdienst am Ewigkeitssonntag.

In diesem Gottesdienst werden Sie alle Namen unserer Verstorbenen noch einmal lesen können, und wir werden in der Friedrichskirche für jede Verstorbene und jeden Verstorbenen aus unserer Gemeinde eine Kerze entzünden.

Wenn auch Sie zuhause an einen lieben Menschen denken, der Ihnen durch den Tod genommen wurde, dann laden wir Sie ein, ebenfalls ein Kerzenlicht für diesen Menschen zu entzünden.

Sie als Angehörige sollen spüren, dass wir Ihnen nicht nur in der schweren Abschiedsstunde mit dem Trost des Evangeliums nahe waren, sondern Sie auch jetzt mit Ihrem Verlust, Ihrem Gedenken und Ihren Gedanken nicht allein lassen möchten.

Unsere Gemeinsamkeit im Glauben an den Sieg Jesu Christi über den Tod – und damit die Erwartung der Auferstehung zum ewigen Leben – möge auch Ihnen Trost und Hoffnung schenken.

Eingangslied

EG 63,1-3 / Melodie: Befiehl du deine Wege

1. Das Jahr geht still zu Ende, nun sei auch still, mein Herz. In Gottes treue Hände leg ich nun Freud und Schmerz und was dies Jahr umschlossen, was Gott der Herr nur weiß, die Tränen, die geflossen, die Wunden brennend heiß.

2. Warum es so viel Leiden, so kurzes Glück nur gibt? Warum denn immer scheiden, wo wir so sehr geliebt? So manches Aug gebrochen und mancher Mund nun stumm, der erst noch hold gesprochen: du armes Herz, warum?

3. Dass nicht vergessen werde, was man so gern vergisst: dass diese arme Erde nicht unsre Heimat ist. Es hat der Herr uns allen, die wir auf ihn getauft, in Zions goldnen Hallen ein Heimatrecht erkauft.

Eingangsvotum

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Eingangspsalm 90 im Wechsel

Herr, du bist unsre Zuflucht für und für.

Ehe denn die Berge wurden und die Erde und die Welt geschaffen wurden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Der du die Menschen lässest sterben

und sprichst: Kommt wieder, Menschenkinder!

Denn tausend Jahre sind vor dir wie der Tag, der gestern vergangen ist,

und wie eine Nachtwache.

Du lässest sie dahinfahren wie einen Strom, sie sind wie ein Schlaf,

wie ein Gras, das am Morgen noch sprosst,

das am Morgen blüht und sprosst

und des Abends welkt und verdorrt.

Darum fahren alle unsre Tage dahin durch deinen Zorn, wir bringen unsre Jahre zu wie ein Geschwätz.

Unser Leben währet siebzig Jahre,

und wenn's hoch kommt, so sind's achtzig Jahre,

und was daran köstlich scheint, ist doch nur vergebliche Mühe; denn es fähret schnell dahin, als flögen wir davon.

Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.

Herr, kehre dich doch endlich wieder zu uns und sei deinen Knechten gnädig!

Fülle uns frühe mit deiner Gnade,

so wollen wir rühmen und fröhlich sein unser Leben lang.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie es wahr im Anfang jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Psalm 90,1-13

Eingangsgebet

Wir wollen beten.

Barmherziger Gott, Du hast uns heute eingeladen in Dein Haus. Wir sind gekommen, viele von uns aber mit schwerem Herzen.

Heute brechen alte Wunden wieder auf und schmerzen neu. Wir denken an Menschen, die wir lieb hatten und die uns jetzt fehlen.

Wir erinnern uns an das, was wir Schönes und Frohes mit ihnen erlebt haben. Wir danken Dir für diese Menschen, die ein wichtiger Teil unseres Lebens waren. Und wir danken Dir für alles, was sie uns gegeben haben.

Uns fällt aber auch ein, was wir falsch gemacht haben und ihnen schuldig geblieben sind. Manches blieb ungesagt, ungetan und unvergeben. Herr, wir bitten dich dafür um Vergebung.

Nun müssen wir sie loslassen und überlassen sie dir. Wir versuchen vertrauensvoll und ruhig zu sein; denn Dein Wille, dass wir leben sollen, kann auch durch unser Sterben nicht gebrochen werden.

Sei du denen nah, die als Angehörige einsam und elend geworden sind. Lass sie deine Leben schenkende Kraft erfahren, wenn die Fragen sie plagen und sie in der Tiefe ihres Schmerzes unterzugehen drohen.

Aber auch für uns selbst bitten wir dich, barmherziger Herr. Erinnere uns immer wieder daran, dass auch unsere Lebenszeit begrenzt ist. Lass uns nicht vergessen, dass alles, was wir schaffen, vergeht; dass allein deine Gnade in Ewigkeit dauert.

Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden und dich suchen als den Ewigen durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Lied zur Verlesung der Namen aller Verstorbenen

EG 65,1 mit Refrain
(Chor: Otto Haubrich / Abakus Musik, Greifenstein Arrangement: Markus Geisbühler)

 

Von guten Mächten treu und still umgeben, behütet und getröstet wunderbar, so will ich diese Tage mit euch leben und mit euch gehen in ein neues Jahr.

Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Verlesung der Namen aller Verstorbenen

Wir wollen nun in Stille an die Menschen denken, die im vergangenen Kirchenjahr aus diesem Leben in ein neues abgerufen worden sind.

Die Kerzen stehen bereits auf dem Lichterbord.
Hannelies Hofmann steckt die Kerzen an.

 

Inge Schmitt geb. Klauss-Wetz, 85 Jahre

Sonja Luckenbach-Ewald geb. Kempf, 70 Jahre

Bernd Friedrich Steinkohl, 64 Jahre

Waltraud Hammerschmitt geb. Beckerle, 83 Jahre

Dieter Franz Rykeit, 84 Jahre

Gertrud (Trude) Ester Leidig geb. Moehrle 87 Jahre

Brunhilde Haslauer geb. Noblet, 91 Jahre

Gerhard Andreas Tempel, 56 Jahre

Alwin Georg Büttner, 69 Jahre

Helga Tetsch-Henn, 72 Jahre

Inge Maria Perkow geb. Müller, 84 Jahre

Dorothea Klara Ertl geb. Ott, 97 Jahre

Hildegard (Hilde) Barth geb. Windisch, 97 Jahre

Winfried Ralph Sawitzki, 82 Jahre

 

Vertrauenslied

EG 65,2 jeweils mit Refrain 7

Noch will das alte unsre Herzen quälen, noch drückt uns böser Tage schwere Last. Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen das Heil, für das du uns geschaffen hast.

Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

 

Doris Wilhelmine Lässig geb. Fröhlich, 74 Jahre

Emma Anna Elisabetha Kempf geb. Schneider, 97 Jahre

Hans-Joachim Garke, 80 Jahre

Irene Margot Scholz geb. Koch, 92 Jahre

Angelika Sonnenberg geb. Herbert, 83 Jahre

Katharina Phillipine Weiss geb. Lembach, 94 Jahre

Klaus Wilhelm Reis, 70 Jahre

Frieda Bollinger geb. Bonnet, 92 Jahre

Gertrud Ruth Bösl geb. Hausotte, 88 Jahre

Margaretha (Marga) Sticht geb. Groschwitz, 97 Jahre

Edith Barbara Katharina Karaman geb. Rössel, 71 Jahre

Kurt Frey, 63 Jahre

Rolf Erdmann 90 Jahre

Margaretha Metzler geb. Heß, 102 Jahre

Wenn Sie auch Trauer tragen um einen lieben Angehörigen, dann können Sie jetzt die bereitgestellte Kerze anzünden und seiner oder ihrer gedenken.

Vertrauenslied

EG 65,5 mit Refrain

Lass warm und hell die Kerzen heute flammen, die du in unsre Dunkelheit gebracht, führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen. Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.

Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Trostwort

Gott der Herr ist Sonne und Schild.
Wohl dem Menschen, der sich auf ihn verlässt.

Darauf wollen wir uns verlassen, liebe Trauernden, und nicht aufgeben uns an unserem Gott festzuhalten. Denn wer sich auf Gott verlässt, den wird die Erfahrung des Todes nicht zerbrechen.

So denken wir an unsere Verstorbenen, trauernd und doch auch dankbar, über den Tod hinaus mit ihnen verbunden.

Wir denken an den Tod, zwar in Ängsten, weil wir wissen, er hat große Macht über uns – aber auch in Hoffnung und Gewissheit, weil wir wissen, Gott hat noch größere Macht über ihn.

In dieser Zuversicht lasst uns leben. Amen.

Schriftlesung: 1. Korinther 15,35-44

Paulus schreibt:
Es könnte aber jemand fragen: Wie werden die Toten auferstehen und mit was für einem Leib werden sie kommen?

Du Narr: Was du säst, wird nicht lebendig, wenn es nicht stirbt.

Und was du säst, ist ja nicht der Leib, der werden soll, sondern ein bloßes Korn, sei es von Weizen oder etwas anderem.

Gott aber gibt ihm einen Leib, wie er will, einem jeden Samen seinen eigenen Leib.

Nicht alles Fleisch ist das gleiche Fleisch, sondern ein anderes Fleisch haben die Menschen, ein anderes das Vieh, ein anderes die Vögel, ein anderes die Fische.

Und es gibt himmlische Körper und irdische Körper; aber eine andere Herrlichkeit haben die himmlischen und eine andere die irdischen.

Einen andern Glanz hat die Sonne, einen andern Glanz hat der Mond, einen andern Glanz haben die Sterne; denn ein Stern unterscheidet sich vom andern durch seinen Glanz.

So auch die Auferstehung der Toten. Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich.

Es wird gesät in Niedrigkeit und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird gesät in Schwachheit und wird auferstehen in Kraft.

Es wird gesät ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib. Gibt es einen natürlichen Leib, so gibt es auch einen geistlichen Leib.

Herr, Dein Wort ist unseres Fußes Leuchte und ein Licht auf unserem Wege. Halleluja!

Wochenlied

EG 147,1

„Wachet auf“, ruft uns die Stimme der Wächter sehr hoch auf der Zinne, „wach auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht heißt diese Stunde“; sie rufen uns mit hellem Munde: „Wo seid ihr klugen Jungfrauen? Wohlauf, der Bräut'gam kommt, steht auf, die Lampen nehmt! Halleluja! Macht euch bereit zu der Hochzeit, ihr müsset ihm entgegengehn!“

Kurzpredigt

über 1. Korinther 15,35-44

Gnade sei mit Euch und Friede von Gott, unserem Vater, und unserem Herrn und Heiland Jesus Christus. Amen.

Leben ist endlich.
Wir Menschen und alle Kreaturen sind sterbliche Wesen.

An keinem anderen Tag wird uns das so bewusst wie dann, wenn wir am Grab eines geliebten Menschen stehen. Oder an einem Tag wie heute, an dem wir den vertrauten Namen unserer Verstorbenen noch einmal hören. Das Leben ist endlich. Und das tut unglaublich weh.

Viele von Ihnen, die Sie heute in unserer Kirche sitzen, sind in diesem Jahr mit dem Tod persönlich konfrontiert worden. Und diejenigen, die unsern Onlinegottesdienst mit uns feiern, denken an Menschen zurück, die sie verloren haben, vor nicht so langer Zeit vielleicht oder schon vor einigen Jahren.

Sie haben vielleicht auch unliebsame Bekanntschaft gemacht mit seinen schmerzvollen Begleitern, viele Tränen vergossen, Krankheitsleid miterlebt und mitgetragen, mussten die Lasten der Pflege schultern oder Betreuung organisieren.

Manches Ende war die Vollendung des Lebenskreises im hohen Alter, alt und lebenssatt nach einem erfüllten Leben. Ein Sterben, das man noch akzeptieren konnte.

Andere sind vor der Zeit und viel zu jung aus unserer Mitte gerissen worden. Manche unter uns hat der Tod an ihrer empfindlichsten Stelle verletzt, nämlich in ihrer Liebe zu einem engvertrauten Menschen.

Da bleiben so viele Dinge, die ungesagt blieben; und manches, was man noch gerne zusammen erlebt hätte.

Und natürlich regt sich bei uns allen – tief im Innern – immer wieder die gleiche Frage: Wenn das stimmt, dass unsere Lieben nach dem Tod zu Gott kommen, oder ins Himmelreich – oder wie auch immer man das nennen will. Wenn das stimmt, wie sieht das da aus? Wie geht es dem Menschen jetzt, um den ich trauere: die Mutter, den Vater, den Bruder, die Schwester, die Oma, den Opa?

Wie sieht es da oben aus? Und wie sehen sie aus? Leben sie einfach wieder – und sind sie immer noch dieselben wir vorher? Oder sehen sie jetzt anders aus?

Im 1. Korintherbrief benutzt Paulus dazu ein sehr eindrückliches Bild: „Einen Glanz hat die Sonne, einen andern Glanz hat der Mond, einen andern Glanz haben die Sterne; denn ein Stern unterscheidet sich vom andern durch seinen Glanz.

So auch die Auferstehung der Toten. Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich.“

Sie sind also anders. Aber wie anders? Es wird doch so gerne gesprochen vom Wiedersehen im Himmel. Ja, und eigentlich hoffen wir doch auch darauf, dass wir uns wiedersehen. Dass wir wieder zusammen sind dürfen – dass wir Lachen, Lieben und glücklich sind. Und das für immer – ohne Angst, einander wieder zu verlieren.

Aber wenn alle verwandelt sind und ganz anders – so unterschiedlich wie Sonne und Mond – wie können wir uns da dann überhaupt erkennen?

Es scheint tatsächlich so zu sein, dass unsere geliebten Verstorbenen anders aussehen werden. Ich denke da an die Begegnung der Maria mit dem auferstandenen Christus im Garten vor dem leeren Grab. Sie kennen diesen Osterbericht sicher auch! Maria hält Jesus erst einmal für den Gärtner. Also muss er anders ausgesehen haben als vorher. Sonst hätte sie ihn doch erkannt. Sie, die ihn so lieb hatte wie keinen anderen.

Aber dann erkennt sie ihn doch. Wissen Sie voran? An seiner Stimme. Christus sagt zu ihr „Maria!“, und Maria werden die Augen geöffnet, und erstaunt ruft sie: „Rabbi! Mein Gott, Du bist es!“

An der Stimme erkennt sie ihn. Nicht am Aussehen. Am Klang der Stimme, in der Jesu ganze Liebe liegt, seine Persönlichkeit, sein Charakter, sein ganzes Wesen.

Und sie erkennt ihn. Genauso wird es uns auch gehen, wenn wir einander wiedersehen – wenn wir einander wiedererkennen im Reich Gottes.

Selbstverständlich werden wir anders aussehen. Denn den Körper lassen wir ja zurück. Er ist aus Erde und wird wieder zur Erde werden. Aber unser Ich, unser Wesen unsere ganze Liebe nehmen wir mit als Teil unserer Persönlichkeit – wir Christen sagen dazu als Teil unserer Seele.

So also leben unsere lieben Verstorbenen in der Geborgenheit Gottes: verwandelt und doch dieselben. Und da im Reich Gottes nicht nur alle Körperlichkeit vergangen ist, sondern auch Raum und Zeit, werden sie die Wartezeit bis zu unserem Wiedersehen nicht spüren. Ihr Leben ist jetzt ein Leben in ewiger Liebe und in ewiger Geborgenheit.

Wir dagegen spüren diese Wartezeit schon. Und sie tut oft weh.

Muss sie aber nicht, liebe Gemeinde, liebe Trauernden, muss sie nicht! Wir können in unserer Trauer zweierlei tun:

Solange wir noch hier sind, sollten wir unseren Verstorbenen ein wirklich ehrendes Andenken bewahren. Gut über sie sprechen, liebevoll an sie denken – und kein böses Wort über sie verlieren. Denn sie leben noch – wenn auch nicht hier unter uns.

Und wir können uns fest darauf verlassen und uns darauf freuen, dass es ein Wiedersehen geben wird: Wenn auch wir unseren Lebenskreis auf dieser Erde schließen und in die Geborgenheit Gottes emporgehoben werden!

Dann werden wir nicht nur diejenigen sehen, die wir verloren zu haben glaubten, sondern wir werden auch Gott selbst sehen dürfen von Angesicht zu Angesicht. Und all unsere Trauer, all unsere Fragen und Zweifel werden verstummen.

Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre Eure Herzen und Sinne in Christus Jesus unserem Herrn. Amen.

Lied nach der Predigt

EG 98,1+3

1. Korn, das in die Erde, in den Tod versinkt, Keim, der aus dem Acker in den Morgen dringt - Liebe lebt auf, die längst erstorben schien: Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.

3. Im Gestein verloren Gottes Samenkorn, unser Herz gefangen in Gestrüpp und Dorn - hin ging die Nacht, der dritte Tag erschien: Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.

Fürbittengebet

Vater, wir bringen Dir all die Bilder, die wir vor Augen haben, wenn wir an unsere Verstorbenen denken;
unsere Erinnerungen an sie, an all das Schöne, das wir mit ihnen genießen durften, und auch an das Schwere, das wir miteinander geteilt haben.

Wir bringen dir unseren Dank für alles, was uns durch sie geschenkt wurde:
Freude und Heiterkeit,
Vertrauen und Zuversicht,
Trost und Ermutigung,
Geborgenheit und Liebe.

Wir bringen dir unsere Trauer um unsere Verstorbenen und alles, was wir durch ihren Tod verloren haben.
Wir bringen Dir unsere Fragen und unsere Sorgen,
Unsere Unsicherheit und unsere Angst,
unsere Zweifel und unsere Verzweiflung
uns alles, was uns das Leben ohne sie schwer macht.

Groß sind die Lasten, Gott, die du uns auferlegst.
Aber wir vertrauen darauf,
dass Du uns auch helfen wirst,
diese Lasten zu tragen,

dass Du in der Finsternis, die uns noch immer erfüllt und umgibt, eines Tages wieder ein Licht der Freude entzünden wirst,

dass Du uns neuen Mut schenkst
uns unser Weinen wieder in Lachen verwandelst;

dass Du stärker bist als der Tod. Amen.

Vaterunser

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme. Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute

und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Schlusslied

EG 63,4 und 6 / Melodie: Befiehl Du Deine Wege

4. Hier gehen wir und streuen die Tränensaat ins Feld, dort werden wir uns freuen im sel'gen Himmelszelt; wir sehnen uns hienieden dorthin ins Vaterhaus und wissen's: die geschieden, die ruhen dort schon aus.

6. Hilf du uns durch die Zeiten und mache fest das Herz, geh selber uns zur Seiten und führ uns heimatwärts. Und ist es uns hienieden so öde, so allein, o lass in deinem Frieden uns hier schon selig sein.

Segen

 

Geht hin unter dem Segen des Herrn:

Der Herr segne Euch und behüte Euch. Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über Euch und sei Euch gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht über Euch und gebe Euch Frieden Amen.

Musik zum Ausklang

Johann Sebastian Bach - BWV 140 Wachet auf, ruft uns die Stimme | 1 Chorus
Chor und Orchester der J. S. Bachstiftung St. Gallen, Schweiz

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