Gottesdienst zum 6. Sonntag nach Trinitatis, 11. Juli 2021

Musik zur Einstimmung

Johann Sebastian Bach (1685-1750), Jesu bleibet meine Freude, Orgel und Euphonium. Kappellenkirche in Rottweil; Martin Heinrichs, Euphonium, und Stefan Weist, Orgel.

Begrüssung

Guten Morgen, liebe Gemeinde, ich begrüße Sie herzlich zu unserem Gottesdienst.

Der 6. Sonntag nach dem Dreieinigkeitsfest steht unter dem Thema "Meine Taufe". Deshalblade ich Sie heute ein, mit mir über den Wochenspruch zum Sonntag der Taufe nachzudenken:

So spricht der Herr,
der dich erschaffen hat:
Fürchte dich nicht,
ich habe dich erlöst;
ich habe dich bei deinem Namen gerufen.
Du bist mein. (Jes. 43,1)

Lassen Sie uns beginnen mit dem ersten Lied 327,1+2.

Eingangslied

EG 327,1+2: Wunderbarer König

EG 327 Wunderbarer König.mp3
MP3-Audiodatei [5.6 MB]

1. Wunderbarer König,

Herrscher von uns allen,

lass dir unser Lob gefallen.

Deine Vatergüte

hast du lassen fließen,

ob wir schon dich oft verließen.

Hilf uns noch, stärk uns doch;

lass die Zunge singen, lass die Stimme klingen.

2. Himmel, lobe prächtig

deines Schöpfers Taten

mehr als aller Menschen Staaten.

Großes Licht der Sonne,

schieße deine Strahlen,

die das große Rund bemalen.

Lobet gern,

Mond und Stern,

seid bereit, zu ehren

einen solchen Herren.

Eingangsvotum

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Eingangspsalm EG 730 = Psalm 67

Männer:

Gott sei uns gnädig und segne uns,

er lasse uns sein Antlitz leuchten,

Frauen:

dass man auf Erden erkenne seinen Weg,

unter allen Heiden sein Heil.

Es danken dir, Gott, die Völker,

es danken dir alle Völker.

Die Völker freuen sich und jauchzen,

dass du die Menschen recht richtest

und regierst die Völker auf Erden.

Es danken dir, Gott, die Völker,

es danken dir alle Völker.

Das Land gibt sein Gewächs;

es segne uns Gott, unser Gott!

Es segne uns Gott,

und alle Welt fürchte ihn!

 

Alle gemeinsam:

 

Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Eingangsgebet

Lieber Vater im Himmel, wir danken Dir, dass Du uns eingeladen hast heute morgen zu diesem Gottesdienst und wir bitten Dich:

Nimm alle unsere Sorgen um unsere Zukunft, um Corona, um unsere eigene Gesundheit und das Glück unserer Lieben von unseren Herzen.

Lass uns offen sein für Deinen Zuspruch, dass er uns tröste.

Lass uns offen sein für Deinen Anspruch, damit er uns ansport zu einem lebendigen Glauben, zu tatkräftiger Liebe und zu einer frohen Hoffnung.

Das bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Schriftlesung

Der Auftrag des Auferstandenen
Matthäus 20,16-20

Die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte.

Und als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder. Einige aber hatten Zweifel.

Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde.

Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes,

und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.

Herr, dein Wort ist unseres Fußes Leuchte und ein Licht auf unserem Weg. Halleluja!

Gem.: Halleluja! Halleluja! Halleluja!

Glaubensbekenntnis

Wir bekennen gemeinsam unseren christlichen Glauben:

Ich glaube an Gott den Vater,

den Allmächtigen,

den Schöpfer des Himmels und der Erde

und an Jesus Christus,

seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,

empfangen durch den Heiligen Geist,

geboren von der Jungfrau Maria,

gelitten unter Pontius Pilatus,

gekreuzigt, gestorben und begraben,

hinabgestiegen in das Reich des Todes,

am dritten Tage auferstanden von den Toten,

aufgefahren in den Himmel,

er sitzt zur Rechten Gottes,

des allmächtigen Vaters,

von dort wird er kommen,

zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,

die heilige, christliche Kirche,

Gemeinschaft der Heiligen,

Vergebung der Sünden,

Auferstehung der Toten,

und das ewige Leben. Amen.

Wochenlied

EG 200,1+2: Ich bin getauft auf deinen Namen

1. Ich bin getauft auf deinen Namen,

Gott Vater, Sohn und Heilger Geist;

ich bin gezählt zu deinem Samen,

zum Volk, das dir geheiligt heißt.

Ich bin in Christus eingesenkt,

ich bin mit seinem Geist beschenkt.

2. Du hast zu deinem Kind und Erben,

mein lieber Vater, mich erklärt;

du hast die Frucht von deinem Sterben,

mein treuer Heiland, mir gewährt;

du willst in aller Not und Pein,

o guter Geist, mein Tröster sein.

Predigt

über den Wochenspruch:

So spricht der Herr:

Fürchte dich nicht
ich habe dich erlöst.
Ich habe dich bei deinem Namen gerufen.
Du bist mein.

Jesaja 43,1

1. Fürchte dich nicht

Liebe Gemeinde,

ob wir wollen oder nicht: Angst und Sorgen sind ständige Begleiter unseres Lebens!

Schauen Sie sich um: da gibt es Gemeindeglieder, die sonst immer bei uns waren, wenn wir Gottesdienst feiern. Wir kennen ihre Gesichter, wir kennen ihre Stimmen – aber sie sind nicht hier, weil sie Angst haben, sich mit Corona anzustecken.

Es sind Menschen unter uns, die daheim einen kranken Ehepartner haben. Natürlich bemühen sie sich, das Leben mit ihm oder ihr solange zu genießen, wie es geht – aber die Angst vor dem Abschied ist immer da. Wie wird es mal sein ohne ihn oder sie – den geliebten Menschen an meiner Seite?

Jahr für Jahr feiern wir Geburtstag – fröhlich, dankbar und glücklich. Aber je älter wir werden, stellen wir uns mehr und mehr die Frage: Wie viele Geburtstage hab ich eigentlich noch? Wie wird das sein, wenn ich alt werde? Krank werde?

Und selbst wenn jemand unter uns ist, der sich um sich selbst keine Sorgen macht, der macht sich Sorgen um andere.

Ein arabisches Sprichwort sagt: „Sobald Du Mutter bist, läuft Dein Herz draußen rum.“ Und das gilt genauso auch für Väter: sobald wir Eltern sind, werden wir unruhig, wenn unsere Kinder ins Auto steigen oder – noch schlimmer – auf’s Motorrad. Und wenn dann ein Martinshorn irgendwo erklingt, dann ... Sie wissen, was ich meine.

Ob wir wollen oder nicht: Angst und Sorgen sind ständige Begleiter unseres Lebens!

Gott lässt uns heute durch den Propheten Jesaja sagen: Fürchte Dich nicht. Hab keine Angst. Vertraue!

Aber ganz so einfach ist das nicht. Darum lasst uns einmal genau hinsehen, was der Prophet uns sagen will:

2. Ich habe dich erlöst

Erlösung ist so ein Wort, dass wir heute eigentlich nur noch dann in den Mund nehmen, wenn ein alter Mensch nach schwerem Krankenlager endlich die Augen schließen kann.

Deswegen benutzen wir es so selten und auch ungern. Was soll Erlösung sein? Das hebräische Wort ישעה im Jesajabuch meint noch viel mehr als das.

Heilwerden, frei werden ist hier gemeint.

Gott sagt uns zu: Fürchte dich nicht, ich mache dich heil und frei.

Wenn Gott uns ישעה zuspricht, dann meint er: er schenkt uns Freiheit von allem, was uns quält.

Was vielleicht in meinem Leben nicht gelungen war.
Wo ich Fehler gemacht habe oder Hilfe schuldig geblieben bin.
Wo ich geschwiegen habe, wo ein klares Wort notwendig gewesen wäre.
Wo ich geredet habe, wo es besser gewesen wäre, ich hätte geschwiegen.

Ach, da ist so manches, was wir alle mit uns herumtragen an Versäumten und Misslungenen. Gott sagt zu uns: Du bist erlöst. Du bist frei. Denn jetzt steht nichts mehr zwischen uns.

Seitdem Jesus Christus hier unter uns war – der übrigens genau diesen Namen trug ישעה – seitdem Jesus Christus, der Heilbringer, unter uns war und uns klar gemacht hat: Ihr könnt gesund werden, Ihr könnt frei werden, wenn ihr umkehrt – seitdem gilt diese Botschaft für jede und jeden von uns:

Wer umkehrt, der wird frei!

3. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen

Im Alten Testament ist der Name etwas ganz wichtiges. Der Name ist so viel wie die ganze Identität. Wenn man einen Menschen beim Namen kennt, dann kann man ihn ansprechen, rufen, suchen und finden.

Das kennen wir alle, wie schwierig es ist, uns über einen Menschen zu unterhalten, dessen Name uns nicht mehr einfällt.

Oder versuchen Sie einmal, jemanden zu rufen, er möge sich doch mal umdrehen ... und sie wissen den Namen nicht.

Der Name, das ist die Person, und mit dem Namen verbinden wir das Aussehen, den Charakter, unsere Erlebnisse und Erinnerungen.

Wer den Namen des anderen kennt, der ist mit ihm verbunden. Und wer sogar den Namen des anderen selber trägt, also zur Familie gehört, der gehört untrennbar mit ihm zusammen.

Das meint auch dieses Wort aus Jesaja. Jede und jeder von uns ist bei Gott wohlbekannt. Er kennt uns beim Namen. Und weil wir getauft sind, tragen wir sogar den großen Familiennamen aller, die an Jesus glauben: Christen.

4. Du bist mein

Nichts anderes sagt, die letzte Strophe unseres Wochenspruchs Wortes: Du bist mein.

Wir alle gehören zu einer großen Familie. Und keiner unserer Namen geht je vergessen und verloren, weil Gott uns alle kennt. Jeder und jede von uns ist sein geliebtes Kind, das er niemals vergisst.

Ja, noch mehr: wir gehören zu ihm. Wir gehören ihm. Das ist zwar jetzt nicht gerade ein angenehmer Gedanke, jemandes Eigentum zu sein. Eigentlich sind wir ja stolz darauf, dass nur wir selbst über uns bestimmen und unser eigener Herr oder Herrin sind.

So ganz sind wir es nicht. Wir sind Geschöpfe aus Gottes Hand. Er hat uns geschaffen und uns unser Leben geschenkt. Alle Energie und alle Ideen, alle Lebensfreude und alle Schaffenskraft sind von ihm.

Wer also meint auf sich selbst und sein Leben stolz zu sein, der darf sich gerne einmal auf die christliche Tugend der Demut besinnen, wie sie in der Apostelgeschichte so treffend beschrieben ist:

„Gott ist nicht ferne von einem jeden unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir.“

 

Ist das nicht ein wunderbarer Wochenspruch zum heutigen Sonntag, dem Sonntag an dem wir an unsere Taufe erinnert werden?

Wenn Sie sich heute an Ihre Taufe erinnern, an das unzertrennliche Band der Liebe zwischen Gott und Ihnen, dann denken Sie an diese beiden Botschaften, die uns das Jesajawort heute mitgeben möchte:

 

Hab keine Angst! Gott hat Dich frei und heil gemacht.

Und sei nicht zu stolz auf Dich selbst, denn Du gehörst allein Gott, der Dich kennt, und Deinen Namen kennt für alle Zeit.

Amen.

Lied nach der Predigt

EG 200,5+6: Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue

5. Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue

Leib, Seel und Herz zum Opfer hin;

erwecke mich zu neuer Treue

und nimm Besitz von meinem Sinn.

Es sei in mir kein Tropfen Blut,

der nicht, Herr, deinen Willen tut.

6. Lass diesen Vorsatz nimmer wanken,

Gott Vater, Sohn und Heilger Geist.

Halt mich in deines Bundes Schranken,

bis mich dein Wille sterben heißt.

So leb ich dir, so sterb ich dir,

so lob ich dich dort für und für.

Totengedenken

Wir gedenken heute unserer Gemeindeglieder Johann Hinrich Krieger und Rita Kühling.

Gebet

Lieber Vater im Himmel,

wir danken Dir, dass Du Johann Hinrich Krieger und Rita Kühling ein langes und erfülltes Leben geschenkt und sie durch ihr Leben begleitet und geführt hast wie ein guter Hirte.

So unterschiedlich auch die Lebenswege dieser beiden Menschen war: Du hast ihr Leben gesegnet mit Liebe und Erfüllung.

Wir danken dir für alles Gute, dass du unseren beiden Verstorbenen und ihren Familien geschenkt hast – auch für die Stunden gemeinsamer Freude und gemeinsam getragenen Leides, durch die sie miteinander verbunden waren.

Wir bitten Dich: erfülle an Johann Hinrich Krieger und Rita Kühling Deine Verheißungen, an die sie glaubten und nach denen sie sich sehnten.

Hilf uns allen – vor allem aber ihren Angehörigen und Freunde, sie getrost und voller Hoffnung in deine guten Hände zu legen - wissend, dass Du stärker bist als der Tod.

Amen.

Lied nach dem Totengedenken

EG 398,1+2: In Dir ist Freude

EG 398 In dir ist Freude.mp3
MP3-Audiodatei [4.4 MB]

1. In dir ist Freude in allem Leide,

o du süßer Jesu Christ!

Durch dich wir haben himmlische Gaben,

du der wahre Heiland bist;

hilfest von Schanden, rettest von Banden.

Wer dir vertrauet, hat wohl gebauet,

wird ewig bleiben. Halleluja.

Zu deiner Güte steht unser G'müte,

an dir wir kleben im Tod und Leben;

nichts kann uns scheiden. Halleluja.

2. Wenn wir dich haben, kann uns nicht schaden

Teufel, Welt, Sünd oder Tod;

du hast's in Händen, kannst alles wenden,

wie nur heißen mag die Not.

Drum wir dich ehren, dein Lob vermehren

mit hellem Schalle, freuen uns alle

zu dieser Stunde. Halleluja.

Wir jubilieren und triumphieren,

lieben und loben dein Macht dort droben

mit Herz und Munde. Halleluja.

Fürbittengebet

Du, aus dem wir kommen und zu dem wir gehen,

wir sind getauft:

mit Wasser und mit Worten hast du uns berührt.

Lass uns bleiben und wachsen

im Glauben, in der Liebe und in der Hoffnung.

Wir beten für die Christinnen und Christen in allen Kirchen und Konfessionen:

Sie sind getauft, sie sind deine Kinder und Erben wie wir.

Lass uns den Reichtum erkennen, der in der Vielfalt liegt.

Fördere das Gemeinsame, das uns alle verbindet.

Bewahre alle, die um ihres Glaubens willen verfolgt werden.

Wir beten für die Menschen aller Religionen:

Lass sie Orte finden, einander zu begegnen,

Wege, sich zu verstehen

und schenke uns Räume,

voneinander zu lernen.

Wir beten für die Menschen,

die sich von dir abgewendet haben,

für die, die an nichts glauben können

und für die, denen nichts heilig ist.

Stille du ihre Sehnsucht nach Leben

und führe sie zur Erkenntnis der Wahrheit.

Und in der Stille bringen wir das vor Gott, was jede und jeden von uns persönlich bewegt.

Gebetsstille

Vaterunser

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe,

wie im Himmel,

so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute

und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Schlusslied

EG 351,13: Mein Herze geht in Sprüngen

13. Mein Herze geht in Sprüngen

und kann nicht traurig sein,

ist voller Freud und Singen,

sieht lauter Sonnenschein.

Die Sonne, die mir lachet,

ist mein Herr Jesus Christ;

das, was mich singen machet,

ist, was im Himmel ist.

Segen

Geht hin unter dem Segen des Herrn:

Der Herr segne euch und behüte euch.

Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über euch und sei euch gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht über euch und gebe euch Frieden. Amen.

Musik zum Ausklang

Johann Sebastian Bach (1685-1750), Choralvorspiel „In dir ist Freude“ G-dur BWV 615, aus dem „Orgelbüchlein (BWV 599-644), gespielt von Wolfgang Zerer, Orgel

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Evangelische Friedrichsgemeinde Worms