Friedrichsgemeinde Worms
Friedrichsgemeinde   Worms

Sonntag Laetare, 14. März 2021

Orgelvorspiel

E. Gigout - 10 Pièces pour orgue - Toccata

Wochenspruch

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, so bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht. (Joh 12,24)

Eingangslied = Wochenlied

EG 384,1+2: Lasset uns mit Jesus ziehen

1. Lasset uns mit Jesus ziehen, seinem Vorbild folgen nach, in der Welt der Welt entfliehen auf der Bahn, die er uns brach,

immerfort zum Himmel reisen, irdisch noch schon himmlisch sein, glauben recht und leben rein, in der Lieb den Glauben weisen. Treuer Jesu, bleib bei mir, gehe vor, ich folge dir.

 

4. Lasset uns mit Jesus leben. Weil er auferstanden ist, muss das Grab uns wiedergeben. Jesu, unser Haupt du bist, wir sind deines Leibes Glieder, wo du lebst, da leben wir; ach erkenn uns für und für, trauter Freund, als deine Brüder! Jesu, dir ich lebe hier, dorten ewig auch bei dir.

Text: Sigmund von Birken 1653

Lasset uns mit Jesus ziehen.mp3
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Eingangsvotum

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Eingangs-Psalm 84

Wenn Sie diesen Gottesdienst zu zweit feiern, können Sie sich beim Beten des Psalms abwechseln:

Freude am Hause Gottes

Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Zebaoth!
Meine Seele verlangt und sehnt sich nach den Vorhöfen des Herrn;

mein Leib und Seele freuen sich
in dem lebendigen Gott.

Der Vogel hat ein Haus gefunden und die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen –

deine Altäre, Herr Zebaoth, mein König und mein Gott.

Wohl denen, die in deinem Hause wohnen; die loben dich immerdar.

Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten und von Herzen dir nachwandeln!

Wenn sie durchs dürre Tal ziehen, wird es ihnen zum Quellgrund, und Frühregen hüllt es in Segen.

Sie gehen von einer Kraft zur andern und schauen den wahren Gott in Zion.

Herr Zebaoth, wohl dem Menschen, der sich auf dich verlässt!

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Eingangsgebet

Barmherziger Vater, wir kennen beides:
Licht und Schatten, Höhen und Tiefen, Glück und Pech; Freude und Leid.

Manchmal forderst Du uns heraus, Gott, weil Du uns schwere Tage auferlegst, Tage, die uns viel Kraft kosten.

Aber Du hilfst Du auch. Du schenkst uns Kraft und Durchhaltevermögen und stellst uns Menschen an die Seite, die uns beistehen und uns Freude machen.

Manchmal schenkst Du uns aber auch ganz überraschend und unverdient herrliche Freude, barmherziger Vater. Freude an der Sonne und am Licht, Freude über eine glückliche Begegnung mit anderen Menschen, Freude über einen von vorne bis hinten gelungenen Tag. Dafür danken wir Dir in Freude.

Wir bitten Dich an diesem Freudensonntag mitten in der Passionszeit: Lass uns Christus nahe sein, der unsere Freude zu seiner Freude und unser Leid zu seinem Leid gemacht hat.

Darum bitten wir Dich durch ihn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Schriftlesung: Johannes 12,20-25

Dieses Bibelwort ist zugleich auch unser Predigttext:

Es waren aber einige Griechen unter denen, die heraufgekommen waren, um anzubeten auf dem Fest.

Die traten zu Philippus, der von Betsaida aus Galiläa war, und baten ihn und sprachen: Herr, wir wollten Jesus gerne sehen.

Philippus kommt und sagt es Andreas, und Philippus und Andreas sagen's Jesus weiter.

Jesus aber antwortete ihnen und sprach: Die Zeit ist gekommen, dass der Menschensohn verherrlicht werde.

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.

Wer sein Leben lieb hat, der wird's verlieren; und wer sein Leben auf dieser Welt hasst, der wird's erhalten zum ewigen Leben.

Wer mir dienen will, der folge mir nach; und wo ich bin, da soll mein Diener auch sein. Und wer mir dienen wird, den wird mein Vater ehren.

Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Amen.

Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott den Vater,

den Allmächtigen,

den Schöpfer des Himmels und der Erde

und an Jesus Christus,

seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,

empfangen durch den Heiligen Geist,

geboren von der Jungfrau Maria,

gelitten unter Pontius Pilatus,

gekreuzigt, gestorben und begraben,

hinabgestiegen in das Reich des Todes,

am dritten Tage auferstanden von den Toten,

aufgefahren in den Himmel,

er sitzt zur Rechten Gottes,

des allmächtigen Vaters,

von dort wird er kommen,

zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,

die heilige, christliche Kirche,

Gemeinschaft der Heiligen,

Vergebung der Sünden,

Auferstehung der Toten,

und das ewige Leben. Amen.

Wochenlied

EG 398,1: In Dir ist Freude

In dir ist Freude in allem Leide,

o du süßer Jesu Christ!

Durch dich wir haben himmlische Gaben,

du der wahre Heiland bist;

hilfest von Schanden, rettest von Banden.

Wer dir vertrauet, hat wohl gebauet,

wird ewig bleiben. Halleluja.

Zu deiner Güte steht unser G'müte,

an dir wir kleben im Tod und Leben;

nichts kann uns scheiden. Halleluja.

Predigt über Johannes 12,20-25

Liebe Gemeinde,

Freude und Leid passen nicht zusammen, oder doch?

In unserem Gemeindebrief gibt es eine Seite, die so heißt: Freud und Leid. Da werden einerseits die Namen von glücklichen Liebenden genannt, die sich das Ja-Wort gegeben haben an einem jubelnden Festtag. Und die Namen von Kindern, die zur Welt gekommen sind und in unserer Kirche getauft wurden. Andererseits: auf der gleichen Seite stehen Namen von Menschen, die gegangen sind – alt und lebenssatt die einen, zu früh und mitten aus dem Leben gerissen die anderen. Menschen, um die man weint.

Freud und Leid, passt das zusammen?

In der Passionszeit ist es still in unseren Kirchen. Kein Halleluja klingt. Kein Gloria. Die Freude tritt zurück hinter das Gedenken an die schweren Tage und Wochen, die Jesus überstehen musste, als er verraten und verkauft wurde, als er verurteilt und verspottet wurde, als er seinen Kreuzbalken trug und letztendlich an diesen Balken genagelt starb.

Und mitten in dieser Zeit des ernsten gibt es einen Sonntag der „Lätare“ heißt: Freut Euch!
Der heutige Sonntag trägt schon seit dem Mittelalter diesen Namen: Lätare. Freut Euch! Mitten in der Passionszeit.

Was gibt es daran zu freuen? Dass ein Mensch leidet, zum Tode verurteilt wird und stirbt, ein Mensch wie Jesus, der sich nichts hat zu Schulden kommen lassen, außer, dass er die Liebe und die Herzenswärme für höher geachtet hat als das kalte Diktat des Gesetzes?

Was gibt es daran zu freuen, wenn solch eine Ungerechtigkeit geschieht?

Was gibt es daran zu freuen, wenn Menschen leiden oder und sich gegenseitig Leid antun?

Passionszeit und Freudensonntag, wie passt das zusammen!?

Jesus beantwortet diese Frage mit einem Bild:

Wenn Du erntest, dann freust Du Dich doch, oder? Ernten kannst Du aber nur, wo vorher gesät wurde. Säen heißt aber: Da muss zuerst ein Korn sterben, damit neues Leben – vielfaches neues Leben – erwacht.

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht. Der Freude über die Frucht geht also das Sterben voraus: das Sterben des Kornes um des Lebens willen.

Der Evangelist Johannes schildert da eine merkwürdige Situation, in der Jesus dieses Wort sagen lässt:

Da kommen Menschen von weit her, Touristen sozusagen, Griechen, die sich in Jerusalem gerade als Gäste aufhalten. Sie haben auch von Jesus gehört, und möchten sich diesen viel versprechenden jungen Mann, von dem gerade überall so viel geredet wird, einmal näher ansehen. Sie fragen Philippus und Andreas, und die wiederum fragen Jesus: Du, Jesus, da sind welche, die Dich gerne mal kennen lernen möchten. Kannst Du mal rauskommen?

Jesus geht aber nicht hin. Er geht nicht hinaus und er bittet sie auch nicht herein. Er will sich nicht besichtigen lassen. Er lässt ihnen ein Bildwort ausrichten, das wie ein Rätsel klingt:

Bevor eine Frucht heranwächst und zu sehen ist, muss erst einmal ein Korn in die Erde gelegt werden und sterben. Sonst wächst nichts. Das leuchtet Euch doch ein, oder?

Wer also nicht bereit ist, sein Leben hinzugeben so wie ein Korn, das in die Erde gelegt wird, der wird aus seinem Leben auch nichts machen. Das Leben wird umsonst gelebt sein, wenn es sich nicht hingibt.

Das ist der Grund, liebe Gemeinde, warum Jesus sich nicht „besichtigen“ lässt. Er kündigt an, dass er ja noch unterwegs ist, und dass sein Weg und seine Sendung erst dann zum Ziel gekommen sind, wenn er gestorben ist. Dann erst gibt es etwas zu sehen, dann erst gibt es etwas zu erkennen:

Der Gedemütigte wird als der Erhöhte noch am Kreuz den römischen Hauptmann überzeugen: Dieser ist wahrlich Gottes Sohn gewesen.

Der Hingerichtete wird als Auferstandener von Gott ins Recht gesetzt wird, dann erst ist die Zeit der Frucht. Dann erst ist die Zeit zur Freude.

Genau darum, liebe Gemeinde, geht es am Sonntag Lätare.

Zum Einen um unsere Dankbarkeit für das, was Jesus für uns getan hat: für seine Worte, für sein Handeln, für seine Liebe und für seine Demut.

Zum Anderen geht es um unser eigenes Leben. Wollen nicht auch wir Frucht bringen? Will nicht letztlich jeder von uns, dass er Spuren hinterlässt in dieser Welt und unter den Menschen?

Dann müssen wir zuerst einmal säen. Körner in die Erde legen, die augenscheinlich erst einmal sterben.

So miteinander sprechen wie Jesus es tat: verständlich und überzeugend.

So handeln, wie Jesus es tat: liebevoll und wirkmächtig.

So lieben, wie Jesus es tat: kompromisslos und mit ganzem Herzen.

So Demut üben, wie Jesus es tat: einander dienen und für einander da sein.

Das Korn muss erst sterben, ehe es Frucht bringt. Dann aber wird die Frucht hundertfältig sein. Amen.

 

Lied nach der Predigt

EG 396,1+2: Jesu, meine Freude

1. Jesu, meine Freude,

meines Herzens Weide,

Jesu, meine Zier:

ach, wie lang, ach lange

ist dem Herzen bange

und verlangt nach dir!

Gottes Lamm, mein Bräutigam,

außer dir soll mir auf Erden

nichts sonst Liebers werden.

2. Unter deinem Schirmen

bin ich vor den Stürmen

aller Feinde frei.

Lass den Satan wettern,

lass die Welt erzittern,

mir steht Jesus bei.

Ob es jetzt gleich kracht und blitzt,

ob gleich Sünd und Hölle schrecken,

Jesus will mich decken.

Jesu meine Freude.wma
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Totengedenken

Wir trauern mit den Angehörigen um unser Gemeindeglied Birgitt Ute Schesack geb. Mai.

Sie starb am 20. Februar diesen Jahres im Alter von 66 Jahren und wohnte zuletzt an der Martinspforte 7.

Wir haben sie am 8. März 2021 im Friedwaldareal der Hochheimer Höhe bestattet mit dem Vertrauen auf das Wort des Apostels Paulus:

Nun aber bleiben Glaube, Liebe, Hoffnung. Aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

1. Kor. 13,13

Gebet

Wir gedenken unserer Verstorbenen mit einem Gebet von Dorothea Steigerwald:

Jesus, wenn es dunkel um mich ist und ich durch ein tiefes Tal gehe, so bist du bei mir.

Du richtest mich auf und schenkst mir Ruhe mitten im Sturm.

Ich lege mein Leben ganz in deine Hand und vertraue darauf, dass du etwas Gutes daraus machen wirst. Amen.

Liedvers zum Totengedenken

EG 396,6: Weicht, Ihr Trauergeister

6. Weicht, ihr Trauergeister, denn mein Freudenmeister, Jesus, tritt herein. Denen, die Gott lieben, muss auch ihr Betrüben lauter Freude sein. Duld ich schon hier Spott und Hohn, dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude.

Weicht, ihr Trauergeister.wma
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Fürbittengebet

Wir bitten wir dich nun, Gott:

 

Hilf uns, die zugesagte Versöhnung unter uns lebendig zu halten oder endlich lebendig werden zu lassen. Lass uns dieses Ende am Kreuz als den Beginn eines neuen Lebens begreifen.

 

Wo deinen Geschöpfen die Würde verweigert wird, lass Liebe aufstehn.

Wo Gerechtigkeit zerstört wird, lass das Gefühl für das Recht aufleben;

wo Hoffnung gekreuzigt wird, lass Glauben überleben;

wo Frieden chancenlos scheint, lass Leidenschaft aufblühn;

wo Wahrheit mit Füßen getreten wird lass den Kampf weitergehen;

wo die Angst lähmt, lass Vergebung aufbrechen.

Besonders, Gott, legen wir dir alle Menschen ans Herz, die in diesen Tagen gegen die Pandemie ankämpfen.

Schenke den Erkrankten neue Kraft und Gesundheit.

Stärke alle jeden Tag neue Kraft, die als Ärzte und Ärztinnen, Pfleger oder Pflegerinnen heilen, schützen, impfen und pflegen.

Und hilf uns, gesund zu bleiben und in Achtsamkeit und Rücksicht miteinander umzugehen. Amen

Vaterunser

Vater unser im Himmel, geheiligt werde Dein Name.

Dein Reich komme. Dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute

und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn Dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Schlusslied

EG 98,1-3: Korn, das in die Erde in den Tod versinkt

1. Korn, das in die Erde, in den Tod versinkt, Keim, der aus dem Acker in den Morgen dringt -

Liebe lebt auf, die längst erstorben schien: Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün. (Joh 12,24)

2. Über Gottes Liebe brach die Welt den Stab, wälzte ihren Felsen vor der Liebe Grab. Jesus ist tot. Wie sollte er noch fliehn? Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.

3. Im Gestein verloren Gottes Samenkorn, unser Herz gefangen in Gestrüpp und Dorn – hin ging die Nacht, der dritte Tag erschien: Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.

Text: Jürgen Henkys (1976) 1978

Korn, das in die Erde.mp3
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Segen

Der Herr segne Euch und behüte Euch.

Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über Euch und sei Euch gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht über Euch und gebe Euch Frieden +. Amen.

Orgelnachspiel

"Air" aus der Orchestersuite Nr. 2 von Johann Sebastian Bach mit Eva Schad an der Hillebrand-Orgel der Christuskirche Bremerhaven

Joh. Seb. Bach, Air.mp3
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