Evangelische Friedrichsgemeinde Worms
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Neujahrsandacht zur Jahreslosung 2022

Neujahrsandacht 2022

1. Januar 2022

17.00 Uhr Friedrichskirche

Musikalische Einstimmung

Begrüssung

Herzlich Willkommen zu unserer Neujahrsandacht!

 

Wir wünschen Ihnen allen einen hoffnungsvollen Beginn dieses Jahres 2022 und Gottes Segen.

Auch das neue Jahr wollen wir wie jedes Jahr mit den vertrauensvollen Worten einer chinesischen Christin beginnen:

Ich sagte zu dem Engel,

der an der Pforte des neuen Jahres stand:

Gib mir ein Licht,

damit ich sicheren Fußes der Ungewissheit entgegengehen kann.

Der Engel des neuen Jahres aber antwortete:

Geh nur hin in die Dunkelheit

und lege deine Hand in die Hand Gottes.

Das ist besser als ein Licht

und sicherer als ein bekannter Weg.

Eingangslied

EG 62,1+2+5:
Jesus soll die Losung sein

1. Jesus soll die Losung sein,
da ein neues Jahr erschienen;
Jesu Name soll allein
denen heut zum Zeichen dienen,
die in seinem Bunde stehn
und auf seinen Wegen gehn.

 

2. Jesu Name, Jesu Wort
soll bei uns in Zion schallen,
und so oft wir an den Ort,
der nach ihm genannt ist, wallen,
mache seines Namens Ruhm
unser Herz zum Heiligtum.

 

5. Jesus, aller Bürger Heil
und der Stadt ein Gnadenzeichen,
auch des Landes bestes Teil,
dem kein Kleinod zu vergleichen,
Jesus, unser Trost und Hort,
sei die Losung fort und fort.

 

Eingangsvotum

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen.

Eingangspsalm

(im Wechsel: EG +171 mit Kehrvers)

EG 170 Nie sind wir allein.mp3
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Frauen:
Wer unter dem Schutz des Höchsten wohnt, wer im Schatten des Gewaltigen übernachtet – der sagt wie ich über den HERRN:

Männer:
Meine Zuflucht ist er und meine Burg,
mein Gott, ihm will ich vertrauen!”

Ja, er rettet dich vor dem Netz des Jägers, vor den Verderben bringenden Pfeilspitzen.

Er breitet seine Schwingen aus über dir.
Unter seinen Flügeln findest du Schutz.

EG 170 Nie sind wir allein.mp3
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Wie ein Schild schützt dich seine Treue, wie eine Schutzmauer umgibt sie dich.

Du musst keine Angst mehr haben:
weder vor den Gefahren, die in der Nacht drohen – noch vor den Pfeilen, die am Tag daherfliegen.

Du brauchst dich nicht zu fürchten:
weder vor der Pest, die sich heimlich ausbreitet – noch vor den Seuchen, die offen wüten.

Ja, du sagst wie ich: „Der HERR ist meine Zuflucht!"”
Beim Höchsten hast du ein Versteck gefunden.

EG 170 Nie sind wir allein.mp3
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Kein Unheil wird über dich hereinbrechen
und kein Schicksalsschlag wird dein Zelt treffen.

Denn er wird seinen Engeln befehlen,
dich zu beschützen, wohin du auch gehst.

Auf ihren Händen sollen sie dich tragen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt.

EG 170 Nie sind wir allein.mp3
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Gebet

Guter Vater,

am Beginn dieses Jahres danke ich Dir

für alles, was mir im vergangenen Jahr gelungen ist,

für alles, was mich froh und glücklich gemacht hat,

und für die Kraft auszuhalten,

was misslungen ist

und was mich traurig gemacht hat.

Ich lasse los, was vergangen ist,

und lege es in deine Hände zurück,

damit meine Hände leer sind für all das,

was du mir im in diesem neuen Jahr geben wirst.

Voll Zuversicht schaue ich

auf 2022, auch wenn ich weiß,

dass es nicht nur Freude,

sondern auch Leid bringen wird.

Ich bitte Dich,

lass mich im Glück nicht vergessen,

dass andere meinen Beistand brauchen,

und lass mich im Kummer Menschen finden,

die für mich da sind und mir tragen helfen.

Das bitte ich Dich durch Jesus Chri­stus, deinen Sohn, unseren Herrn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Schriftlesung

Das Brot des Lebens
(Johannes 6,35-40)

Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.

Aber ich habe euch gesagt: Ihr habt mich gesehen und glaubt doch nicht. Alles, was mir der Vater gibt, das kommt zu mir; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.

Denn ich bin vom Himmel gekommen, nicht damit ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.

Das ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich nichts verliere von allem, was er mir gegeben hat, sondern dass ich’s auferwecke am Jüngsten Tage.

Denn das ist der Wille meines Vaters, dass, wer den Sohn sieht und glaubt an ihn, das ewige Leben habe; und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tage.

Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren.
Halleluja!

Lied vor der Predigt:

EG 61,1+2: Hilf, Herr Jesu, lass gelingen (Melodie 166)

1. Hilf, Herr Jesu, lass gelingen,

hilf, das neue Jahr geht an;

lass es neue Kräfte bringen,

dass aufs neu ich wandeln kann.

Neues Glück und neues Leben

wollest du aus Gnaden geben.

2. Was ich sinne, was ich mache,

das gescheh in dir allein;

wenn ich schlafe, wenn ich wache,

wollest du, Herr, bei mir sein;

geh ich aus, wollst du mich leiten;

komm ich heim, steh mir zur Seiten.

Besinnung
über die Jahreslosung 2022

Jesus Christus spricht:
Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.

Johannes 6,37

Liebe Mitchristinnen und Mitchristen,

nun stehen wir wieder vor einer geöffneten Tür. Das neue Jahr! Ganz frisch liegt es vor uns. Unsere Kalender sind noch fast unberührt – eins, zwei Termine stehen vielleicht schon drin – und die meisten von uns haben schon mal nachgesehen, auf welchen Tag unser Geburtstag fällt.

Aber sonst ist uns dieses Jahr noch unbekannt. Wir wissen nicht, was uns erwartet und was genau uns dieses Jahr bringen wird. Und die meisten von uns wissen nicht so recht, ob sie sich auf das neue Jahr freuen, oder ob sie sich davor fürchten müssen.

Das Gefühl, vor einer Tür zu stehen und nicht zu wissen, wer einen wie empfängt und was einen dahinter erwartet, kennen wir alle.

Jede Tür kann andere Gefühle in uns auslösen. Stehen wir vor dem Amtszimmer einer Behörde, ist uns meistens etwas mulmig. Stehen wir vor der Haustür von Freunden, freuen wir uns auf das Wiedersehen, auf die Gespräche und das gemeinsame Lachen. Stehen wir vor dem Sprechzimmertür einer Arztpraxis, fühlen wir uns unsicher und hoffen auf gute Nachrichten oder auf Hilfe in gesundheitlichen Problemen. Klingelt es an unserer Haustür, freuen wir uns, weil gleich unsere Kinder oder Enkel hereinstürmen und uns umarmen.

Unzählige „Türmomente“ erleben wir im Laufe unseres Lebens – hinter und vor Türen. Wunderschöne und unangenehme. Türen können trennen und verbinden. Meist hängt es von beiden Seiten ab – vor und hinter der Tür.

Und im Moment kann man eigentlich überhaupt nicht mehr ungehindert durch eine Tür irgendwo hineingehen. Zieh die Maske auf! Hol das Handy raus mit der Luca-App und zeig Deinen digitalen Impfnachweis vor. Überall sitzen Aufpasser oder Aufpasserinnen, die dafür sorgen, dass wir geschützt sind und die anderen auch.

Türmomente sind zur Zeit eher Kontrollmomente – oder Momente, wo Menschen abgewiesen werden.

Bei Jesus ist das anders. Er sagt einfach und schlicht: Wer zu mir kommt, der wird nicht kontrolliert, der muss keine Luca-App und keine Covid-App vorzeigen, und Maske tragen braucht er schon garnicht:

„Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“

Schauen wir uns die Grafik von Stefanie Bahlinger an, die uns die neue Jahreslosung näherbringen will.

Eine geöffnete Tür weckt meine Neugierde: wer hat sie geöffnet und für wen? Ich sehe nur einen kleinen Ausschnitt des Raums dahinter. Niemand da? Wer und was erwarten mich, wenn ich mich nähere? Darf ich eintreten?

Auf einem Tisch liegt ein Brot, dicht daneben steht ein Glas Wein. Für wen? Der Tisch ist nur angedeutet, wirkt schwebend. Sonst sind keine Möbel zu sehen. Nur warmes, einladendes Licht, das von hinten in den Raum fällt und sich nach außen hin ausbreitet. Woher kommt es? Der Lichtkegel sieht aus wie ein Weg. Der Zutritt ist barrierefrei, der Eintritt frei – kein „Türsteher“, keine Kontrolle.

Das warme Licht des Zimmers lädt ein einzutreten. Schutz und Wärme zu finden vor dem was mich draußen an Dunklem oder Bedrohlichen umgibt.

Wo finde ich diesen Raum mit seiner geheimnisvollen Weite, diesen Ort, an dem ich mich zuhause und geborgen fühlen könnte? Wo finde ich diesen Sehnsuchtsort? Wo öffnet sich mir eine solche Tür?

Das Brot und der Wein auf dem kaum sichtbaren Tisch sagt uns sofort, wer hier auf uns wartet: Jesus Christus, das Licht der Welt. Jesus Christus, der mich sättigen möchte nicht nur mit Brot und Wein, sondern mit Liebe, mit Hoffnung und mit der Vergebung all dessen, womit ich mir mein Leben selbst dunkel gemacht habe.

Wir erkennen in Brot und Wein sofort den Gastgeber, der uns zu sich einlädt und verspricht:

„Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“

Was aber genau erwartet uns denn nun, wenn wir da hinein gehen, uns mit Jesus an den Tisch setzen und Brot und Wein miteinander teilen? Was hat das mit dem neuen Jahr zu tun? Mit der Tür die sich heute Nacht für uns geöffnet hat und durch die viele von uns nur zögerlich gegangen sind?

Auf den Punkt gebracht: Was bitteschön hat das Abendmahl mit dem Neuen Jahr zu tun?

Zum einen: Im Abendmahl ist Christus in unserer Mitte. Wir können seine Gegenwart spüren, ja sogar schmecken. Im Neuen Jahr wird Christus auch an unserer Seite sein – und zwar immer! In all unserer Unsicherheit, in unserem Wagen und Verzagen, in unserem Gelingen und in unserem Versagen. „Ich werde Dich nicht abweisen“, sagt Christus. Das heißt: „Ich bin immer da, wenn Du zu mir kommst.“

Zum anderen: Das Abendmahl sättigt uns auf andere Weise als ein normales Essen. Wenn wir Brot und Wein in uns aufnehmen, so ist das ein Symbol dafür, dass wir Christus in unsere Herzen aufnehmen und ihm schon im Hier und Jetzt nahe sind. Nichts und niemand kann uns von ihm und seiner Liebe trennen. Auch nicht der Tod.

Und zum dritten: Im Abendmahl haben wir immer auch Gemeinschaft mit anderen. Abendmahl erleben wir ja nicht nur mit Christus sondern immer auch zusammen mit anderen Mitchristen und Mitchristinnen. Und genau das gilt auch im Neuen Jahr: Wir werden jeden einzelnen Tag miteinander erleben. Die schönen, frohen und die dunklen. Immer haben wir einen Menschen an unserer Seite, der und sagt: „Fürchte Dich nicht!“ oder auch „Ich brauche Dich jetzt!“

Ihr Lieben, brauchen wir da noch Angst haben, die Tür zum Neuen Jahr zu durchschreiten?

Nein, wir können es mutig und zuversichtlich tun. Christus wird immer an unserer Seite sein. Von seiner Liebe erfüllt, werden wir niemals hungern. Und miteinander durch dieses Jahr zu gehen als Gemeinde – als Glaubende, heißt: Wir werden einander helfen, einander stützen, einander Mut machen und uns gegenseitig Halt geben.

Egal was kommt. Amen.

Lied nach der Predigt

EG 295,1+4:
Wohl denen, die da wandeln

EG 295 - Wohl denen die da wandeln.mp3
MP3-Audiodatei [10.1 MB]

1. Wohl denen, die da wandeln

vor Gott in Heiligkeit,

nach seinem Worte handeln

und leben allezeit;

die recht von Herzen suchen Gott

und seine Zeugniss' halten,

sind stets bei ihm in Gnad.

4. Dein Wort, Herr, nicht vergehet,

es bleibet ewiglich,

so weit der Himmel gehet,

der stets beweget sich;

dein Wahrheit bleibt zu aller Zeit

gleichwie der Grund der Erden,

durch deine Hand bereit'.

Fürbittengebet

EG 58,1-15 (ohne Orgelbegleitung!):

Frauen ungerade Strophen, Männer gerade Strophen.

Frauen: 1. Nun lasst uns gehn und treten

mit Singen und mit Beten

zum Herrn, der unserm Leben

bis hierher Kraft gegeben.

Männer: 2. Wir gehn dahin und wandern

von einem Jahr zum andern,

wir leben und gedeihen

vom alten bis zum neuen

3. durch so viel Angst und Plagen,

durch Zittern und durch Zagen,

durch Krieg und große Schrecken,

die alle Welt bedecken.

4. Denn wie von treuen Müttern

in schweren Ungewittern

die Kindlein hier auf Erden

mit Fleiß bewahret werden,

5. also auch und nicht minder

lässt Gott uns, seine Kinder,

wenn Not und Trübsal blitzen,

in seinem Schoße sitzen.

6. Ach Hüter unsres Lebens,

fürwahr, es ist vergebens

mit unserm Tun und Machen,

wo nicht dein Augen wachen.

7. Gelobt sei deine Treue,

die alle Morgen neue;

Lob sei den starken Händen,

die alles Herzleid wenden.

8. Lass ferner dich erbitten,

o Vater, und bleib mitten

in unserm Kreuz und Leiden

ein Brunnen unsrer Freuden.

9. Gib mir und allen denen,

die sich von Herzen sehnen

nach dir und deiner Hulde,

ein Herz, das sich gedulde.

10. Schließ zu die Jammerpforten

und lass an allen Orten

auf so viel Blutvergießen

die Freudenströme fließen.

11. Sprich deinen milden Segen

zu allen unsern Wegen,

lass Großen und auch Kleinen

die Gnadensonne scheinen.

12. Sei der Verlassnen Vater,

der Irrenden Berater,

der Unversorgten Gabe,

der Armen Gut und Habe.

13. Hilf gnädig allen Kranken,

gib fröhliche Gedanken

den hochbetrübten Seelen,

die sich mit Schwermut quälen.

14. Und endlich, was das meiste,

füll uns mit deinem Geiste,

der uns hier herrlich ziere

und dort zum Himmel führe.

15. Das alles wollst du geben,

o meines Lebens Leben,

mir und der Christen Schare

zum sel'gen neuen Jahre.

Und in der Stille bringe jeder das vor Gott, was ihn persönlich am Herzen liegt.

Gebetsstille

Vaterunser

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute

und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich
und die Kraft

und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.

Schlusslied:

EG +6,1+6: Von guten Mächten

1. Von guten Mächten treu und still umgeben,

behütet und getröstet wunderbar,

so will ich diese Tage mit euch leben

und mit euch gehen in ein neues Jahr.

Von guten Mächten wunderbar geborgen,

erwarten wir getrost, was kommen mag.

Gott ist bei uns am Abend und am Morgen

und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

6. Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet,

so lass uns hören jenen vollen Klang

der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet,

all deiner Kinder hohen Lobgesang.

Von guten Mächten wunderbar geborgen,

erwarten wir getrost, was kommen mag.

Gott ist bei uns am Abend und am Morgen

und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Segen

Geht in diesen Abend und in alle Tage des neuen Jahres mit dem Versprechen Jesu in den Ohren und in Euren Herzen:

Jesus Christus spricht:
Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.

Johannes 6,37

Geht hin unter dem Segen des Herrn:

Der Herr segne Euch und behüte Euch. Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über Euch und sei Euch gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht über Euch und gebe Euch Frieden +.

Amen. Amen. Amen.

Orgelnachspiel

Louis Alfred James Lefébure-Wély - „L'Organiste Moderne Sortie“

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