Friedrichsgemeinde Worms Erntedankfest 2020
Friedrichsgemeinde Worms Erntedankfest 2020

Palmsonntag

Der dreieinige Gott stärke
und ermutige uns!

Gottesdienst zum Palmsonntag 2020
von Pfarrerin Jutta Herbert,
Magnusgemeinde Worms

 

Sie sind eingeladen, um 10.00 Uhr eine Kerze anzuzünden.
So verbinden Sie sich mit all denen, die ebenfalls heute Morgen diese Andacht feiern.

 

Wir hören

Johann Sebastian Bach, Largo cantabile aus dem Konzert in G-Dur (BWV 973), arrangiert für Harfe und Orchester von Nicanor Zabaleta; English Chamber Orchestra und Luis Antonio García Navarro.

Bach, Largo cantabile.wma
Windows Media Music-Datei [2.5 MB]

Votum

Wir sind miteinander verbunden im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes! Amen.

Psalm 69

Wenn Sie die Andacht zu zweit feiern, können Sie diesen Psalm im Wechsel lesen.

Gott, hilf mir!
Denn das Wasser geht mir bis an die Kehle.

Ich versinke in tiefem Schlamm, wo kein Grund ist,
ich bin in tiefe Wasser geraten, und die Flut will mich ersäufen.

Ich habe mich müde geschrien, mein Hals ist heiser.
Meine Augen sind trübe geworden,

weil ich so lange harren muss auf meinen Gott.
Ich aber bete zu dir, Herr, zur Zeit der Gnade;

Gott, nach deiner großen Güte erhöre mich mit deiner treuen Hilfe.
Errette mich aus dem Schlamm, dass ich nicht versinke,

dass ich errettet werde vor denen, die mich hassen,
und aus den tiefen Wassern,

dass mich die Flut nicht ersäufe und die Tiefe nicht verschlinge
und das Loch des Brunnens sich nicht über mir schließe.

Erhöre mich, Herr, denn deine Güte ist tröstlich,
wende dich zu mir nach deiner großen Barmherzigkeit

und verbirg dein Angesicht nicht vor mir, denn mir ist angst.
Erhöre mich eilends, nahe dich zu meiner Seele und erlöse sie.

Gott, deine Hilfe schütze mich. Amen.

Gebet

Gott, unser Vater, du bist in deinem Sohn Jesus Christus zu uns gekommen, du bist eingekehrt in unsere Welt. Du hast uns nicht allein gelassen mit unseren Sorgen und  Ängsten. Wie gerne möchte wir dich aufnehmen auch jetzt in unseren Familien, in unseren Häusern, denn wir sehnen und nach deiner Nähe und doch fällt es uns immer wieder schwer, dir zu folgen, wohin du uns gerufen hast.

So bitten wir dich jetzt , dass du trotz allem in unsere Herzen einziehst – gerade jetzt und uns bereit machst für dein Kommen zu einem jeden von uns.
Amen.

Lied zur Evangeliumslesung

EG 11,1+2: Wie soll ich dich empfangen
(auf die Melodie: O Haupt voll Blut und Wunden)

Lesung:
Joh 12, 12–19 Jesu Einzug in Jerusalem

Als die große Menge, die auf das Fest gekommen war, hörte,

dass Jesus nach Jerusalem kommen werde,

nahmen sie Palmenzweige und gingen hinaus ihm entgegen und schrien:

„Hosianna! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn,

der König von Israel!“

Jesus aber fand einen jungen Esel und setzte sich darauf, wie geschrieben steht:

„Fürchte dich nicht, du Tochter Zion!

Siehe, dein König kommt und reitet auf einem Eselsfüllen.“

Das verstanden sein Jünger zuerst nicht;

doch als Jesus verherrlicht war, da dachten sie daran,

dass dies von ihm geschrieben stand

und man so an ihm getan hatte.

Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Amen.

Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott den Vater,

den Allmächtigen,

den Schöpfer des Himmels und der Erde

und an Jesus Christus,

seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,

empfangen durch den Heiligen Geist,

geboren von der Jungfrau Maria,

gelitten unter Pontius Pilatus,

gekreuzigt, gestorben und begraben,

hinabgestiegen in das Reich des Todes,

am dritten Tage auferstanden von den Toten,

aufgefahren in den Himmel,

er sitzt zur Rechten Gottes,

des allmächtigen Vaters,

von dort wird er kommen,

zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,

die heilige, christliche Kirche,

Gemeinschaft der Heiligen,

Vergebung der Sünden,

Auferstehung der Toten,

und das ewige Leben. Amen.

Wochenlied

EG 91,1-3: Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken

EG 91 1-3 Herr, stärke mich.mp4
MP3-Audiodatei [2.4 MB]

Predigtgedanken

Liebe Schwestern und Brüder,

in Jerusalem sind wir nun angekommen.

Seit Aschermittwoch sind wir gemeinsam unterwegs, durch die Fasten- und Passionszeit.

Heute, Palmsonntag, der Beginn der Karwoche.

Eine Woche noch bis Ostern.

Das schönste Fest der Christenheit.

Das Fest, das dieses Jahr so ganz anders sein wird.

Wie das gehen soll, Ostern nicht gemeinsam zu feiern – wir werden es sehen.

Wir sind die Ersten, die das erleben.

Es gibt noch kein Patentrezept.

Ich will es so versuchen:

jeden Tag annehmen aus Gottes Hand.

Schritt für Schritt vorwärts gehen.

Schritt für Schritt auf das Osterfest zu, trotz allem, trotzdem.

Ich beginne heute.

Heute, der Beginn der Karwoche.

Für viele ist das eine ernste Woche.

Und für viele genau deshalb auch eine besonders schöne Woche.

Und vielleicht waren wir dem Auf und Ab der Gefühle in der Karwoche noch nie

so nahe wie jetzt in dieser Zeit.

Eine Woche lang nehmen wir uns Zeit,

wir kommen an Stationen im Leben von Jesus noch einmal entlang.

Wir halten inne.

Wir erinnern uns.

Wir gedenken seines Lebens – dessen, was er tat.

Und seines Sterbens – dessen, was er erlitten hat.

An Ostern dann: werden wir seine Auferstehung feiern und preisen.

Wir werden jubeln, über das Leben, das den Tod besiegt hat.

Den Jubel, den kann uns keiner nehmen.

Laut ist der Jubel auch in Jerusalem, heute, am Palmsonntag.

Der Evangelist Johannes hat aufgeschrieben, wie es sich zugetragen hat.

So oder ähnlich.

Beim Einzug Jesu in Jerusalem.

Die Menschen, die Jesus entgegenlaufen, rufen „Hosianna“.

Das ist Hebräisch und heißt: „Hilf doch!“

Sie rufen: „Gelobt sei, der da kommt, im Namen des Herrn!“

Denn Jesus kommt, der König von Israel.

Eine große Menge ist unterwegs.

Alle sind ausgelassen und fröhlich, die Stimmung ist gut.

Mit Palmenzweigen laufen die Menschen zu Jesus, sie wollen ihm nahe sein.

Dicht ist das Gedränge.

Für uns ist das im Moment eine unvorstellbare Szene.

Sicherheitsabstand?

Nicht mehr als zwei Personen?

Hygienemaßnahmen?

Mundschutz, Desinfektionsmittel, Kontaktverbot?

Nein, hier nicht.

Hier ist das Gedränge dicht, die Menschen sind ausgelassen.

Ihr Retter, ihr König, der Messias ist da.

Ihr Retter ist unser Retter.

Ihr König ist unser König.

Der Messias Jesus kommt – auch für uns.

Ich stelle mir vor, wie Jesus auf diesem jungen Esel reitet.

Ein junges Tier, hellgrau mit braunen Augen.

Treu trägt es allerlei Gepäck, Nahrungsmittel, Personen.

Heute trägt der Esel: den König von Israel, Jesus Christus, unseren Herrn.

Ein triumphaler Einzug ist das, für ein Königtum des Friedens,

dem eine gewaltsame Durchsetzung von Machtansprüchen fremd ist.

Ich stelle mir vor, wie Jesus auf diesem Esel auch durch unsere Straßen reitet, hier und heute.

Durch unsere leeren Straßen,

wo höchstens zwei Personen gemeinsam

am Wegrand stehen

und vielleicht verdutzt, oder ungläubig, amüsiert oder belustigt schauen.

„Fürchte dich nicht, du Tochter Zion“, rief Jesus der Stadt Jerusalem zu,

damals auf dem Esel.

„Fürchte dich nicht, Worms!

Und Jerusalem und Damaskus, und alle ihr Landgemeinden ob hier im Wonnegau oder anderswo, und Rom und Paris und überall auf der Welt.

Fürchtet euch nicht! Siehe, dein König kommt und reitet auf einem Eselfüllen.“

So, stelle ich mir vor, ruft Jesus heute uns zu, in diesen Tagen.

Für einen Moment lang ist mir schon jetzt zum Jubeln zumute – trotz allem, trotzdem und gerade jetzt.

Und der Friede Gottes, höher als alle Vernunft, bewahre und behüte unsere Sinne in Christus Jesus.

Amen.

Lied nach der Predigt

EG 85,8+9: Ich danke dir von Herzen

Fürbitten

Guter Gott,

Danke, dass keiner von uns alleine ist.

Wir bitten, dass wir daraus Kraft schöpfen.

Wir denken an die, die wir nicht sehen,

mit denen wir aber zusammenleben.

Wir denken an die, die helfen,

an welchem Ort auch immer.

Wir denken an die, die gerade vergessen werden,

die Flüchtlinge in den überfüllten Lagern.

Bitte sei du da und stärke uns,

dass wir da sind, wo wir gebraucht werden.

Und verbunden mit allen Christinnen und Christen weltweit beten wir:

Vaterunser

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute

und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Bitte um den Segen

Der Herr segne uns und behüte uns.

Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über uns und sei uns gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht über uns und gebe uns Frieden +.

Amen.

Schlusslied

EG 171,1-4: Bewahre uns, Gott

EG 171 1-4 Bewahre uns Gott.mp3
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Der nächste Gottesdienst zum Mitlesen und Mitfeiern erscheint am Gründonnerstag, 9. April 2020 um 10 Uhr.

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