Friedrichsgemeinde Worms Erntedankfest 2020
Friedrichsgemeinde Worms Erntedankfest 2020

Pfingsten

Sprechen wir eine Sprache?

Gottesdienst zum Pfingstfest, 31. Mai 2020
von Dorothea Zager,
Pfarrerin der Friedrichsgemeinde Worms

Sie sind eingeladen,
um 10.00 Uhr eine Kerze anzuzünden.

So verbinden Sie sich mit all denen, die ebenfalls heute Morgen diesen Gottesdienst feiern.

Musik zum Eingang

Max Reger (1873–1916), „Komm, o komm, du Geist des Lebens“ op. 67 Nr. 22 (Bernhard Schneider an der Klais-Orgel von St. Aegidien, Braunschweig)

Wochenspruch

Es soll nicht durch Heer oder Kraft,
sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der HERR Zebaoth.                               
(Sacharja 4,6)

Zur Einstimmung

Ich bin vergnügt, erlöst, befreit.
Gott nahm in seine Hände meine Zeit,
mein Fühlen, Denken, Hören, Sagen,
mein Triumphieren und Verzagen,
das Elend und die Zärtlichkeit.

Was macht, dass ich so fröhlich bin
in meinem kleinen Reich.
Ich sing und tanze her und hin
vom Kindbett bis zur Leich.

Was macht, dass ich so furchtlos bin
an vielen dunklen Tagen.
Es kommt ein Geist in meinen Sinn,
will mich durchs Leben tragen.

Was macht, dass ich so unbeschwert
und mich kein Trübsal hält,
weil mich mein Gott das Lachen lehrt
wohl über alle Welt.

Ich bin vergnügt, erlöst, befreit.
Gott nahm in seine Hände meine Zeit.

Hanns Dieter Hüsch

Eingangslied EG 135,1+2+4

EG 135,1+2+4: Schmückt das Fest mit Maien

Eingangsvotum

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Eingangspsalm 118 = EG 747

Wenn Sie die Andacht zu zweit feiern, können Sie diesen Psalm im Wechsel lesen.

Danket dem Herrn; denn er ist freundlich,

und seine Güte währet ewiglich.

Der Herr ist meine Macht und mein Psalm

und ist mein Heil.

Ich werde nicht sterben, sondern leben

und des Herrn Werke verkündigen.

Der Herr züchtigt mich schwer;

aber er gibt mich dem Tode nicht preis.

Ich danke dir, dass du mich erhört hast

und hast mir geholfen.

Dies ist der Tag, den der Herr macht;

lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.

Der Herr ist Gott, der uns erleuchtet.

Schmückt das Fest mit Maien bis an die Hörner des Altars!

Du bist mein Gott, und ich danke dir;

mein Gott, ich will dich preisen.

Danket dem Herrn; denn er ist freundlich,

und seine Güte währet ewiglich.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Gebet

Wir wollen beten.

Lebendiger Gott, du hast in Babylon die Sprache der Hochmütigen verwirrt.

Du hast am Pfingsttag deinen Zeugen Kraft geschenkt, vor aller Welt und in aller Welt Sprachen mutig von dir zu sprechen.

Heute zu Pfingsten bitten wir dich:
Lass auch heute deinen belebenden Geist in deiner Kirche wehen.

Mache uns zu einer lebendigen Kirche, lebendig wie die Feuerflammen, in denen der Geist damals auf die Apostel herabgekommen ist.

Rüttle uns auf zu einer bekennenden Kirche, die mutig wie Petrus und Paulus das Evangelium von Jesus Christus in Reden und Handeln verkündigt.

Verbinde uns zu einer ökumenischen Kirche, die verschiedene Sprachen spricht und sich doch versteht.

Ermutige uns zu einer prophetischen Kirche, die in der Kraft des Geistes Unrecht benennt und sich für Benachteiligte einsetzt.

Erwecke uns zu einer apostolischen Kirche, die Botin der Verständigung ist zwischen den Völkern, den Bevölkerungsschichten, den Geschlechtern und den Religionen.

Das bitten wir dich durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Schriftlesung

Das Pfingstwunder (Apg 2,1-18)

Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort.

Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daher fährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren.

Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder.

Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.

In Jerusalem aber wohnten Juden, fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel.

Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden.

Sie gerieten außer sich vor Staunen und sagten: Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden?

Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören:

Parther, Meder und Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadozien, von Pontus und der Provinz Asien,

von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und dem Gebiet Libyens nach Zyrene hin, auch die Römer, die sich hier aufhalten,

Juden und Proselyten, Kreter und Araber, wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden.

Alle gerieten außer sich und waren ratlos. Die einen sagten zueinander: Was hat das zu bedeuten? Andere aber spotteten: Sie sind vom süßen Wein betrunken.

Da trat Petrus auf, zusammen mit den Elf; er erhob seine Stimme und begann zu reden: Ihr Juden und alle Bewohner von Jerusalem! Dies sollt ihr wissen, achtet auf meine Worte!

Diese Männer sind nicht betrunken, wie ihr meint; es ist ja erst die dritte Stunde am Morgen; sondern jetzt geschieht, was durch den Propheten Joël gesagt worden ist:

In den letzten Tagen wird es geschehen, so spricht Gott: Ich werde von meinem Geist ausgießen über alles Fleisch. Eure Söhne und eure Töchter werden Propheten sein, eure jungen Männer werden Visionen haben, und eure Alten werden Träume haben.

Auch über meine Knechte und Mägde / werde ich von meinem Geist ausgießen / in jenen Tagen und sie werden Propheten sein.
 

Musik zur Besinnung

Johann Sebastian Bach, „Erschallet, ihr Lieder, erklinget, ihr Saiten“ Kantate zum Pfingstfest, BWV 172 - Eingangs- und Schlusschor
(EBS, Monteverdi Choir unter der Leitung von Sir J.E. Gardiner)

Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott den Vater,

den Allmächtigen,

den Schöpfer des Himmels und der Erde

und an Jesus Christus,

seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,

empfangen durch den Heiligen Geist,

geboren von der Jungfrau Maria,

gelitten unter Pontius Pilatus,

gekreuzigt, gestorben und begraben,

hinabgestiegen in das Reich des Todes,

am dritten Tage auferstanden von den Toten,

aufgefahren in den Himmel,

er sitzt zur Rechten Gottes,

des allmächtigen Vaters,

von dort wird er kommen,

zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,

die heilige, christliche Kirche,

Gemeinschaft der Heiligen,

Vergebung der Sünden,

Auferstehung der Toten

und das ewige Leben. Amen.

Lied vor der Predigt

EG 130,1+2: O Heilger Geist, kehr bei uns ein

Predigt

Liebe Lesende unseres Pfingstgottesdienstes,

ich würde Sie heute gerne einmal raten lassen, was wir heute für einen Predigttext haben.

Der Predigttext passt ja thematisch immer zum Sonntagsevangelium. Heute muss er zur Geschichte vom Pfingstwunder passen. Zu der Schilderung, wie Gott die Jünger nicht nur ermutigt und aufrüttelt, in die Welt hinauszugehen, um das Evangelium zu verkündigen. Sondern wie er sie auch alle in einer Sprache sprechen lässt – so, dass jeder und jede verstehen kann, wie sie von den großen Taten Gottes in Jesus Christus erzählen.

Gibt es dazu eine passende Geschichte aus der Bibel? Eine Geschichte, in der vielleicht gerade das Gegenteil berichtet wird? Wo sich zunächst alle Menschen einig sind. Sich verstehen. Denn sie haben ein gemeinsames Ziel: Sie wollen sich selbst einen Namen machen. Aller Welt zeigen, wie großartig sie sind und was sie können. Durch ein Denkmal, das bis zum Himmel reicht.

Richtig! Es ist die Geschichte vom Turmbau zu Babel, wie sie uns im Buch Genesis überliefert ist:

 

Predigttext: 1. Mose 11,1-9:

Es hatte aber alle Welt einerlei Zunge und Sprache.

Als sie nun von Osten aufbrachen, fanden sie eine Ebene im Lande Schinar und wohnten daselbst. Und sie sprachen untereinander: Wohlauf, lasst uns Ziegel streichen und brennen! – und nahmen Ziegel als Stein und Erdharz als Mörtel und sprachen: Wohlauf, lasst uns eine Stadt und einen Turm bauen, dessen Spitze bis an den Himmel reiche, dass wir uns einen Namen machen; denn wir werden sonst zerstreut über die ganze Erde.

Da fuhr der HERR hernieder, dass er sähe die Stadt und den Turm, die die Menschenkinder bauten. Und der HERR sprach: Siehe, es ist einerlei Volk und einerlei Sprache unter ihnen allen und dies ist der Anfang ihres Tuns; nun wird ihnen nichts mehr verwehrt werden können von allem, was sie sich vorgenommen haben zu tun. Wohlauf, lasst uns herniederfahren und dort ihre Sprache verwirren, dass keiner des andern Sprache verstehe!

So zerstreute sie der HERR von dort über die ganze Erde, dass sie aufhören mussten, die Stadt zu bauen. Daher heißt ihr Name Babel, weil der HERR daselbst verwirrt hat aller Welt Sprache und sie von dort zerstreut hat über die ganze Erde.

Schon sehr früh haben Menschen aller Kulturen versucht, Erklärungen dafür zu finden, warum die Welt so ist, wie sie ist. Zum Beispiel: Wie kommt es eigentlich, dass die verschiedenen Völker auf der Welt verschiedene Sprachen sprechen?

Die Antworten auf solche Fragen, wurden dann meist in ein mythologisches Gewand gekleidet. Auch in unserer hebräischen Bibel ist das so. Wir finden hier eine Sage, die erklärt, warum es auf der Erde so viele verschiedene Sprachen gibt: es ist die Erzählung vom Bau einer Stadt mit einem besonders hohen Turm1.

Wer diese Geschichte mal richtig liest, erkennt aber auch: Die Menschen, die sich zum Bau dieser Stadt mit dem großen Turm – es war vermutlich eine Zitadelle, also ein Wasser-Reservoir – entschlossen haben, reden in keinem einzigen Wort davon, dass sie in den Himmel wollen, oder Gott gleich sein wollen. Nein, der einzige Grund, warum sie diese Stadt und diesen Turm bauen wollen, ist der: Wir wollen uns einen Namen machen. Wir wollen berühmt werden. Wir wollen aller Welt zeigen: wir können die größten Türme bauen. Und damit sind auch wir die Größten. Eine große Stadt und eine große Zitadelle bauen zu können, war zu der damaligen Zeit das Symbol für Macht und Ansehen.

Und darin, liebe Gemeinde, waren sich die Turmbauer völlig einig. Sie hatten „eine Sprache“, denn sie hatten ein gemeinsames Ziel: Der ganzen Welt zeigen: Wir sind die Größten. Und alle sollen es sehen. Einigkeit also auf ganzer Linie: der Machtbeweis.

Wenn die Menschen aber gar nicht in den Himmel wollten, oder Gott gleich sein wollten, warum ist dann Gott so zornig? Warum zerstört er ihren schönen Plan vom Weltwunder der Macht? Warum verwirrt er sie so sehr, dass sie alle auseinanderlaufen und sich nicht mehr verstehen?

Die Antwort ist einfach: Gott lehrt die Menschen die Demut. Keiner auf dieser Erde soll sich seiner Großtaten rühmen. Keiner soll sich über ein anderes Volk erheben. Keiner soll sagen: Wir sind die Größten.

Denn nur einer ist groß. Gott allein. Und sonst keiner.

 

Was aber hat nun diese alte Sage mit unserer Lebenswirklichkeit zu tun? Was hat dann eben auch die Gegen-Geschichte mit uns zu tun, in der Gott seinen Geist in die Jünger gießt und sie plötzlich eines Sinnes und einer Sprache und eines Zieles sind?

Wir sprechen noch heute unzählige verschiedene Sprachen auf der Welt. Insgesamt gibt es auf der Welt ungefähr 7.000 Sprachen. Allein in Nigeria spricht man 100 Sprachen, in Neuguinea gibt es sogar an die 1.000 Sprachen – in einem einzigen Land. Dolmetscher haben also immer noch Hochkonjunktur.

Aber wenn wir sowohl die Turmbausage als auch die Pfingstgeschichte wirklich verstehen wollen, müssen wir zunächst begreifen: Es geht nicht in erster Linie um die Sprachvielfalt, sondern um eine gemeinsame Linie des Denkens. Stellen Sie sich vor, Sie sagen über einen anderen Menschen: „Wir sprechen die gleiche Sprache“. Was meinen Sie damit? Damit meinen Sie: Wir sind eines Sinnes. Wir verstehen uns blind. Unsere Seelen sind im Einklang.

Was haben wir Menschen heute für ein Ziel? Ein Streben, das uns verbindet? Uns zugleich aber auch trennt und entzweit?

In einem, liebe Lesenden, sprechen fast alle Menschen die gleiche Sprache: Wir sind die Größten. We are the Champions. Wo wir sind, da ist vorne.

Genau diese Überheblichkeit ist das, was fast alle Menschen, alle Völker und alle Religionen gemeinsamen haben. Und es ist genau das, was uns und unsere Erde letztlich an den Abgrund führt. Und es ist genau das, was Gott auch heute noch ganz sicher zornig macht.

Wenn jede Religion behauptet, sie sei die einzig Richtige und alle anderen seien falsch, endet das im Blutvergießen. Von den Kreuzzügen angefangen, über den massenhaften Tod im Dreißigjährigen Krieg bis hin zum Terror des so genannten „Islamischen Staates“ in unseren Tagen: der Anspruch, allein seligmachend zu sein, wohnt zwar vielen Religionen inne, führt aber zu Mord und Totschlag. Das kann nicht gottgewollt sein.

Wenn jedes Land behauptet, „America first“ oder „Deutschland zuerst“, oder welches Land auch immer Entsprechende von sich behauptet, dann führt das nicht nur zu Isolation, sondern gefährdet das Leben auf der ganzen Welt. Wir müssen eines Sinnes sein, wenn es um den Erhalt der Schöpfung geht und um das Ringen um Frieden. Wenn da jedes Land sich selbst vor die anderen stellt und sich zuerst bedient, taumelt unsere Welt am Abgrund. Das kann nicht gottgewollt sein.

Und, Ihr Lieben, wir brauchen gar nicht so weit in die Welt hinausdenken, um den Turmbauern zu Babel nahe zu sein: Schauen Sie sich um, liebe Lesende, wo sind die Menschen, die Pfingsten noch als ein christliches Fest feiern? Die noch eines Sinnes sind in der Demut vor Gott? Die noch eine Sprache sprechen in dem Bemühen, ein Leben zu leben, das Gott gefällt und anderen Menschen gut tut?

In unserer Zeit sind sich viele Menschen in einer ganz anderen Sache einig: Mein Bauch gehört mir. Mein Feiertag gehört mir. Schöne Pfingsten wünschen heißt, sich gegenseitig wünschen, den Tag so ausgiebig wie möglich für sich selbst zu nutzen: ausschlafen, Sport machen, Fernsehen gucken, Ausflüge unternehmen, es sich gut gehen lassen, gut essen und gut trinken. Auch wenn wir derzeit nicht so innig miteinander feiern dürfen, wie wir uns das wünschen würden: Es ist herrlich, im Mai und Juni gleich mal drei verlängerte Wochenenden geschenkt zu bekommen. Und die gehören selbstverständlich uns allein.

Amerika first. Deutschland zuerst. Und da, wo ich bin, da ist vorne. Gleiche Gesinnung bei vielen. Und die gleiche Gefahr bei allen. Goethe hat das schon vor 190 Jahren (in seinen „Zahmen Xenien“) in ein erschütterndes Gedicht gefasst.

Wir schelten einander Egoisten;
will jeder doch nur sein Leben fristen.
Wenn der und der ein Egoist,
so denke, dass du es selber bist!
Du willst nach deiner Art bestehn,
musst selbst auf deinen Nutzen sehn!

Dann erst werdet ihr das Geheimnis besitzen;
euch sämtlich untereinander zu nützen;
doch den lasst nicht zu euch herein,
der andern schadet, um etwas zu sein!

Johann Wolfgang von Goethe
(Quelle: Goethe, Gedichte. Ausgabe letzter Hand. 1827, Zahme Xenien, Kap. 3)

Genau darum geht es in der Legende vom Turmbau und in der Schilderung der Pfingstgeschichte.

Wir wollen uns nicht darin einig sein, dass jeder dem anderen zeigt, dass er der Größte und der Beste und der Stärkste ist. Sondern darin wollen wir uns einig sein, dass Gott allein der Größte ist, und wir alle seine Kinder sind.

Wenn es uns gelingt, darin eines Sinnes zu sein, dass wir in Demut und Dankbarkeit vor Gott stehen, ihm allein alles verdanken, was wir haben und was wir sind,

wenn es uns gelingt, darin eines Sinnes zu sein, jedem Menschen, der uns begegnet, Gutes tun um Christi willen, unseren Mitmenschen zu lieben, ihn anzunehmen, so wie er ist, ihm ein Heimatrecht einzuräumen in unserer Mitte, ihn zu unterstützen und ihm zu helfen, wenn er Hilfe braucht,

wenn wir uns darin einig sind, dann sprechen wir tatsächlich eine Sprache – auch in einer weltweiten Sprachenvielfalt – die Sprache der Liebe, die Sprache des Glaubens, die Sprache des Heiligen Geistes. Amen.

Lied nach der Predigt

EG 136,1+2: O komm, du Geist der Wahrheit

Fürbittengebet

Lieber Vater, wir danken dir, dass du mit deinem Geist bei uns bist.

Wenn wir ihn unter uns Menschen wirken lassen, dann wird unsere Welt gesund.

Zu dir kommen wir, weil wir durch die Erfahrung der Corona-Pandemie, die uns herausfordert und ängstigt, mehr denn je die Zerbrechlichkeit der menschlichen Existenz erfahren.

Dir vertrauen wir die kranken und alten Menschen an.
Sei du bei ihnen und ihren Familien, wenn sie sich einsam und verlassen fühlen.

Hilf allen Gliedern der Gesellschaft, Verantwortung zu übernehmen
und untereinander solidarisch zu sein.

Bewahre die Ungeduldigen vor Leichtsinn.

Stärke alle, die im Dienst an den Kranken bis an ihre Grenzen gehen.

Befreie uns von der Krankheit, die unser Leben so stark beeinträchtigt und bedroht.

Und in der Stille bringen wir vor dich, was einen jeden von uns persönlich bewegt:

Gebetsstille

 

Vaterunser

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe,

wie im Himmel,

so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute

und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Schlusslied

EG 136,4+7: Es gilt ein frei Bekenntnis

Bitte um den Segen

Der Herr segne uns und behüte uns.

Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über uns und sei uns gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht über uns und gebe uns Frieden +. Amen.


Musik zum Ausklang

Johann Sebastian Bach, Fantasia super „Komm, Heiliger Geist“ BWV 651 ( Jean-Baptiste Dupont an der Danion-Gonzalez-Orgel der Kathedrale Saint-André de Bordeaux) - gekürzte Fassung (2:04 Minuten)

Für Bach-Fans:
Diese großartige Fantasia super "Komm, Heiliger Geist" können Sie hier auch in voller Länge hören (6:12 Minuten)

 


© Dorothea Zager, Worms
Veröffentlichung nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Verfasserin

 

Ich danke meinem Ehemann,
Prof. Dr. Werner Zager,
für das Einspielen der Choralbegleitung,
und Kantor Stefan Kauffmann
für die Beratung bei der Auswahl der freien Musikstücke.

 

Bildnachweise:

Die Taube des Hl. Geistes (Glasfenster Petersdom in Rom, Gian Lorenzo Bernini, ca. 1660) – wikipedia/gemeinfrei

Pfingsten und die Aussendung des Heiligen Geistes auf die Apostel
(Hortus Deliciarum der
Herrad von Landsberg, um 1180),– wikipedia/gemeinfrei

Großer Turmbau zu Babel (Pieter Bruegel, 1563) – wikipedia/gemeinfrei

Pfingstrosen im Garten – Zager privat

 

 

1 Anmerkung:

Bei dem Turm handelt es sich vermutlich um den Stufentempel (Ziqqurat) Etemenanki in Babylon, der offenbar gerade im unvollendeten Zustand auf die nach Babylon verbannten Juden den Eindruck eines himmelwärts strebenden Bauwerks gemacht haben muss.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Evangelische Friedrichsgemeinde Worms