Abendgottesdienst am 29. August 2021

Meditativer Gottesdienst am Sonntagabend

 

29. August 2021 in der Friedrichskirche

„Vom den ungleichen Söhnen"
(Matthäus 21,28-31)

 

Abkürzungen:

L =          Liturg/in

G =          Gemeinde (alle)

S1/2/3 =  Sprecher/in 1/2/3 (Lektoren)

Bitte stellen Sie sich zu Beginn drei Kerzen zurecht, die Sie im Laufe des Gottesdienstes anzünden können.

Musik zur Einstimmung

De Noche.mp3
MP3-Audiodatei [1.9 MB]

Begrüßung

Guten Abend, liebe Mitchristinnen und Mitchristen,

Wir freuen uns, dass Sie unseren Abendgottesdienst mit uns feiern, in dessen Mittelpunkt heute ein Gleichnis steht, was garnicht so populär ist – und über das wir selten nachdenken: das kurze aber sehr ausdruckkräftige Gleichnis von den zwei ungleichen Söhnen.

Lassen Sie uns, bevor wir das erste Lied miteinander singen, unseren Abendgottesdienst mit unserem Lobpreis beginnen:

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen!

Woher kommt mir Hilfe?

Meine Hilfe kommt von Gott, der Himmel und Erde gemacht hat.

Nichts soll dich ängstigen (dreimal zu singen.)

Taizé - Nada te turbe.mp3
MP3-Audiodatei [11.1 MB]

Ich zünde ein Licht an im Namen Gottes des Vaters,

er hat die Welt erleuchtet

und den Atem des Lebens in mich gehaucht.

Zünden Sie das erste Licht an.

Ich zünde ein Licht an im Namen Jesu Christi,

des Gotteskindes.

Er hat die Welt errettet

und seine Hand nach mir ausgestreckt.

Zünden Sie das zweite Licht an.

Ich zünde ein Licht an im Namen der Kraft des Heiligen Geistes.

Sie umfasst die Welt und heiligt mein Leben mit Sehnsucht.

Zünden Sie das dritte Licht an.

 

Sende dein Licht und deine Wahrheit

dreimal hintereinander im Kanon zu singen.

Psalm zur Trinitatiszeit

Wenn Sie diesen Gottesdienst zu zweit feiern, sprechen Sie den Psalm bitte im Wechsel:

Ich will den Herrn loben allezeit;

sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein.

Meine Seele soll sich rühmen des Herrn,

dass es die Elenden hören und sich freuen.

Preiset mit mir den Herrn

und lasst uns miteinander seinen Namen erhöhen!

Da ich den Herrn suchte, antwortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht.

Die auf ihn sehen, werden strahlen vor Freude, und ihr Angesicht soll nicht schamrot werden.

Als einer im Elend rief, hörte der Herr

und half ihm aus allen seinen Nöten.

Der Engel des Herrn lagert sich um die her,

die ihn fürchten, und hilft ihnen heraus.

Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist. Wohl dem, der auf ihn trauet!

Fürchtet den Herrn, ihr seine Heiligen!

Denn die ihn fürchten, haben keinen Mangel.

Psalm 34,2-10

 

Laudate omnes gentes
dreimal hintereinander im Kanon zu singen

(Lobt alle Völker den Herrn!)

Taize Laudate omnes gentes.mp3
MP3-Audiodatei [8.8 MB]

Biblische Lesung: Matthäus 21,28-31

Vom den zwei ungleichen Söhnen

Was meint ihr aber?

Es hatte ein Mann zwei Söhne und ging zu dem ersten und sprach: Mein Sohn, geh hin und arbeite heute im Weinberg. Er antwortete aber und sprach: Ich will nicht. Danach aber reute es ihn, und er ging hin.

Und der Vater ging zum andern Sohn und sagte dasselbe. Der aber antwortete und sprach:

Ja, Herr!, und ging nicht hin.

Wer von den beiden hat des Vaters Willen getan?

Sie sprachen: Der erste. Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Die Zöllner und Huren kommen eher ins Reich Gottes als ihr.

Stille

 

 

Wege in die Stille 1

"Versprochen ist versprochen – und wird auch nicht gebrochen!"

Aus unserer Kinderzeit kennen wir noch diesen Schwur.

Und ich erinnere mich an die Worte meiner Mutter, die mir als ich größer wurde sagte: "Versprich nie etwas, das Du nicht halten kannst."

Ich möchte Sie mit dieser Frage in eine erste Stille führen.

Erinnern Sie sich bitte an Versprechen, die sie gegeben haben, und die sie dann nicht halten konnten.

Aus Gedankenlosigkeit. Aus Vergesslichkeit. Oder einfach, weil Ihnen etwas anderes plötzlich wichtiger war.

Erinnern Sie sich noch?
Auch an die Reaktion des Enttäuschten?

Stille

Wege in die Stille 2

Die andere Seite kennen wir natürlich auch!

Jemand bittet uns um einen Gefallen – oder um Hilfe, und wir sagen zuerst einmal Nein. Ist mir zuviel. Ich mag jetzt nicht. Immer wollen alle was von mir. Lass mich.

Und dann zwickt das schlechte Gewissen. Wir fassen uns ein Herz, nehmen und Zeit und helfen doch.

Erinnern Sie sich noch?
Auch an die Überraschung des Beglückten?

Stille

 

 

Wege in die Stille 3

Sie kennen beides. Ich auch. Und schon könnten wir meinen, wir hätten das Gleichnis verstanden, dass Jesus hier erzählt hat.

Wenn wir Gott was versprechen, dann müssen wir das dann auch bitte tun! – Ende des Gleichnisses.

Aber das wäre zu kurz gegriffen.
Nicht umsonst habe ich Ihnen heute zugemutet, auch den letzten Vers dieses Gleichnisses zu hören:

Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Die Zöllner und Huren kommen eher ins Reich Gottes als ihr.

(Der Mensch, der zwei Söhne hat, ist ein Bild von Gott. Die beiden Söhne weisen auf alle Menschen hin. Der Weinberg in dem die beiden Söhne arbeiten sollen, steht für unsere Welt, in der Menschen Gott dienen sollen.)

Der Sohn, der zunächst nicht in den Weinberg gehen will, dann aber doch geht, steht für die Menschen, die zunächst einmal ein Leben ohne Gott führen, die seine Liebe nicht kennen, seine Gebote nicht kennen – und deshalb ein Leben führen in Schuld und Gottesferne.

Jesus führt in diesem Gleichnis die Zöllner und Huren als Beispiel an. Durch die Liebe Jesu Christi kommen solche Menschen zur Einsicht, dass sie entgegen dem Willen Gottes gelebt haben. Durch das Eingestehen und Bekennen ihrer Schuld werden sie befreit. Und das ein Leben lang.

Der andere Sohn, welcher sagt er wolle in den Weinberg gehen, dann aber nicht geht, ist ein Bild für Menschen, die von sich glauben, sie wären gute Christen.

Solche Menschen denken, dass sie allein durch Worte und Lippenbekenntnisse gute Christen seien. Dass sie allein durch durch persönliche Frömmigkeit im stillen Kämmerlein Gott ganz nahe wären. Genau das Gegenteil ist der Fall: durch das Führen eines frommen Lebens alleine werden sie vor Gott nicht bestehen können – ja mehr noch: dadurch, dass sie sich weiß Gott was darauf einbilden, so gute Christen zu sein, sind sie – so Jesu harte Worte! - schlimmer noch als Zöllner und Huren.

Überprüfen wir uns in der Stille: Wie steht es mit meiner eigenen Glaubwürdigkeit?

Handle ich auch so, dass es meinem Glauben entspricht? Ist in mir die nötige Demut, nicht nur ja zu meinem Glauben zu sagen, sondern auch hinzugehen und das zu tun, was Gott sich von mir wünscht?

Stille

Sanctus

(Übersetzung: Heilig, heilig, heilig ist der Herr, Gott Zebaoth.)

dreimal im Kanon zu singen.

Sanctus Kanon.mp3
MP3-Audiodatei [1.5 MB]
 
 

 

Gebet

Lieber himmlischer Vater,
am Abend dieses Tages komme ich zu Dir mit meinem Dank.

Du hast mich durch die vielen Situationen des Tages begleitet und bewahrt.
Mancher gefährlichen Situation bin ich mir gar nicht bewusst, weil Du Unheil abgewendet hast.

Ich danke Dir für alle schönen Begegnungen, die in diesem Tag lagen,
für alle guten  Worte, die mir jemand gesagt hat – und die ich einem anderen zusprechen konnte.
Ich danke Dir für alles unbeschwerte Lachen und alles Glück.

Ich bringe dir aber auch die Sorgen dieses Tages und alle ungelösten Probleme.
Nicht alles ist heute gut gelaufen. Es gab Momente, in denen ich mich geärgert habe, in denen ich nicht weiter wusste, ich denen ich mich einsam und ängstlich gefühlt habe.
Alles, was heute unvollständig geblieben ist, zeige ich Dir und bitte Dich,
dass Du – wo es mir möglich ist – die Kraft gibst, Dinge zu Ende zu bringen,
und dort – wo es mir nicht möglich ist – Unzulänglichkeiten in Deine Liebe zu hüllen.

Ich halte Dir auch meine Schuld dieses Tages hin. Du kennst die Augenblicke, in denen ich verletzt, gelogen, lieblos, ungerecht, … war. Sieh mich barmherzig an und vergib mir.

Ich bringe Dir alle Menschen, die mir am Herzen liegen.
Du weißt, wer Deine Nähe im Moment besonders braucht, weil sie oder er krank, einsam, ängstlich oder mutlos ist. Halte Du sie alle in Deiner Hand – und öffne meine Augen, dass ich sehe, wo ich gebraucht werde – und öffne mein Herz, damit ich handle.

Ich danke Dir, dass ich mit der Gewissheit in die Nacht gehen darf, dass Du da bist, dass Du mich liebst und ich mich furchtlos auf einen neuen Tag freuen kann. Amen.

Und in der Stille bringen wir vor Gott, was jede/n von uns persönlich bewegt:

Gebetsstille

Vater unser

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme. Dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute

und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 

Dona nobis pacem
zweimal im Kanon zu singen.

(Gib uns Frieden!)

 

Und nun wollen wir miteinander um den Segen Gottes bitten:

Segensbitte

In deine Hände gebe ich meinen Geist,

du hast mich erlöst.

Unser Gott im Himmel,

festige dein Reich für immer

und walte über uns auf ewig.

Er schläft und schlummert nicht, der Hüter Israels

Eine ruhige Nacht und ein seliges Ende

Gewähre uns der güti0ge und menschenfreundliche Gott,

der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.

Musik zum Ausgang

Download
Taizé - Frieden, Frieden.mp3
MP3-Audiodatei [9.5 MB]
 

Wenn Sie die Arbeit in unserer Gemeinde mit einer Spende unterstützen möchten, können Sie das gerne tun:

IBAN: DE64 5535 0010 0000 0148 87
BIC: MALADE51WOR
Sparkasse Worms-Alzey-Ried

Wir freuen uns über jede Gabe.
Ab 50 € stellen wir gerne auch eine Spendebescheinigung aus.

 

Unseren nächsten Online/Präsenzgottesdienst feiern wir am Sonntag, 12. September 2021.

In diesem Gottesdienst wird unser neuer Kirchenvorstand eingeführt.

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Evangelische Friedrichsgemeinde Worms