Evangelische Friedrichsgemeinde Worms
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Abendgottesdienst mit Taizégesängen am 24. April 2022

Meditativer Gottesdienst am Sonntagabend

 

24. April 2022, 18.00 Uhr
in der Friedrichskirche

 

Thema:
Jesus Christus spricht: Ich bin die Auferstehung und das Leben
.

Johannes 11,25

 

Bitte stellen Sie sich zu Beginn drei Kerzen zurecht, die Sie im Laufe des Gottesdienstes anzünden können.

Musik zum Eingang

De Noche.mp3
MP3-Audiodatei [1.9 MB]

Begrüßung

Guten Abend, liebe Gemeinde,

herzlich willkommen zu unserem heutigen meditativen Abendgottesdienst im April.

Auch heute – wie in allen Abendgottesdiensten dieses Jahres – soll ein so genanntes „Ich-bin-Wort“ Jesu im Mittelpunkt unserer Gedanken stehen.

In Johannes 11,25 ist das Jesuswort überliefert: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wir leben auch wenn er stirbt. Und wer da lebt und an mich glaubt, der wird niemals sterben.“

in erster Linie war es die Nähe zu Osterfest, warum ich dieses Wort für heute ausgesucht hatte – aber es hat heute für uns noch eine tiefere Bedeutung: Heute Abend sind drei Familien unter uns, die einen geliebten Menschen betrauern.

Um dieser Trauerfamilien willen aber auch um unsrer selbst willen, die wir alle irgendwann einmal  einen Menschen betrauert haben – vielleicht ist es ja auch noch gar nicht so lange her – ist es gut wichtig, dass wir dieses Wort Jesu heute bedenken.

Lassen Sie uns unseren Abendgottesdienst mit unserem Lobpreis beginnen.

 

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen!

Woher kommt mir Hilfe?

Meine Hilfe kommt von Gott,

der Himmel und Erde gemacht hat.

Nichts soll dich ängstigen
(dreimal zu singen.)

 

Taizé - Nada te turbe.mp3
MP3-Audiodatei [11.1 MB]

Wenn Sie diesen Gottesdienst zu zweit feiern, sprechen Sie die Lichtworte bitte im Wechsel:

Ich zünde ein Licht an im Namen Gottes des Vaters,

er hat die Welt erleuchtet

und den Atem des Lebens in mich gehaucht.

Zünden Sie das erste Licht an.

Ich zünde ein Licht an im Namen Jesu Christi,

des Gotteskindes.

Er hat die Welt errettet

und seine Hand nach mir ausgestreckt.

Zünden Sie das zweite Licht an.

Ich zünde ein Licht an im Namen der Kraft des Heiligen Geistes.

Sie umfasst die Welt und heiligt mein Leben mit Sehnsucht.

Zünden Sie das dritte Licht an.

 

Sende dein Licht und deine Wahrheit

dreimal hintereinander im Kanon zu singen.

Psalm zur Osterzeit

Wenn Sie diesen Gottesdienst zu zweit feiern, sprechen Sie den Psalm bitte im Wechsel:

 

Der Herr ist meine Macht und mein Psalm

und ist mein Heil.

Man singt mit Freuden vom Sieg / in den Hütten der Gerechten:

Die Rechte des Herrn behält den Sieg!

Die Rechte des Herrn ist erhöht;

die Rechte des Herrn behält den Sieg!

Ich werde nicht sterben, sondern leben

und des Herrn Werke verkündigen.

Der Herr züchtigt mich schwer;

aber er gibt mich dem Tode nicht preis.

Ich danke dir, dass du mich erhört hast

und hast mir geholfen.

Der Stein, den die Bauleute verworfen haben,

ist zum Eckstein geworden.

Das ist vom Herrn geschehen

und ist ein Wunder vor unsern Augen.

Dies ist der Tag, den der Herr macht;

lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.

Psalm 118,14-25

Laudate omnes gentes

dreimal hintereinander im Kanon zu singen

(Lobt alle Völker den Herrn!)

Taize Laudate omnes gentes.mp3
MP3-Audiodatei [8.8 MB]

Lucas de Thomé, Auferweckung des Lazarus

Lesung: aus Johannes 11 (in Auswahl)

Die Auferstehung und das Leben

Es lag aber einer krank, Lazarus aus Betanien, dem Dorf Marias und ihrer Schwester Marta. Maria aber war es, die den Herrn mit Salböl gesalbt und seine Füße mit ihrem Haar getrocknet hatte. Deren Bruder Lazarus war krank.

Da sandten die Schwestern zu Jesus und ließen ihm sagen: Herr, siehe, der, den du lieb hast, liegt krank. Als Jesus das hörte, sprach er: Diese Krankheit ist nicht zum Tode, sondern zur Verherrlichung Gottes, dass der Sohn Gottes dadurch verherrlicht werde. Jesus aber hatte Marta lieb und ihre Schwester und Lazarus.

Da kam Jesus und fand Lazarus schon vier Tage im Grabe liegen.

Als Marta nun hörte, dass Jesus kommt, ging sie ihm entgegen; Maria aber blieb im Haus sitzen. Da sprach Marta zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich: Was du bittest von Gott, das wird dir Gott geben. Jesus spricht zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. Marta spricht zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Jüngsten Tage.

Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe; und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben. Glaubst du das?

Sie spricht zu ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommt.

Als Jesus sah, wie sie weinte und wie auch die Juden weinten, die mit ihr kamen, sprach er: Wo habt ihr ihn hingelegt? Sie sprachen zu ihm: Herr, komm und sieh! Da weinte auch Jesus. Da sprachen die Juden: Siehe, wie hat er ihn so lieb gehabt!

Da kam Jesus zum Grab. Es war aber eine Höhle, und ein Stein lag davor. Jesus spricht: Hebt den Stein weg! Spricht zu ihm Marta, die Schwester des Verstorbenen: Herr, er stinkt schon; denn er liegt seit vier Tagen.

Jesus spricht zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen? Da hoben sie den Stein weg.

Jesus aber hob seine Augen auf und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. Ich wusste, dass du mich allezeit hörst; aber um des Volkes willen, das umhersteht, sagte ich’s, damit sie glauben, dass du mich gesandt hast.

Als er das gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus! Und der Verstorbene kam heraus, gebunden mit Grabtüchern an Füßen und Händen, und sein Gesicht war verhüllt mit einem Schweißtuch.

Jesus spricht zu ihnen: Löst die Binden und lasst ihn gehen!

Viele nun von den Juden, die zu Maria gekommen waren und sahen, was Jesus tat, glaubten an ihn.

Stille

Sébastien Bourdon, Auferweckung des Lazarus

 

Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht

Gedanken
zur Auferstehung hier und jetzt?

Jesus hat also seinen besten Freund aus dem Grab gerufen – den Lazarus. Obwohl er schon 4 Tage tot und sein Grab mit einem schweren Stein verschlossen war.

Selten wird in der Bibel so drastisch beschrieben, dass ein Mensch tatsächlich tot war.

Wenn ich Sie nun in eine erste Stille einlade, bitte ich Sie, ganz ehrlich diese Frage in ihrem Herzen zu bewegen:

Zu welcher Gruppe Mensch gehöre ich?

Ich gehöre zu denen, die das wirklich glauben. Ja, ich traue Jesus zu, einen vier Tage zuvor Verstorbenen ins Lebens zurückzurufen. Ich halte diese Geschichte für einen glaubhaften Wunderbericht.

Oder ich gehöre zu denen, die das so, wie es hier beschrieben ist, nicht für möglich halten. Wenn ein Mensch gestorben ist, dann ist er gestorben. Niemand kann ihn zurückholen. Auch Jesus nicht. Ich halte dieser Geschichte für eine Legende.

 

Stille

Gedanken
zur Auferstehung in Herrlichkeit

 

„Ja, ich traue Jesus zu, einen vier Tage zuvor Verstorbenen ins Lebens zurückzurufen.“, liebe Mitchristen und Mitchristinnen, wenn jemand unter ihnen so geantwortet hat, dann bewundere ich Ihre Glaubensstärke von ganzem Herzen.

Behalten Sie sich diese Glaubensstärke. Denn es ist ein ganz kostbares Gut, das Gott Ihnen bis zu Ihrem Lebensende erhalten möge!

Sicher waren manche von Euch und von Ihnen so ehrlich, zuzugeben: Nein, das glaube ich nicht. Das gibt es nicht. Dass ein Verstorbener hier in unser Leben und auf unsere Erde zurück kommt, gibt es nicht. Und selbst Jesus hätte das nicht gekonnt.

Wie aber sollen wir dann an die Auferstehung glauben? An Jesu Auferstehung – und dann auch an die Auferstehung derer, die wir verloren haben, letztlich auch an unsere eigene Auferstehung?

Auferstehung muss anders aussehen als so.

Christus wurde doch auch durch die Auferstehung so verwandelt, dass er nicht derselbe war. Maria hielt ihn für den Gärtner, die Emmausjünger meinten, er sei ein völlig unwissender Reisegenosse ...

Wie stellen Sie es sich ganz persönlich vor, wenn Sie nach Ihrem Tode in Gottes Welt auferstehen? Ja, trauen Sie sich, zu träumen ... träumen Sie von einer anderen Welt und einem völlig neuen Leben ...
 

Stille

Gedanken zur Frage, wie wird das neue Leben aussehen?

 

"In einem alten, schattigen Tümpel im Wald lebten einst ein alter Karpfen und eine Libellenlarve. Die beiden hatten sich miteinander angefreundet, denn in diesem dunklen Tümpel war wirklich nicht sehr viel los.

 

Allerdings waren die beiden Freunde auch sehr unterschiedlich – unterschiedlicher ging es kaum. Der Karpfen wühlte sich tief unten im Teich in den Schlamm ein und wartete dort Tag für Tag und Stunde um Stunde auf kleine Beute. Niemals schwamm er im Teich umher, niemals war er auf der Suche nach neuem.

Ganz anders die Libelle: Sie schwamm den ganzen Tag durch den Teich. In jede Ecke, in jeden Winkel schlüpfte sie, um alles zu sehen und kennen zu lernen. Am allermeisten reizte sie die Wasseroberfläche. Immer wieder schwamm sie von unten dagegen und betrachtete das, was ihr dort so merkwürdig vorkam. Da war Licht, da waren Farben, da ahnte sie, grüne Blätter sich im Wind wiegen, sie ahnte Sonnenstrahlen, die in den dunklen Teich hineinbrachen.

 

Und das alles erzählte sie ihrem alten Freund unten im Schlamm: Du, Karpfen, sagte sie: dort oben muss etwas sein – auf der anderen Seite der Grenze. Da, wo unser Teich zuende ist, da gibt es noch etwas anderes: etwas helleres, bunteres, lebendiges.

 

Ach i wo, grummelte dann jedesmal der Karpfen, was redest Du da: Es gibt nur diesen einen Tümpel und sonst nichts. Das ist unsere Welt, was soll es sonst noch geben??

Der Libellenlarve aber ließ die bunte, lichtdurchflutete Wasseroberfläche keine Ruhe. Immer wieder schwamm sie dort hin. Immer dichter wagte sie sich heran an die Grenze zwischen Tümpel und der Welt „da draußen“.

Da kam der Tag, an dem sie die Grenze durchschritt. Sie kletterte an einem Schilfrohr nach oben, durchbrach die Wasseroberfläche, spannte ihre regenbogenfarbigen Flügel aus und schwebte jubelnd dem Sonnenlicht entgegen.

Ihre Fragen waren beantwortet, wunderbarer und schöner, als sie es sich hatte vorstellen können. Und den Tümpel ließ sie zurück, auch den Karpfen, und die Dunkelheit mit all ihren ungeklärten Fragen.

 

Stille

Sanctus

(Übersetzung: Heilig, heilig, heilig ist der Herr, Gott Zebaoth.)

dreimal im Kanon zu singen.

Sanctus Kanon.mp3
MP3-Audiodatei [1.5 MB]

Totengedenken

Wir trauern mit den Angehörigen um unsere Mitchristin Ursula Heitz geb. Wagner, die am 23. März diesen Jahres im Alter von 87 Jahren von Gott in die Ewigkeit abgerufen wurde.

Wir haben am 14. April 2022 auf der Hochheimer Höhe von ihr Abschied genommen. Die Abschiesstunde stand unter den Worten aus Psalm 23,5:
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,
fürchte ich kein Unglück;
denn du bist bei mir,
dein Stecken und Stab trösten mich.

 

Wir trauern mit ihren vier Kindern um unsere Mitchristin Monika Dreßler-Fettel geb. Sattler, die am 19. März diesen Jahres im Alter von nur 61 Jahren in Gottes Geborgenheit heimgerufen wurde.

Wir haben Monikas Asche am 12. April 2022 auf der Hochheimer Höhe in Gottes Erde zurückgelegt und uns trösten lassen von Worten aus Johannes 16,20:
„Christus spricht: Noch weint Ihr und seid traurig, doch eure Traurigkeit soll zur Freude werden.“

 

Wir trauern mit der Ehefrau und den Kindern um unseren Mitchristen Dr. Hartmann Manfred Schärf, der am 26.03.2022 im Alter von 84 Jahren seinen Lebenskreis beschlossen hat.

Wir haben ihn am  21. April 2022 auf dem Friedhof in Horchheim in Gottes Hände zurückgelegt und unseren Trost gesucht in den kraftvollen Wort Psalm 84,12:
Gott der Herr ist Sonne und Schild.
Wohl dem Menschen, der sich auf ihn verlässt.

 

Ich bin von euch gegangen, nur für einen kurzen Augenblick und gar nicht weit.

Wenn ihr dahin kommt, wohin ich gegangen bin, werdet ihr euch fragen, warum ihr geweint habt.

Antoine de Saint-Exupéry

 

Gebet für unsere Verstorbenen


Unbegreiflicher Gott,

 

es ist schwer zu verstehen, warum Du manchen Menschen ein langes und erfülltes Leben schenkst, es aber andererseits zulässt, das junge Menschen schwer krank werden und sterben.

Aber auch wenn wir viele Fragen nach Deinem Handeln und Beschließen nicht beantworten können, wollen wir dennoch dankbar sein für das, was Du uns durch diese drei Menschen geschenkt hast:

Wir danken Dir für alle Liebe und Zuwendung, die Ursula, Monika und Manfred in ihrem Leben anderen geschenkt haben, für ihre Begabungen, Stärken und ihre Spuren, die sie in unserem Leben hinterlassen haben.

Und wir bitten Dich, die wir hier noch im undurchsichtigen Tümpel unserer Zweifel und Fragen sitzen: Schenke Manfred,. Ursula und Monika ein neues Leben in der Sonne Deiner Liebe. Beantworte alle ihre Fragen und lass sie Geborgenheit erfahren, die niemals endet.

Amen.

Fürbitten

Lebendiger Gott, Du bist stärker als der Tod.

Darum strecken wir Dir jeden Tod entgegen, den Menschen unter uns, in der Nähe oder in der Ferne erleiden:

Lähmende Einsamkeit
Zerbrochene Beziehung
Bodenlose Traurigkeit
Geistloses Dahinsiechen
Schreckliche Gewalt in der Ukraine
und allen Kriegsgeboieten unserer Erde
Erschütternde Unglücke
das Sterben der Lieben
und den eigenen Tod.

Sei Du das Leben in jedem Tod
Setz Du immer wieder einen neuen Anfang des Lebens.

Und in der Stille bringen wir vor Gott, was einen jeden und eine jede von uns persönlich bewegt:

Gebetsstille

Vater unser

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme. Dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute

und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Dona nobis pacem

zweimal im Kanon zu singen.

(Gib uns Frieden!)

Und nun wollen wir miteinander um den Segen Gottes bitten:

Segensbitte

In deine Hände gebe ich meinen Geist,

du hast mich erlöst.

Unser Gott im Himmel,

festige dein Reich für immer

und walte über uns auf ewig.

Er schläft und schlummert nicht, der Hüter Israels

Eine ruhige Nacht und ein seliges Ende

Gewähre uns der güti0ge und menschenfreundliche Gott,

der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.

Musik zum Ausgang

Taizé - Frieden, Frieden.mp3
MP3-Audiodatei [9.5 MB]


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IBAN: DE64 5535 0010 0000 0148 87
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