Evangelische Friedrichsgemeinde Worms
EvangelischeFriedrichsgemeindeWorms

Abendgottesdienst mit Gesängen aus Taizé

26. März 2022
Friedrichskirche Worms

 

Christus spricht:
„Ich bin die Tür zu den Schafen.“

Bitte stellen Sie sich zu Beginn des Gottesdienst drei Kerzen zurecht.

Wenn Sie den Gottesdienst zu zweit feiern, können Sie sich beim Lesen des Lichtwortes, des Psalmes und des Segenswortes abwechseln.

Musik zum Eingang

Taizé - Meine Hoffnung.mp3
MP3-Audiodatei [9.0 MB]

Begrüßung

Guten Abend, liebe Gemeinde,

herzlich willkommen zu unserem heutigen meditativen Abendgottesdienst im März.

Auch heute – wie in allen Abendgottesdiensten dieses Jahres – soll ein so genanntes „Ich-bin-Wort“ Jesu im Mittelpunkt unserer Gedanken stehen.

In Johannes 10,9 ist das Jesuswort überliefert: „Ich bin die Tür zu den Schafen“.

Und es lohnt sich sehr, dieses Wort Jesu von mehreren Seiten einmal zu beleuchten und zu bedenken.

Lassen Sie uns unseren Abendgottesdienst mit unserem Lobpreis beginnen.

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen!
Woher kommt mir Hilfe?

Meine Hilfe kommt von Gott,

der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Nichts soll dich ängstigen

Taizé - Nada te turbe.mp3
MP3-Audiodatei [11.1 MB]

Ich zünde ein Licht an
im Namen Gottes des Vaters,

er hat die Welt erleuchtet

und den Atem des Lebens in mich gehaucht.

Zünden Sie das erste Licht an.

Ich zünde ein Licht an im Namen Jesu Christi,

des Gotteskindes

er hat die Welt errettet

und seine Hand nach mir ausgestreckt.

Zünden Sie das zweite Licht an.

Ich zünde ein Licht an im Namen
der Kraft des Heiligen Geistes.
Sie umfasst die Welt und
heiligt mein Leben mit Sehnsucht.

Zünden Sie das dritte Licht an.

 

Sende dein Licht und deine Wahrheit

Psalm zur Passionszeit

Seid so unter euch gesinnt,

wie es auch der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht:

Er, der in göttlicher Gestalt war,

hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein,

sondern entäußerte sich selbst

und nahm Knechtsgestalt an,

ward den Menschen gleich

und der Erscheinung nach als Mensch erkannt.

Er erniedrigte sich selbst

und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz.

Darum hat ihn auch Gott erhöht

und hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist,

dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie,

die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind,

und alle Zungen bekennen sollen,

dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.

Philipperhymnus (Phil 2,5-11)

 

Laudate omnes gentes

(Lobt alle Völker den Herrn!)

Taize Laudate omnes gentes.mp3
MP3-Audiodatei [8.8 MB]

Lesung: aus Johannes 10
(Übersetzung der Lutherbibel)

Die Tür zu den Schafen


Christus spricht:

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht zur Tür hineingeht in den Schafstall, sondern steigt anderswo hinein, der ist ein Dieb und ein Räuber.

Der aber zur Tür hineingeht, der ist der Hirte der Schafe.

Dem macht der Türhüter auf, und die Schafe hören seine Stimme; und er ruft seine Schafe mit Namen und führt sie hinaus.

Wenn er alle seine Schafe hinausgelassen hat, geht er vor ihnen her, und die Schafe folgen ihm nach; denn sie kennen seine Stimme.

Einem Fremden aber folgen sie nicht nach, sondern fliehen vor ihm; denn sie kennen die Stimme der Fremden nicht.

Dies Gleichnis sagte Jesus zu ihnen; sie verstanden aber nicht, was er ihnen damit sagte.

Da sprach Jesus wieder: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen.

Alle, die vor mir gekommen sind, die sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben ihnen nicht gehorcht.

Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden und wird ein und aus gehen und Weide finden.

Ein Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und umzubringen. Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und volle Genüge.

 

Stille

 

Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht

Gedanken zum Thema

Das Bildwort vom guten Hirten ist uns wohlbekannt. Und – das kann ich Ihnen ja auch schon ankündigen: im Abendgottesdienst am 26. Juni werden wir über dieses bekannte Jesuswort auch noch zusammen nachdenken.

Das Bildwort von der Tür zu den Schafen dagegen ist eher unbekannt. Und auch nicht ganz so einfach – kein Wunder, dass die Jünger erst einmal nicht verstanden haben, was Jesus damit eigentlich meint.

Eine Tür ist ja ein - im wahrsten Sinne des Wortes! - zweiseitiges Bild.

Wenn wir in einem Raum sitzen, oder in unserer Wohnung, oder unserem Haus lassen wir ungern einfach jeden rein.

 

Die Tür ist verschlossen. Erst durch eine Klingel oder das klopfen erfahren wir, dass jemand rein möchte. Aber wir wissen genau: wir sollten uns erst durch die Sprechanlage oder den Türspion vergewissern: Wer ist da draußen? Wer begehrt Einlass? Kennen wir ihn? Lassen wir ihn rein?

Ich bitte Sie in einer ersten Stille sich diesen Moment einmal ganz konkret vorzustellen:

Wen lassen Sie in Ihre Wohnung? In Ihr Haus?

Wem gewähren Sie Eintritt in Ihre Privatsphäre? In ihr Leben?

Und wen lassen Sie nicht hinein?

Stille: Die Tür von innen

 

Ich ahne, wie Ihre Antworten ausgefallen sind.

Vermutlich ganz ähnlich wie meine: Ich lasse nur Menschen rein, die ich kenne. Menschen, denen ich vertraue. Und Menschen, mit denen ich mich verabredet habe.

Unbekannte, Fremde lasse ich nicht herein. Allzu oft haben wir schon davon gelesen, auf welche perfide Art und Weise Menschen sich Zutritt zu Wohnungen verschaffen, die sich dann als Diebe oder Betrüger entpuppen.

Nun aber drehen wir das Türblatt einmal im wahrsten Sinne des Wortes um.

Wir stehen draußen vor der Tür. Und wollen gerne hinein.

Meistens wollen wir etwas von denen, die da drinnen wohnen. Und nicht immer fällt es uns leicht, zu klingeln oder zu klopfen.

Es gibt vielerlei Gründe, warum Menschen – auch und vielleicht gerade weil sie uns kennen – uns die Türe nicht öffnen.

Ich lade Sie zu einer zweiten Stille ein, und bitte Sie sich selbst zu erinnern: Wann habe ich schon vor verschlossenen Türen gestanden?

Wie war das, als man mir freundlich die Türe öffnete und mich begrüßte?

Wie war das, als man mir den Eintritt verweigerte? Gab es Gründe, warum Menschen die Türen vor Ihnen verschlossen hielten?

Stille: Die Tür von außen

Gedanken zum Thema

Mit diesen beiden Gedanken, dieser Vorstellung von einer Tür von innen und von einer Tür von außen, haben wir einen ganz kostbaren Schlüssel in der Hand, um zu verstehen, wer Christus für uns sein kann.

Egal, wo wir gerade sind, egal wie aufgeräumt unsere Wohnung ist, wie ordentlich unser Leben oder wie durcheinander unser Seelenleben ist: einem dürfen wir immer die Tür öffnen in unser Leben und in unser Herz: Jesus Christus.

Er kennt uns mit Namen. Er weiß genau, wie es gerade in uns aussieht, oder wie durcheinander gerade alles um uns herum ist, er kennt nicht nur unseren Namen, sondern auch unsere Fragen, unsere Trauer, unsere Zweifel und unsere Ängste. Vor ihm müssen wir nichts verstecken. Er schaut mit liebevollen Augen auf uns, nicht mit den Augen eines Richters. Und er macht uns Mut, aufzuräumen. Notfalls mit ihm zusammen aufzuräumen. So wie damals, als Jesus den Zachäus vom Baum rief und sagte: bei Dir möchte ich heute zu Gast sein.

Ja, Jesus hat sich selbst bei Zachäus eingeladen – aber Zachäus wurde dabei zum Beschenkten und zum Glücklichen. Und sein trauriges Leben kam wieder ins Lot.

Und umgekehrt ist das Bild von der Tür auch ein Schlüssel zu unserem Glück. Vor wie vielen Türen wir in unserem Leben auch gestanden haben und abgewiesen wurden: eine Tür ist für uns immer offen.

Erinnern Sie sich noch an unsere Jahreslosung?
"Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“

(Joh 6,37)

Auch hier geht es um Vertrauen. Um persönliche Nähe. Um Angenommen sein.

Wer zu Christus kommt mit seiner Sehnsucht, mit seinen Zweifeln, mit seinen Fragen und mit seiner Schuld, der wird nicht abgewiesen.

In einer dritten Stille bitte ich Sie, sich einmal auf diesen Gedanken einzulassen: Wenn sich heute eine Tür öffnen würde zwischen Christus und mir: was für einen Menschen würde er vorfinden? Was würde ich ihm anvertrauen? Was würde ich mir von ihm wünschen?

Stille: Die offene Tür

Sanctus

(Übersetzung: Heilig, heilig, heilig ist der Herr, Gott Zebaoth.)

Sanctus Kanon.mp3
MP3-Audiodatei [1.5 MB]

Totengedenken

Wir trauern mit den Angehörigen um unseren Mitchristen Herbert Rückert, der am 28. Februar dieses Jahres im Alter von 68 Jahren in Gottes Geborgenheit heimgerufen wurde.

Wir haben ihn am 14. März 2022 auf dem Friedhof in Pfeddersheim in Gottes Erde zurückgelegt. Auf Wunsch seiner Ehefrau Sabine hörten wir noch einmal auf ihren Trauspruch aus 1. Korinther 13, den ich ihnen vor 20 Jahren bei ihrer Trauung in Wachenheim mitgegeben hatte:

Nun aber bleiben Glaube, Liebe, Hoffnung,
diese drei, aber die Liebe ist die Größte unter ihnen.

Wir trauern mit den Angehörigen um unsere Mitchristin Silke Mersch, die am 17. Februar dieses Jahres im Alter von 43 Jahren von Gott in die Ewigkeit gerufen wurde.

Silke Mersch wohnte zuletzt in der Schwedenstraße 3 und wurde am 22. März 2022 auf dem Friedhof Hochheimer Höhe bestattet. Ihre Trauerfeier stand unter den Worten aus Psalm 90:

Herr, du bist unsre Zuflucht für und für. Ehe denn die Berge wurden und die Erde und die Welt geschaffen wurden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Der du die Menschen lässest sterben und sprichst: Kommt wieder, Menschenkinder!
Denn tausend Jahre sind vor dir wie der Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache.

 

Gebet

Unbegreiflicher Gott, Du hast es zugelassen, dass Herbert so früh so schwer krank wurde und sterben musste.

Du hast es zugelassen, dass ein glückliches Ehepaar auseinandergerissen wurde, das so glücklich und harmonisch miteinander lebte?

Du hast es zugelassen, dass zwei junge Menschen um den Vater trauern, den sie auf dem Weg in ihr Leben noch so dringend gebraucht hätten.

Unbegreiflich ist es uns, dass Du auch Silke Mersch so früh aus dem Leben gerufen hast. Nur sieben Jahre nach dem frühen Tod ihrer Mutter Kornelia Dawils ist auch Silke gegangen. Ihre vier Geschwister bleiben verzweifelt zurück.

Nur schwer beugen sich die Menschen, die Herbert und Silke liebten, unter dieses schwere Schicksal und wir bitten Dich:

Wenn Du Sabine, Heike und Sebastian, Danny, Patrick, Isabell und Martina schon durch dieses dunkle Tal der Trauer und Verzweiflung gehen lässt, dann sei wenigstens bei ihnen – so wie Du es uns in Psalm 23 versprochen hast!

Trage sie durch die schwere Zeit der Trauer und schenke ihnen neue Kraft, neuen Lebensmut und irgendwann auch wieder neue Lebensfreude.

Für unseren Verstorbenen bitten wir Dich:

Lohne Herbert Rückert all das Gute, dass er Deiner Schöpfung an Schutz, den Tieren und Menschen an Liebe geschenkt hat. Verwandle Herbert und Silke so, dass sie Dich in Deinem Reich schauen und erkennen können, und sich alles an ihnen erfüllt, das Du uns verheißen hast.

Amen.

Fürbitten

Angesichts der kriegerischen Handlungen in der Ukraine betete Frère Alois in Taizé das folgende zu Herzen gehende um Frieden:

Du liebender Gott,
fassungslos stehen wir vor der Gewalt auf unserer Welt; besonders in diesen Tagen – angesichts des Kriegs in der Ukraine.

Gib uns die Kraft, solidarisch denen nahe zu sein, die betroffen sind und in Angst leben.

Steh all denen bei, die in diesem Teil der Welt
besonders auf Gerechtigkeit und Frieden hoffen.

Sende uns den Heiligen Geist, den Geist des Friedens, damit die Politiker ihre Entscheidungen in großer Verantwortlichkeit treffen.

Gebetsstille

 

Vater unser

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme. Dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute

und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 

Dona nobis pacem

(Gib uns Frieden!)

Abkündigungen

Wir danken für die Kollekte vom 23. März 2022 in Höhe von 88,95 €, die für die Aktion "Hoffnung für Osteuropa" bestimmt war.

Die heutige Kollekte ist für unsere eigene Gemeinde bestimmt.

Wir laden ein zum nächsten Gottesdienst:

Am 10. April um 10 Uhr hier in der Friedrichskirche mit Marco Schäfer.

Jeden Dienstag um 12.05 Uhr nach dem Mittagsgeläut treffen wir uns hier in der Friedrichskirche zum „Friedensgebet“.

Die Meditations-Andacht „Klang & Stille“ trifft sich das nächste Mal am 4. April um 18.30 Uhr hier in der Kirche.

Nun wollen wir miteinander Gott um seinen Segen bitten:

 

Segensbitte

 

In deine Hände gebe ich meinen Geist,

du hast mich erlöst.

Unser Gott im Himmel,

festige dein Reich für immer

und walte über uns auf ewig.

Er schläft und schlummert nicht, der Hüter Israels

Eine ruhige Nacht und ein seliges Ende

Gewähre uns der gütige und menschenfreundliche Gott,

der Vater und der Sohn und der heilige Geist.

Amen.

Musik zum Ausgang

Frieden Frieden.mp3
MP3-Audiodatei [8.2 MB]
Druckversion Druckversion | Sitemap
© Evangelische Friedrichsgemeinde Worms